Unterkunft in Herzogsägmühle für maximal 84 Asylbewerber

Erstmals Mobilheime für Flüchtlinge

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So oder ähnlich sehen Mobilheime aus. Bis zu vierzehn Stück sollen zwecks Unterbringung von Asylbewerbern in Herzogsägmühle aufgestellt werden.

Herzogsägmühle – Das Diakoniedorf Herzog­sägmühle wird die erste Ortschaft im Landkreis Weilheim-Schongau sein, wo Flüchtlinge in Mobilheimen aufgenommen werden. Diese „Würfel“ sollen ab Frühsommer auf einer freien Wiese am Roten Berg platziert werden. – schräg gegenüber von Berufsschule und Cafeteria. Vorgesehen sind 14 Mobilheime, wie sie von Campingplätzen bekannt sind, wo bis zu 84 Flüchtlinge untergebracht werden können.

 Der Containermarkt sei „abgegrast“, die Preise seien zudem regelrecht explodiert, sagt Hans Rehbehn, Pressesprecher am Landratsamt. Deshalb habe man sich nach Alternativen umgesehen und sei im Bereich Mobilheime fündig geworden. „Die Wartezeiten sind da deutlich kürzer.“

Von der ursprünglichen Idee, Leichtbauhallen zu erstellen, sei man nach Gesprächen mit den Verantwortlichen aus Herzogsägmühle abgekommen, ergänzt Kathrin Bernwieser vom Landratsamt. Die Mobilheime seien zwar eng, böten aber mehr Komfort und Intimsphäre als Gemeinschaftsunterkünfte, Hallen und Container. Zurzeit laufe die Ausschreibung. Offen sei noch die Frage Kauf oder Anmietung.

Laut Bauantrag des Landratsamtes, der am Dienstagabend im Peitinger Gemeinderat behandelt und einstimmig genehmigt wurde, sind 14 Mobilheime vorgesehen. Sie sind jeweils knapp acht Meter lang und 3,80 Meter breit. Jedes Mobilheim hat drei Schlafzimmer; möglich sind Stockbetten und einmal auch ein Doppelbett. Zu jeder der drei Schlafkabinen, die knapp fünf Quadratmeter hat, kann die Tür zugemacht werden. Es gibt ein kleines Bad und ein separates WC. In der Mitte ist eine kleine Küchenzeile mit Aufenthaltsbereich.

Es ist kein Catering notwendig; die Asylbewerber sollen ihren Alltag bewusst „selbst in die Hand nehmen, indem sie einkaufen und kochen, erklärt Bernwieser. Sie habe selbst im Januar bewohnte Mobilheime besichtigt und festgestellt, dass dort auch an kalten Tagen ein angenehmes Raumklima möglich sei.

Bis zu 14 solche Wohn-„Würfel“ können entlang der Von-Kahl-Straße im Abstand von vier Metern zueinander aufgestellt werden. In jedem können bis zu sechs Personen aufgenommen werden.

Auf zwei Jahre befristet

Die Mobilheime sind an diesem Standort in Herzogsägmühle auf 24 Monate befristet. Später ist auf der Wiese am Roten Berg sozialer Wohnungsbau vorgesehen. Notwendig sind die von Campingplätzen etwa am Gardasee her bekannten Wohn-„Würfel“ wegen des Zustroms an Flüchtlingen.

Etwa genauso viele Menschen wie in Herzogsägmühle, nämlich bis zu 85, sollen in Peiting in einer Gemeinschaftsunterkunft an der Seestraße aufgenommen werden (der Kreisbote berichtete). Auch dort ist ab Frühjahr mit einer Belegung zu rechnen. Bürgermeister Michael Asam stellte in diesem Zusammenhang fest, er sei mit der Unterbringungs-Variante in Herzogsägmühle „deutlich glücklicher als mit der anderen Lösung, die da auf uns zukommt“.

Derzeit sind es 31 Asylbewerber, die jede Woche dem Landkreis Weilheim-Schongau zugewiesen werden, sagte Kreiskämmerer Norbert Merk. Aktuell sind es zwischen Schwab­soien und Penzberg 1800 Flüchtlinge. Bis Ende 2016 wird damit gerechnet, dass die Zahl auf 3000 steigt.

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