Andreas Holzhey stellt erste Überlegungen zur Zukunft des Schongauer Bahnhofs vor

Eine lange Mängelliste

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Die Visitenkarte des Ortes muss ein Bahnhof sein, fordert Andreas Holzhey. Bis dahin ist es in Schongau noch ein langer Weg.

Schongau – Wie geht es weiter in Sachen Bahnhof? Seit der gebürtige Schongauer Andreas Holzhey das altersschwache Gebäude im vergangenen Sommer gekauft hat, ist es still um das Projekt geworden. In der jüngsten Stadtratssitzung präsentierte der Unternehmer, der schon dem Murnauer Bahnhof erfolgreich eine Frischzellenkur verpasst hat, nun erste Ideen.

Eines schob Holzhey gleich vorweg. Er werde kein fertiges Konzept aus dem Hut zaubern, betonte er, um allzu große Erwartungen zu dämpfen, die seit dem Kauf des Bahnhofgebäudes durch seine Firma im vergangenen Sommer entstanden waren. Denn natürlich weiß auch Holzhey, dass die Schongauer lieber heute als morgen einen sanierten Bahnhof im Ort hätten. 

Dass es bis dahin allerdings noch ein weiter Weg ist, verdeutlichte der Unternehmer, indem er auf den Landsberger Bürgerbahnhof verwies, der sich mittlerweile ebenfalls in seinem Besitz befindet. Von den ersten Plänen bis zur Eröffnung des Pilotprojekts seien dort immerhin zehn Jahre vergangen. Dass die Aufgabe in Schongau nicht minder schwer ist, zeigte sich bei der Bestandsaufnahme, die Holzhey präsentierte. Das fing beim „sehr guten“ DB-Reisezentrum an, dessen Zukunft aber nur bis zur nächsten Ausschreibung gesichert sei. Die Wartehalle müsse dringend saniert, das Gebäude barrierefrei werden. Die Lage an der stark befahrenen Straße stufte Holzhey als unattraktiv ein, hinzu komme das „verwahrloste Umfeld“, die ungeklärte Parkplatzsituation und die Konkurrenz in der direkten Umgebung durch das gegenüberliegende Restaurant und die nahe Tankstelle, die eine gastronomische Nutzung im Bahnhof erschwere. Dringend verbessert werden müsse außerdem die Bahnsteiganlagen, allen voran das „Ärgernis Gleis 1“. In diesem Punkt erhofft sich die Stadt Unterstützung durch Verkehrsminister Alexander Dobrindt.

Die Sanierung des Bahnhofsgebäudes mit einem erweiterten Nutzungskonzept ist für Holzhey deshalb ein langfristiges Ziel. Sie geht für ihn Hand in Hand mit der Aufwertung des Umfelds, dem Bau eines neuen Busbahnhofs und neuer Parkplätze sowie einer Verbesserung der Fuß- und Radweganbindung. In diesem Zusam-menhang verwies Holzhey auf Murnau, wo die Gemeinde das ganze Verkehrswegenetz neu geordnet habe. 

Auch deshalb sei der Bebauungsplan, den die Stadt Ende vergangenen Jahres beschlossen hat, sehr wichtig. „Es darf hier keine Planung entstehen, die der Nutzung im Wege steht“, betonte der Unternehmer, der sich eine Postagentur, Kiosk, Car Sharing, Autovermietung und eine öffentliche Toilette als erweitertes Angebot vorstellen kann. Letzteres allerdings nur, falls die Kommune die Betriebskosten übernehme. Ein Bahnhof müsse „Visitenkarte“ und „prägendes Element“ des Ortes sein. Als Negativbeispiel führte er Oberammergau an, wo der Bahnhof hinter einem Supermarkt verschwinde. Der Zeitraum für die Umsetzung dürfe zehn Jahre nicht überschreiten. „Das muss überschaubar sein.“ 

Auch wenn die große Lösung noch etwas dauern wird, die ersten kleinen Schritte hat Holzhey schon eingeleitet. So wurde die Hausmeisterwohnung instand gesetzt und ist mittlerweile bewohnt. Einige Schäden am Gebäude wurden repariert, als nächstes sollen die Fahrradabstellanlage und die Müllhäuschen saniert und die verschwundene Bahnhofsuhr wieder installiert werden. Ebenso ist ein frischer Anstrich geplant. 

Holzhey betonte, dass er sich langfristig engagieren möchte, auch wenn keine hohe Rendite zu erwarten sei. Gleichwohl machte er klar: „Es darf kein Zuschussgeschäft werden.“

Bürgermeister Falk Sluyterman kündigte an, dass noch in diesem Jahr eine Informationsveranstaltung für die Bürger stattfinden werde, um diese bei der Entwicklung des für die Stadt so wichtigen Projekts mitzunehmen.

Von Christoph Peters

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