Windkraft-Projekt auf den Köpfinger Wiesen

Alle Hoffnungen ruhen auf dem Umweltminister

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Das bestehende Windrad bei Peiting. Untersuchungen haben ergeben, dass die Greifvögel die Rotorblätter sehr wohl durchfliegen können, ohne damit zu kollidieren.

Peiting – Die Vergleiche, die der Geschäftsführer der Bürgerwind Pfaffenwinkel, Peter Krecu, am Dienstag beim Pressegespräch im Peitinger Marktbauamt bemühte, waren blumig: Man habe die Quadratur des Kreises erlebt und gegen Windmühlen gekämpft. Nun sei man aber, im Kampf für die Windmühlen, auf der Zielgeraden.

Was fehlt, ist eine Ausnahmegenehmigung des Umweltministeriums, damit auf den Köpfinger Wiesen drei oder vier Windkraftanlagen gebaut werden dürfen. Die allerdings ist der Knackpunkt.

Es war ein relativ kurzes Pressegespräch. Denn das Gros der Information, die Krecu für die Pressevertreter und Bürgermeister der beteiligten Gemeinden im Gepäck hatte, ist so schon bekannt. So gab er einen kurzen Abriss der geleisteten Arbeiten, vor allem Gutachten und die Verhandlungen mit den Firmen, die die in Frage kommenden Windkraftanlagen bauen. 

Ende Juli habe es dann eine Sitzung des Planungsverbandes gegeben, ergänzte Peitings Bürgermeister Michael Asam. Dabei habe man den Planungsverband mit Nachdruck aufgefordert, sich nun endlich zum Vorhaben der Bürgerwind Pfaf-fenwinkel zu äußern. Krecu gab sich zuversichtlich, man wisse politische Entscheidungsträger hinter sich, insbesondere den früheren Garmischer Landrat und Vorsitzenden des regionalen Planungsverbandes Oberland, Harald Kühn. Dieser sitzt mittlerweile im Landtag und unterstützt das Vorhaben ebenso wie die Landrätin Andrea Jochner-Weiß. 

Was jetzt ausstehe, seien die Gutachten zum Artenschutz und von der UNESCO, erklärte Krecu. In letzterem Fall geht es um die Wieskirche und die möglichen Implikationen. Dazu wird es kommende Woche Versuche geben. Ein Hubschrauber soll über den Köpfinger Wiesen aufsteigen und die Höhe der Windräder simulieren. Klar sei, so Krecu, dass man diese vom Auerberg aus sehen könne, nicht aber von den Hügeln rund um die Wieskirche. Von dort allerdings hat man einen guten Blick auf das Windräder bei Ingenried im benachbarten Ostallgäu. 

Die größte Unwägbarkeit aber stellt im Moment die Ausnahmegenehmigung nach dem Artenschutzrecht dar, die die Bürgerwind Pfaffenwinkel beantragt hat. Diese sei in der Vergangenheit noch nie erteilt worden, bekannte der Geschäftsführer. Nach Gesprächen im Umweltministerium auf höherer Beamtenebene habe man diesbezüglich auch keine Klarheit.

Für die Ausnahmegenehmigung hatten Krecu und seine Mitstreiter verschiedene Argumente ins Feld geführt, vor allem versucht, ältere Ansichten zu revidieren. Dabei geht es darum, dass in der Nähe der Windkraftstandorte rote und schwarze Milane sowie Uhus ihre Horste haben. Bislang besteht die Ansicht, dass die Vögel mit den Rotorblättern der Windmühlen kollidieren könnten. Bilder und Filme aus jüngster Zeit zeigen allerdings, dass die Vögel sogar zwischen den Rotorblätter hindurch fliegen. Das so genannte Progress-Gutachten stützt sich aber auf ältere Ansichten und ignoriert diese Erkenntnisse. 

Nun liegt die Hoffnung der Windmüller in spe auf Bayerns oberstem Umweltschützer, Minister Marcel Huber. In Bälde habe man einen Termin mit ihm, verkündete Krecu, der Huber als überzeugten Umweltschützer sieht. Dennoch hält es Krecu nicht für ausgeschlossen, dass der Umweltminister seiner Fachbehörde Anweisung geben könnte, alle Spielräume auszunutzen, um die Ausnahmegenehmigung zu ermöglichen. Man sei, ergänzte Krecu, auch bereit, mit den Fachbehörden zusammenzuarbeiten und ihnen wissenschaftliche Arbeiten im Umfeld der Rotoren zu ermöglichen.

Oliver Sommer

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