Yvonne Voigt tritt Amt an

Auf die neue Wirtschaftsförderin wartet viel Arbeit

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Bürgermeister Falk Sluytermanmit der neuen Wirtschaftsförderin der Stadt Schongau, Yvonne Voigt.

Schongau – Fast ein Jahr war die Stelle unbesetzt, nachdem Martin Soyka im November 2014 überraschend seinen Vertrag als City-Manager der Stadt Schongau gekündigt hatte. Am Montag trat jetzt die Hohenfurcherin Yvonne Voigt seine Nachfolge an. Die Erwartungshaltung gegenüber der neuen Wirtschaftsförderin ist nach dem eher unglücklichen Wirken Soykas groß.

Die erste Änderung gegenüber ihrem Vorgänger zeigt sich schon am Arbeitsplatz. Der befindet sich nun nicht mehr unter dem Dach des Rathauses, sondern auf einer Ebene mit dem Dienstzimmer von Bürgermeister Falk Sluyterman, in Rufweite sozusagen. Nur eine Tür trennt Voigts Büro vom Vorzimmer des Stadtoberhaupts.

„Das Problem mit Herrn Soyka war auch, dass er nicht so wahrgenommen wurde. Das wollten wir ändern“, begründete Sluyterman die Umstrukturierung, als er am Montag die neue Wirtschaftsförderin offiziell vorstellte.

Inoffiziell hatte Voigt, die sich erfolgreich gegen 30 weitere Bewerber für den Posten des Wirtschafts- und Standortförderers durchgesetzt hatte, ihre Arbeit für die Stadt schon früher aufgenommen. Grund dafür war das Modellprojekt „Digitale Einkaufsstadt“ des Wirtschaftsministeriums, für das am 7. Oktober die Bewerbungsfrist endete.

Welche drei Städte zu Modellkommunen werden, heißt eine zweijährige Beratung bekommen, entscheidet sich bis Ende des Monats. Sollte Schongau nicht darunter sein, könne man dennoch profitieren, sagte Voigt. „Alle Bewerber werden in die Prozesse eingebunden.“

An Arbeit, das wurde beim Pressegespräch schnell klar, wird es Voigt nicht mangeln. Als erstes wolle sie sich mit den bereits laufenden Projekten wie Fußgängerzone und Sanierung der Münz- und Weinstraße vertraut machen, sagte sie.

Ein drängendes Problem konnte die Wirtschaftsförderin bei ihrem ersten Arbeitstag gleich am eigenen Leib erfahren. „Ich musste mich erstmal damit beschäftigen, wo ich am besten parke“, verriet sie lächelnd. Seit langem schon wird ein neue Parkraumkonzept für die Altstadt gefordert, unter Voigt soll es jetzt endlich kommen, versprach Sluyterman.

Eine Vorstellungsrunde bei den verschiedenen Interessengruppen steht ebenfalls auf der Prioritätenliste ganz oben. „Mein Ziel ist es dabei, herauszufinden, wie sie die Situation einschätzen“, erklärte die Wirtschaftsförderin, „um dann eine erfolgversprechende Strategie zu erarbeiten.“

Dabei habe sich in ihrer bisherigen Projektarbeit für verschiedene Auftraggeber aus dem Einzelhandel, der Immobilienwirtschaft und der Gebietskörperschaften gezeigt, dass man auf einem gemeinsamen Weg selbst ganz verschiedenen Zielen näher kommen könne. „Als Wirtschaftsförderin kann ich potentiell an mehr Schräubchen gleichzeitig drehen als in jedem Einzelprojekt“, so die Diplom-Geografin, die zuletzt eine eigene Firma für Geomarketing leitete.

Als besonders wichtig stufte Voigt das Integrierte Stadtentwicklungskonzept (ISEK) ein. Dessen Umsetzung sei „ein großer Sprung“ für die Stadt. Dass die Fäden dafür beim Bauamt zusammenlaufen und nicht in ihrem Ressort, hält die Wirtschaftsförderin für richtig, schließlich gehe es dabei auch um Themen, die über ihr Aufgabengebiet hinausgingen. „Ich werde bei den Bereichen Gewerbe und Einzelhandel zuarbeiten.“ Auch bei der Entwicklung von Wohngebieten und Quartierszentren zur wohnortnahen Versorgung gebe es einiges zu tun.

Anders als ihr Vorgänger will die Hohenfurcherin regelmäßig über ihre Arbeit informieren. „Es ist sehr wichtig, dass die Öffentlichkeit einbezogen wird“, betonte sie. „Wir wollen die Leute schließlich für die Sache gewinnen.“ Dazu passt, dass Voigt in Zukunft ebenfalls den Bereich Öffentlichkeitsarbeit der Stadt übernehmen soll.

Darunter fällt auch die Internetpräsenz der Stadt, deren veraltete Homepage längst nicht mehr zeitgemäß ist. Das Problem ärgert Sluyterman schon länger, jetzt soll es endgültig angegangen werden. Voigt soll sich zudem um den Aufbau eines Facebook-Auftritts kümmern. „Andere Städte haben das schon längst“, stellte der Bürgermeister fest, der bislang im sozialen Netzwerk den Alleinunterhalter gab. Mindestens einmal die Woche will man künftig die Bürger über Entwicklungen in der Lechstadt informieren.

Christoph Peters

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