Wirtschaftsstandort mit Rahmenplan sichern

Vorsorglich beplant werden soll der Schongauer Norden. Hierauf einigte sich der Stadtrat, nachdem mehrere Planer ihre Entwürfe für die Fläche vom Krankenhaus entlang der Schongauer Hangkante bis hin zur Altenstadter Straße und weiter bis zur neuen B 17 vorgestellt hatten.

„Wir müssen den Anforderungen der Wirtschaft einen Schritt voraus sein“, sagte Bürgermeister Karl-Heinz Gerbl und erläuterte, dass der nun vorgelegte Rahmenplan, der im Schongauer Norden ein Gebiet von 105 Hektar beplant, ein Bindeglied zwischen dem Flächennutzungsplan und dem Bebauungsplan darstelle. „Das Komfortable an dem Rahmenplan ist, dass dadurch erst mal keine Bindung entsteht, sondern dass dieser vorbereitet, falls nötig“, erklärte Gerbl. Hintergrund des vorgestellten Rahmenplans ist die Anfrage einer Firma vor zwei Jahren, die auf der Suche nach einer geeigneten Fläche war, in Schongau aber keine fand, da die nötigen planungsrechtlichen Voraussetzungen für eine adäquate Ansiedlung nicht gegeben waren. „Schongau unterlag damals knapp“, bedauerte Gerbl. Konkretere Angaben zum Rahmenplan machte Landschaftsarchitekt Franz-Josef Eger. „Der Flächennutzungsplan Schongaus ist rund 20 Jahre alt. In dieser Zeit hat sich einiges getan“, führte er aus und verwies auf die neue B 17, die aufgelassene Bahnstrecke Schongau-Altenstadt, verschärfte Immissionsschutzregelungen und die vorgeschriebene Umweltverträglichkeitsprüfung. „Das Ziel des Rahmenplans ist es, so weit vorzuplanen, dass auf neue Anfragen eines Investors rasch reagiert werden kann“, erklärte Eger. Während der Rahmenplan nur verhältnismäßig unscharfe Vorgaben macht, gibt der später noch zu fassende Bebauungsplan schließlich die genauen Planungsumstände wider. Von den 105 Hektar Gesamtfläche sollen knapp 55 Hektar – das entspricht einer Größe von zirka 80 Fußballfeldern – als Nutzfläche ausgewiesen werden. 43,7 Hektar sollen gewerblich und 9,4 Hektar wohnlich genutzt werden. Für die Erweiterung des Krankenhauses sind weitere 1,2 Hektar vorgesehen. Aufgeteilt wird die Fläche in insgesamt vier so genannte Quartiere. „Eines der Planungshindernisse ist die 110-KV-Leitung, die das Gebiet kreuzt“, veranschaulichte Eger und führte aus, dass diese in jedem Fall verlegt werden müsste. Die Hauptnutzung des Gebiets soll gewerblich sein. Nur ein kleinerer Anteil wird als Wohngebiet ausgewiesen werden. Ein noch nicht konkret zu fassendes Problem sind die möglichen Lärmbelastungen durch die Betriebe: „Wir wissen ja nicht, welche Firmen sich dort ansiedeln werden. Deshalb arbeite ich mit so genannten Geräuschimmissionsgrenzwerten. Man gibt einzelnen Firmen bestimmte Höchstwerte und die dürfen nicht überschritten werden“, erklärte Dr. Thomas Hils, der sich als Bauphysiker näher mit den möglichen Lärmbelastungen – auch im Hinblick auf das nahe gelegene Krankenhaus und das geplante Wohngebiet – beschäftigt hatte. Entscheidend für die Lärmmessungen sind der Abstand zu den Verursachern sowie die Tages- und Nachtzeit. „Wir müssen positive Signale setzen“, sagte Michael Eberle (CSU) und befand den vorgestellten Rahmenplan für gelungen. Auch Robert Bohrer (SPD) beurteilte die vorgestellte Planung als gut, zumal das angeplante Gewerbegebiet das größte im Landkreis sein würde. „Wir sehen das als gute Grundlage“, betonte Bohrer. Lediglich Siegfried Müller von der ALS fand kritische Worte: „Ich kann nicht ganz in die Euphorie mit einstimmen“, sagte er und dass ihn ein solch großes Gewerbegebiet eher nachdenklich stimme. „Brauchen wir das im Norden?“, fragte Müller nachdenklich und setzte nach: „Dann sind wir von Gewerbegebieten praktisch umzingelt.“

Meistgelesene Artikel

Närrisches "Wohlfühlparadies"

Peiting/Hohenfurch – Bürgermeister Guntram Vogelsgesang wurde kurzerhand in Quarantäne gesteckt und ab ging die Post. Mit einem rauschenden Ball in …
Närrisches "Wohlfühlparadies"

Schongauer Grundschule hat ein Schimmel-Problem 

Schongau – An Baustellen mangelt es in der Schongauer Grundschule aktuell nicht. Doch als wäre der Teilabriss samt Neubau nicht schon schwierig …
Schongauer Grundschule hat ein Schimmel-Problem 

Die Ampel kommt

Peiting – In Peiting kommt es zu einer Ampellösung. Das ist nicht politisch gemeint. Aber die Kommunalpolitiker haben entschieden, dass im …
Die Ampel kommt

Kommentare