Neues Quartier an der Wilhelm-Köhler-Straße

Wohnungen statt Wiese

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Auf der grünen Wiese soll ein neues Wohnquartier entstehen – gesetzt den Fall, dass der Landkreis zustimmt.

Schongau – An der Wilhelm-Köhler-Straße in Schongau reihen sich Wohnhäuser an Wohnhäuser. Nur zwischen der Berufsschule und dem Rot-Kreuz-Haus erstreckt sich noch eine unbebaute Wiese. Doch deren Stündchen könnte schon bald geschlagen haben.

Max Jocher, der Besitzer des Grundstücks, will auf der rund 10000 Quadratmeter großen Fläche ein neues Wohnquartier schaffen. Im Bauausschuss stieß das Vorhaben auf Zustimmung, die endgültige Entscheidung fällt allerdings woanders.

Generell spreche von Seiten der Stadt nichts gegen eine Wohnbebauung an dieser Stelle, stellte Stadtbaumeister Ulrich Knecht in der jüngsten Sitzung des Gremiums fest. Zwar handle es sich bei der Fläche um keine Baulücke, wodurch ein Bebauungsplan nötig sei. Doch dieser wäre angesichts der vorhandenen Bebauung im Viertel kein Problem – genauso wenig wie die Leitungen und Kanäle, die durch das Grundstück führen. 

Vielmehr hätte die Stadt durchaus Vorteile durch das Vorhaben. „Wir könnten so die Grundstücke dahinter erschließen“, erklärte der Stadtbaumeister. Zwingend erforderlich dafür sei eine Straße, die der Antragsteller auf dem rückwärtigen Teil seines Grundstücks anlegen müsste. Dadurch bliebe immer noch genug Raum für bis zu sechs Wohnblocks. „Schön wäre auch ein kleine Nahversorger mit 300 Quadratmeter“, sagte Knecht, räumte aber gleich ein, dass das wohl „mehr Wunschdenken als wirtschaftliche Realität“ sei. 

Bevor allerdings überhaupt Bagger anrollen können, muss erst noch das Landratsamt sein Einvernehmen erteilen. Denn bislang ist das Grundstücks als Gemeinbedarfsfläche ausgewiesen – Der Landkreis hat also Vorrang, was Bauvorhaben angeht. Am naheliegendsten ist in diesem Fall eine Erweiterung der benachbarten Berufsschule. Zwar gebe es derzeit laut Landratsamt keine Bestrebungen in dieser Richtung, sagte Knecht. Eine endgültige Entscheidung sei jedoch noch nicht gefallen. 

Sollte der Plan weiterverfolgt werden, müsse man sich aber Gedanken hinsichtlich der Verkehrssituation an der Wilhelm-Köhler-Straße machen, forderte Michael Eberle. Schon jetzt werde diese als Abkürzung verwendet und sei dadurch stark belastet. „Wir dürfen da keinen neuen Gefahrenbereich schaffen.“ Auch einen großen, öffentlichen Kinderspielplatz vermisste der CSU-Fraktionschef. Das werde man untersuchen, sollten die Planungen konkret werden, versprach Knecht. Den vorhandenen Spielplatz an der Blumenstraße, den Ilona Böse (SPD) ins Feld führte, hielt Eberle für nicht ausreichend. 

Böse war es auch, die eine Lanze für das Vorhaben Jochers brach. Es sei bekannt, dass dessen Kinder den elterlichen Bauernhof übernehmen wollen, sagte sie. „Dafür braucht es nun mal Kapital.“ Die Zustimmung des Bauausschusses fiel einstimmig. Christoph Peters

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