Die Gemeinde Hohenpeißenberg kauft historische Zechenturmuhr an

"Einmalige Chance"

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Bald soll sie wieder ticken, die historische Turmuhr aus vergangenen Bergwerkszeiten, die Bauhofmitarbeiter Markus Eggersdorfer (li.) und Bürgermeister Thomas Dorsch bei einem Pressetermin präsentierten.

Hohenpeißenberg – In Hohenpeißenberg legt man bekanntlich großen Wert auf die Pflege der Bergwerkstradition. Fast schon Ehrensache war es deshalb für die Gemeinde, dass sie kürzlich 3000 Euro investierte und von privater Hand eine historische Turmuhr aus der Zeit des Kohleabbaus am Bayerischen Rigi ankaufte. Bei dem gut erhaltenen Stück handelt es sich um das alte Uhrwerk, das, wie Fotos von damals belegen, etwa um das Jahr 1890 auf dem früheren Kantinengebäude am Hohenpeißenberger Unterbaustollen installiert worden war.

Zuletzt thronte die mechanisch noch vollständig erhaltene Uhr samt Glocke und Schlagwerk auf dem Dach einer ehemaligen Strickwarenfirma an der Bahnhofstraße. Der von der königlich-bayerischen Hof-Turm­uhrenfabrik in München gefertigte Chronometer war von der Zechenverwaltung nach dem Zweiten Weltkrieg verkauft worden. Als nun Mitte März die Abbrucharbeiten an den Altbauten der Strickwarenfabrik begannen, rückte der gemeindliche Bauhof mit einem Autokran an und hob das Bergwerksrelikt vom Gebälk.

„Es war eine einmalige Chance, ein historisch so wichtiges Objekt für den Ort zu erhalten – und das zu einem angemessenen Preis“, freut sich Bürgermeister Thomas Dorsch über die Anschaffung. Die Uhr lagert nun erst einmal in einer Bauhofhalle und soll von Fachfirmen auf Vordermann gebracht werden. Über den künftigen Standort wird der Gemeinderat entscheiden. Auf alle Fälle soll die Uhr, die über einen Viertelstunden- und Stundenschlag verfügt, an einem frequentierten Ort aufgestellt werden. „Man soll sie sehen können – vor allem auch die mechanischen Vorrichtungen“, erklärt Dorsch, dem eine Lösung im Rahmen der Städtebauförderung vorschwebt. Denkbar wäre aber auch, die Uhr an einem Gemeindebau zu platzieren, zum Beispiel am Haus der Vereine oder am Rathaus: „Es gibt mehrere Ideen“, sagt Dorsch, „Wir müssen jetzt schauen, wo die Uhr im Verhältnis zu den Kosten am sinnvollsten aufgestellt werden kann.“

von Bernhard Jepsen

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