Wieser Zukunftsforum gibt Impulse zur Energiewende

Klima von morgen Aufgabe von heute

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Ingo Martin von der „Bürgerstiftung Energiewende Oberland“ brachte interessante Aspekte zum Thema Energiewende ein.

Steingaden – Das Zukunftsforum in der Katholischen Landvolkshochschule Wies (KLVHS) stand zum Jahresbeginn unter dem Motto: „Setz Deine Energie ein – aber richtig!“ In der von Laien und Fachleuten besuchten Veranstaltung wurde die Energiewende aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet.

Ein wenig enttäuscht waren die rund 50 Anwesenden schon, dass der erste Referent, der weit über die Landesgrenzen hinweg bekannte Klimaforscher Professor Wolfgang Seiler, kurzfristig abgesagt hatte. Seiler, der auch der Vorsitzende der „Bürgerstiftung Energiewende Oberland“ ist, wollte über das Warum, Wie und Wer der Energiewende berichten. Doch die KLVHS konnte Ersatz finden: Anstatt Seiler referierte Ingo Martin, Mitglied des Vorstandes der „Bürgerstiftung Energiewende Oberland“, zu diesem Thema. Und Ingo Martin schlug einen weiten Bogen: „Das Klima von morgen ist die Aufgabe von heute“, postulierte der Referent und zeigte im weiteren Verlauf auf, wie stark sich der Klimawandel durch die immer extremer werdenden Wetterereig- nisse global wie regional bereits abzeichnete. Doch statt zu sparen verlangen große Teile der Weltbevölkerung immer noch mehr Energie. „Viele von uns haben ein Auto, einige inzwischen sogar zwei. Weit über eine Milliarde Chinesen aber wollen auch autofahren“, gab Martin zu bedenken. Mit dem Energiehunger und der bereits jetzt abzusehenden Endlichkeit fossiler Brennstoffe steigt auch der Preis. 240 Millionen Euro werden im Landkreis Weilheim-Schongau jähr- lich für Energie aufgewendet. In Deutschland sind es 100 Milliarden Euro. Damit dies nicht so weitergeht, fordert die Bürgerstiftung „Energiewende Oberland“, zu der die Landkreise Miesbach, Bad Tölz und Weilheim-Schongau zählen, mehr Unabhängigkeit sowohl vom Erdöl als auch von bisher nicht lieferbarem Strom von norddeutschen Offshore-Windanlagen. „Die drei Landkreise im bayerischen Oberland streben an, im Jahr 2035 durch Energieeinsparungen sowie den erhöhten Einsatz von regenerativen Energien auf dem Energiesektor autark zu werden“, sagte Martin. Doch bis dahin ist es noch ein weiter Weg. Denn einen „Königsweg“ gebe es nicht, meinte der Referent. Vielmehr sei ein Bündel von Maßnahmen, wie eine gute Dämmung, der Einsatz intelligenter Technik und die Verwendung sparsamer Geräte nötig, um das hochgesteckte Ziel zu erreichen. Wie eine solche intelligente Technik zur Lösung der anstehenden Probleme aussehen kann, zeigte der nächste Vortrag. „Überschuss-Energie aus regenerativen Quellen speichern“ lautete das Motto. Referent Christof Wiedemann zeigte auf, was moderne Speicherbatterien heute bereits leisten können. Ein bisher noch nicht gelöstes Problem ist die Überkapazität an Strom zu bestimmten Zeiten. „Wir müssen es nur schaffen, dass das, was beispielsweise durch PV-Anlagen produziert wird, solange gespeichert werden kann, bis es gebraucht wird“, klärte der Fachmann auf. Denn dann können zahlreiche Haushalte bei Bedarf auf ihren vorher erzeugten Strom zurückgreifen.
Von Anton Jungwirth

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