"Wir können uns was trauen" – Haushalt gibt Spielraum für neue Projekte in Hohenpeißenberg

Investor Christoph Neumann erläuterte die Pläne zur Umgestaltung des „Schächen“. Foto: Jepsen

„Es ist eine tolle Sache, dass das Interesse so groß ist. Nur wer sich informiert, kann sich auch konstruktiv einbringen“, freute sich Bürgermeister Thomas Dorsch über den Besucherandrang bei der diesjährigen Bürgerversammlung. Etwa 270 Hohenpeißenberger waren ins „Haus der Vereine“ gekommen, um sich über Großprojekte wie die Schulsanierung, den „Badesee Hetten“ oder die Umgestaltung des Ortszentrums „Schächen“ auf den neuesten Stand bringen zu lassen.

Zur Finanzierung der geplanten Maßnahmen, daraus machte Dorsch in seinem ausführlichen Rechenschaftsbericht kein Geheimnis, wird die knapp 4000 Einwohner zählende Gemeinde zusätzliches Fremdkapital aufnehmen müssen. Für 2011 ist ein Kreditrahmen von rund 1,15 Mio. Euro vorgesehen, sodass die Zins- und Tilgungsbelastung laut Dorsch „in den nächsten Jahren erheblich steigen wird“. Im Vergleich zu vielen anderen Kommunen ist der Sparzwang in Hohenpeissenberg allerdings nicht ganz so groß. Für Flexibilität im Haushalt sorgt der Umstand, dass die Schulden in den letzten fünf Jahren – 2005 betrug das Minus noch gut 1,4 Mio. Euro – nahezu halbiert werden konnten. Zudem verzeichnet die Gemeinde heuer die höchsten Gewerbesteuereinnahmen in ihrer Geschichte. Trotz Wirtschaftskrise spülten die 336 Betriebe am Ort circa 1,2 Mio. Euro in die Kassen. „Die Basis für die gemeindlichen Projekte ist gelegt. Wir können uns was trauen“, sagte Dorsch vor allem im Hinblick auf die mögliche Neugestaltung des „Schächen“. Laut Investor Christoph Neumann habe die „Blau iP GmbH“ bereits „auf eigenes Risiko“ mit den Detailplanungen für das zehn Mio. Euro teure Vorhaben begonnen. Anstelle des alten Gasthofes soll ein großes Gebäude mit Läden, Arztpraxen, Tagespflege, Gastronomie und Wohnungen errichtet werden. Werbung zur Flächen-Vermarktung sei noch nicht betrieben worden: „Wir wollen den Einheimischen die Chance geben das Erstbelegungsrecht zu nutzen“, erklärte er und geht momentan von einem „Mischpreis“ in Höhe von rund 2600 Euro/m2 aus: „Nur so können wir das Ganze refinanzieren“. Um das Projekt „Schächen“ erfolgreich umzusetzen, braucht es laut Dorsch „viele Partner“, denn es sei „illusorisch zu glauben, die Gemeinde könnte das alleine stemmen“. Er warb in der Versammlung um Unterstützung bei den Neubau-Planungen: „Entweder wir sagen: Es reicht unsere schöne Aussicht, oder wir sagen: Wir machen unseren Ort attraktiv und zukunftsfähig´“. Bereits begonnen haben die Bauarbeiten am neuen Supermarkt. Laut Dorsch ist die Eröffnung für die zweite Jahreshälfte 2011 geplant. Im November nächsten Jahres soll auch die Sanierung der Primus-Koch-Volksschule abgeschlossen sein, für die rund 1,85 Mio. Euro einkalkuliert sind. Voraussichtlich 1,5 Mio. Euro werden bis 2016 in die Ertüchtigung des teilweise veralteten Kanalnetzes gesteckt. Während der Wasserpreis „konstant“ bleibe, kündigte Dorsch eine Erhöhung der Kanalgebühren an: „Wir machen aber nix, was nicht sein muss“.

Meistgelesene Artikel

Hauptabteilung statt Belegärzte

Schongau – Im zweiten Jahr in Folge sind in Schongau mehr als 400 Babys geboren worden. Eine beachtliche Zahl für eine so kleine Klinik. Doch trotz …
Hauptabteilung statt Belegärzte

Närrisches "Wohlfühlparadies"

Peiting/Hohenfurch – Bürgermeister Guntram Vogelsgesang wurde kurzerhand in Quarantäne gesteckt und ab ging die Post. Mit einem rauschenden Ball in …
Närrisches "Wohlfühlparadies"

Cool, cooler, Schongauer Prinzenpaar

Schongau – In Schongau hat die fünfte Jahreszeit begonnen. Der traditionelle Inthronisationsball war wie immer ein Riesenerfolg. Und doch war …
Cool, cooler, Schongauer Prinzenpaar

Kommentare