Keine schnelle Lösung

Verzwickte Lechvorstadt-Kreuzung

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Ein Blick auf das Luftbild zeigt die vertrackte Situation an der Kreuzung vor der Lechvorstadt. Eine schnelle Gesamtlösung zur Verbesserung der Verkehrsführung ist nicht in Sicht.

Schongau – Die Verkehrsführung rund um die zwei Bahnübergänge an der Lechvorstadt führt regelmäßig zu chaotischen Zuständen. Das demonstrierte ein Mitschnitt, den Ulrich Glöckl von der Firma Transver aus München jetzt den Besuchern eines von der Stadt Schongau initiierten Diskussionsforums präsentierte.

Viele der zahlreich gekommenen Besucher mussten schmunzeln, als Verkehrsplaner Glöckl den kurzen Mitschnitt einspielte. Darauf war zu sehen, wie sich Fahrzeuge am Lechberg falsch einordnen, um dann kurzerhand wirre Wendemanöver einzuleiten, an anderen Verkehrsteilnehmern vorbei zu ziehen oder durchgezogene Linien zu überfahren. So absurd diese Szenen auf die Zuschauer wirkten, der Film illustrierte die konfuse Verkehrssituation im Bereich der Lechvorstadt. Und auch wenn derartige Regelwidrigkeiten glücklicherweise meist glimpflich ablaufen, es ist offensichtlich, dass dies kein Zustand ist, der auf Dauer tragbar wäre. „Die Verkehrsführung erschließt sich einem nicht unmittelbar“, betonte Glöckl. „Man muss schon über eine gewisse Ortskenntnis verfügen, um da durchzublicken.“ 

Zudem kommt das enorm hohe Fahrzeugaufkommen in diesem Bereich. 17000 Fahrzeuge pro 24 Stunden zählten die Spezialisten von Transver in der von der Stadt Schongau in Auftrag gegebenen Studie. Das ist extrem viel und überraschte sogar die anwesenden Fachleute. „Ich war erstaunt, dass es so viel ist“, gestand Glöckl. Die durchschnittlich Belastung auf Staatsstraßen liegt bei 4000, die maximale Belastbarkeit bei 21000 Autos pro Tag. Die hohe Zahl ist zum Teil natürlich auch den vielen LKWs geschuldet, die die Papierfabrik UPM anfahren. Rund 10 Prozent des täglichen Aufkommens macht, so die Messungen, der Schwerverkehr aus. 

Die Problematik führe jedoch nicht nur zu Beeinträchtigungen im Verkehr, ergänzte Erik Bakker, der Koordinator der Schulweghelfer in Schongau. Viele Schüler nutzten nämlich nicht die sichere Unterführung unter der Lechbrücke um die Peitinger Straße zu überqueren, sondern den weitaus gefährlicheren Weg über die Straße, nur weil dies schneller sei. Sofortmaßnahmen vorgestellt 

Im Maßnahmenkatalog den Transver zur Verbesserung der Verkehrssituation vorschlägt sind einige Punkte enthalten, die relativ schnell umgesetzt werden können und sich anschließend immer noch in eine große (und weitaus langfristigere und kostspieligere) Gesamtlösung einbinden lassen. Zu diesen möglichen Sofortmaßnahmen zählen eine Verbreiterung des Gehsteigs vor dem Lechwirt und in der anschließenden Senke, neben den Bahngleisen; ein Ausbau des Verbindungswegs zwischen Lechvorstadt und dem Lechuferweg; und die Sicherung der ohnehin schon (wenn auch regelwidrig) genutzten Übergängen über die Peitinger Straße, direkt an der Lechbrücke sowie auf Höhe Feuerwehr. An beiden Stellen böte sich entweder die Möglichkeit einer Verkehrsinsel oder aber eine Ampelanlage an. 

Vor allem hinsichtlich der Verkehrsinsel zeigten sich viele der Besucher skeptisch. „Wenn ein Kind auf der Verkehrsinsel stehen bleiben muss, und links und rechts LKWs verbeifahren, bekommt das doch Panik“, äußerte sich ein Anwohner. Außerdem stellten Verkehrsinseln auf so engem Raum Hindernisse für die Einsatzfahrzeuge von Feuerwehr und Rotem Kreuz dar, warf Stadtrat Michael Motz ein. Wie sinnvoll wiederum zwei zusätzliche Ampeln auf der kurzen Strecke zwischen den Überquerungen vor der Lechbrücke und am Bahnhof sind, steht auf einem anderen Blatt. „Da gibt es ja auf dauernd Stau“, gab eine Anwohnerin zu bedenken. 

Angesichts der regen Beteiligung beim Diskussionsforum zog Bürgermeister Karl-Heinz Gerbl ein positives Resultat. Ziel der Veranstaltung sei es ausdrücklich gewesen, die Bürger in den Entscheidungsprozess frühzeitig einzubinden. Klar sei zudem, dass eine große Lösung irgendwann angepackt werden müsse. Spätestens hier muss dann auch die Deutsche Bahn mit einbezogen werden (am jetzigen Diskussionsforum wollte sich die Bahn nicht beteiligen). 

Für das gesamte Projekt konnte Gerbl allerdings keine zeitlichen Angaben machen. So etwas dauere erfahrungsgemäß sehr lange, musste Schongaus Bürgermeister einräumen. Die Rückmeldung der Bürger und die Empfehlungen von Transver dürften im Stadtrat jedoch schon bald eine Rolle spielen. Insbesondere die kurzfristigen Maßnahmen könnten, laut Gerbl, zügig angegangen werden.

Moritz Fink

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