Niedrigste Arbeitslosenquote im Allgäu seit vier Jahren

"Goldener Herbst" auf dem Arbeitsmarkt

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Allgäu – Kraftvoller Start in den Herbst auf dem Allgäuer Arbeitsmarkt. Deutlich weniger Menschen waren zuletzt arbeitslos gemeldet bei einer gleichzeitig hohen Nachfrage nach Arbeitskräften. Die Arbeitslosenquote erreichte mit einem Wert von 2,7 Prozent den niedrigsten Wert seit gut vier Jahren.

Aktuell waren bei den Vermittlern der Arbeitsagentur und in den Jobcentern 9 863 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet, 970 weniger als im September. Betriebe hatten auch im Oktober einen anhaltend hohen Bedarf an Arbeitskräften. Sie stellten insgesamt mehr als 6 400 Beschäftigungsangebote für Vermittlungsaktivitäten zur Verfügung.

„Im Oktober entwickelte sich der Arbeitsmarkt im Allgäu insgesamt erfreulich. Vor allem bei jüngeren Menschen ging die Arbeitslosigkeit im Oktober zurück. Stabilität verleiht dem Arbeitsmarkt aber auch der weiter hohe Bedarf an zusätzlichen Arbeitskräften“, sagt Peter Litzka, Leiter der Agentur für Arbeit Kempten-Memmingen.

Bei den Vermittlern der Arbeitsagentur und in den Jobcentern waren aktuell 970 Frauen und Männer weniger arbeitslos gemeldet als im Monat zuvor. Eine Verbesserung zeigt auch der Vergleich mit dem Oktober des vergangenen Jahres, denn seinerzeit lag die Arbeitslosigkeit um 82 Personen höher. Besonders ins Auge fällt der gegenwärtige Rückgang bei Jüngeren unter 25 Jahren. Die Vermittler waren im Vergleich zum September in dieser Altersgruppe für knapp 550 Menschen weniger zuständig. Viele besuchen ab Herbst eine weiterführende Schule, starteten in ein Studium oder nahmen eine neue Beschäftigung auf.

Auch insgesamt herrschte auf Seiten der arbeitslosen Menschen im Oktober ein reges Kommen und Gehen. So sprachen knapp 1 600 Frauen und Männer nach einer Erwerbstätigkeit neu bei den Vermittlern in der Agentur für Arbeit und in den Jobcentern vor. Im selben Zeitraum begannen 1 350 arbeitslose Menschen eine neue Tätigkeit. Arbeitsaufnahmen erfolgten unter anderem in der Gebäudetechnik, der Lebensmittelherstellung, in Handel und Dienstleistung sowie in der Gastronomie.

Betriebe suchen Mitarbeiter

Im Oktober stellten Arbeitgeber 1 966 Stellen neu zur Verfügung. Das bedeutete eine Steigerung um mehr als 400 Angebote im Vergleich zum Monat zuvor. Signifikant war auch der ähnlich hohe Zuwachs im Vergleich zum Oktober des Vorjahres. Unter den neu herein gegebenen Stellen bildeten Tätigkeiten mit Metall ein Schwergewicht: Betriebe aus Metallbearbeitung, Maschinenbau und Schweißtechnik suchten allein knapp 400 zusätzliche Kräfte. In der Energie- und Elektrotechnik galt es 135 Arbeitsplätze neu zu besetzen. Im Bereich Logistik und Warenzustellung stellten Arbeitgeber 150 neue Jobs zur Verfügung. Groß war das Angebot vor allem im südlichen Oberallgäu für Köche, Servicefachkräfte und weiteres Hotelpersonal. Mehr als 90 zusätzliche Arbeitsplätze gab es hier zu besetzen, im gesamten Allgäu wurden 150 zusätzliche Mitarbeiter in diesen Branchen gesucht. Für Tätigkeiten in verschiedenen Gewerken des Handwerks stellten Betriebe im Oktober knapp 100 neue Beschäftigungsmöglichkeiten zur Verfügung.

Regionale Entwicklungen im Jahresvergleich

Im Allgäu erreichte die Arbeitslosenquote mit 2,7 Prozent den niedrigsten Wert seit gut vier Jahren. Diese günstige Entwicklung setzte sich auch in den einzelnen Wirtschaftsräumen fort. In der Mehrzahl der Regionen ging die Arbeitslosenquote im Jahresvergleich zurück oder stabilisierte sich auf dem Wert des Vorjahres. Auch verzeichneten nahezu alle Regionen eine Zwei vor dem Komma.

Den niedrigsten Wert erreichte der Wirtschaftsraum Mindelheim mit einer Arbeitslosenquote von genau zwei Prozent, gefolgt von Lindau und Memmingen mit 2,3 bzw. 2,5 Prozent. Leichte Erhöhungen verzeichneten die Wirtschaftsräume Füssen und Marktoberdorf um 0,1 bzw. 0,2 Prozentpunkte. Hier waren etwas mehr Menschen arbeitslos als vor Jahresfrist. Demgegenüber verbesserte sich der Arbeitsmarkt in der Region Kaufbeuren. Das Vorjahresergebnis von 3,7 Prozent wurde um 0,2 Prozentpunkte unterschritten.

Grundsicherung

Seit Einführung der sozialen Grundsicherung („Hartz IV“) werden arbeitslose Menschen von der Agentur für Arbeit und in den Jobcentern betreut. Im Vergleich zum Vormonat waren in beiden Bereichen weniger Menschen ohne Beschäftigung. Die Agentur für Arbeit betreute im Oktober 5 172 Menschen, gut 600 weniger als noch im September. Auf Seiten der Jobcenter fiel der Rückgang mit einem Minus von 355 Kräften geringer aus. Ein anderes Bild zeigt der Vergleich mit den Daten des Vorjahres. Im Oktober dieses Jahres waren im Bereich der Agentur für Arbeit 360 Frauen und Männer weniger gemeldet als vor einem Jahr. Demgegenüber gingen in den Jobcentern die Vergleichswerte nach oben. Hier lag der Zuwachs bei knapp 280 arbeitslosen Personen. Die sieben Jobcenter im Agenturbezirk waren aktuell für knapp 4 700 arbeitslose Frauen und Männer zuständig. Bei den Jobcentern hat vor allem die Zahl der zu betreuenden Ausländer deutlich zugenommen. Die Jobcenter sind auch für Flüchtlinge zuständig, die das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) als Asylberechtigte oder mit einem vergleichbaren Status anerkannt hat. Ein erheblicher Teil der Bezieher von „Hartz IV“-Leistungen ist im Übrigen nicht arbeitslos. Diese Menschen betreuen kleine Kinder, pflegen Angehörige, befinden sich in einer Ausbildung oder sind mindestens 15 Wochenstunden erwerbstätig.

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