Regionalplan in der Kritik

Zu viele Windkraft-Flächen

Die Vorrangflächen für Windkraft in der Region Schongau im Regionalplanentwurf. Grafik: Regionalverband

Schongau – Die Teilfortschreibung Windkraft im Regionalplan Oberland hat am Dienstag im Schongauer Stadtrat für eine hitzige Diskussion gesorgt.

Windkraftgegner und -befürworter lieferten sich einen Schlagabtausch mit altbekannten Argumenten – dabei weist der Planentwurf gar keine Vorrangflächen auf der Flur der Lechstadt aus. Auslöser des Konflikts war vielmehr das Windkraftvorhaben der Nachbargemeinde Peiting. 

Das Prinzip ist einfach: Der neue Regionalplan soll das Oberland in Vorranggebiete und Ausschlussgebiete für Windkraft gliedern, um den Kommunen die Arbeit zu erleichtern. Stadtbaumeister Ulrich Knecht sieht das Vorhaben denn auch „grundsätzlich positiv“, entfalle doch so die eigene Bauleitplanung. Mit dem vorliegenden Entwurf kann sich Knecht allerdings nicht anfreunden. 

Das liegt vor allem daran, dass sich gleich sieben Vorranggebiete in der Region um Schongau befinden. „Das sind 37 Prozent der Gesamtfläche“, ärgerte sich der Stadtbaumeister in der jüngsten Stadtratssitzung. Hinzu kommen die sogenannten weißen Flächen, in denen der Regionalplan die Nutzung offen gelassen hat. Auch hier nehme die Region mit 56 Prozent eine Ausnahmestellung ein, wies Knecht hin. Die Verwaltungsgemeinschaft Altenstadt gemeinsam mit der Gemeinde Burggen, auf deren Flur sich vier der Vorranggebiete befinden, habe sich bereits mit der Problematik beschäftig, berichtete der Stadtbaumeister. „Sie haben sich dafür ausgesprochen, die Fläche bei Ingenried zu vergrößern und dafür die anderen drei Gebiete auszuschließen. Dem sollten wir uns anschließen.“ Das sahen auch die Stadträte so, der Beschluss fiel einstimmig. 

Weniger einvernehmlich zeigte sich das Gremium, als es um das Vorranggebiet fünf im Regionalplan ging. Gegen die südlich von Schongau auf Peitinger Flur gelegenen Köpfinger Wiesen hatte der Bauausschuss schon zweimal mit knapper Mehrheit seine Bedenken geäußert – aus Angst um die Beeinträchtigung der Landschaft, wie Knecht in Erinnerung rief. Daran wollte die CSU auch diesmal nicht rütteln. „Wir müssen unsere Interessen wahren, die Lage ist unser Kapital“, sagte Fraktionschef Michael Eberle mit Blick auf das Alpenpanorama. 

Bei Robert Bohrer (SPD) erntete die ablehnende Haltung Unverständnis. „Wir können nicht immer sagen, Energiewende ja, aber bitte woanders.“ Man müsse Gemeinden wie Peiting vielmehr unterstützen, forderte der SPD-Fraktionsvorsitzende, der den Windanlagen sogar ein gewisses Attraktionspotential bescheinigte. 

 Der Einwurf mehrerer Ratsmitglieder, dass Peiting mittlerweile die Bergerwiesen (Gebiet 6) für das Windkraftprojekt favorisiere, sorgte jedoch vor der Abstimmung für Verwirrung. Bürgermeister Karl-Heinz Gerbl schlug vor, zu vertagen, bis er mit seinem Peitinger Amtskollegen gesprochen habe. Da die Frist bis zur Abgabe der Stellungnahme zum Regionalplan allerdings am 30. April abläuft, ließ das Stadtoberhaupt dann doch votieren – unter dem Vorbehalt, dass die Marktgemeinde den Standort 5 weiter verfolgt. Mit 10:9 Stimmen sprach sich das Gremium gegen die Stimmen von CSU und UWV für das Vorranggebiet aus. Bei den Bergerwiesen viel das Votum mit 13:6 deutlicher aus. chpe

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