Kaiserliche Handschrift

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Bundesminister Dr. Gerd Müller (rechts) überreichte dem ehemaligen Aufsichtsratsvoritzenden Gebhard Kaiser ein Gingko-Bäumchen.

Oberallgäu - Der ehemalige Landrat des Oberallgäus, Gebhard Kaiser, ist als Aufsichtsratsvorsitzender der Allgäu GmbH ausgeschieden. 19 Jahre lang war Kaiser „Lenker und Vordenker“ für die Entwicklung des Allgäus. Die Allgäu Initaitiv Konferenz wählte den Landrat des Unterallgäus, Hans-Joachim Weirather, zum neuen Aufsichtsratsvorsitzenden.

Seine Stellvertreter sind für den Bereich der Politik der Kaufbeurer Oberbürgermeister Stefan Bosse sowie Landrat Anton Klotz (Oberallgäu), für den Bereich Tourismus der Vorsitzende des Tourismusverbandes Allgäu/Bayerisch-Schwaben Klaus Holetschek und für den Bereich Wirtschaft der Vorsitzende der IHK-Regionalversammlung Kempten/ Oberallgäu Markus Brehm.

In seinem Rückblick erinnerte Gebhard Kaiser an Meilensteine in seiner Amtszeit wie zum Beispiel der Beitritt der Stadt Memmingen und Bad Wörishofen sowie des Landkreises Unterallgäu; die Stärkung der Allgäuer Hochschule in Kempten; die Hightech-Offensive; die Entwicklung des Tourismus mit neuen Angeboten wie der Gesundheitsregion Allgäu und des Kneipplandes; der Ausbau der Verkehrsinfrastruktur A7 / B19 und der Allgäu Airport.

„Das Allgäu ist heute eine der erfolgreichsten ländlichen Wirtschaftsregionen Deutschlands mit hoher Umwelt- und Lebensqualität“, stellte Kaiser mit Stolz fest. Es bestehe ein großes Interesse, Partner dieser Marke zu werden. Er appellierte an Politik, Wirtschaft und Bürger sich auf diesen Erfolgen nicht auszuruhen, sondern auch weiterhin gemeinsam neue Zukunftsprojekte in die Hand zu nehmen.

Der neue Aufsichtsratsvorsitzende dankte Gebhard Kaiser für dessen unermüdlichen und konsequenten Einsatz für das Allgäu. Er habe bereits bei der Gründung der Allgäu Initiative (Vorgängerorganisation der Allgäu GmbH) im Oktober 1995 eine herausragende Rolle gespielt. Obwohl Kaiser „nur stellvertretender“ Landrat des Oberallgäus gewesen sei, sei er einstimmig zum Vorsitzenden gewählt worden.

Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft haben damals die sogenannte „Allgäuer Erklärung“ verabschiedet, welche für das Allgäu ein gemeinsames Denken und Handeln für den Wirtschaftsstandort forderte.

Das Zusammenwirken habe sich im Lauf der Zeit ständig verbessert. So sei aus der anfangs relativ losen Zusammenarbeit in der Allgäu Initiative eine Allgäu GmbH mit klaren Strukturen entstanden, in welcher Tourismus, Marke und Standort unter einen Dach vereinigt worden sind, um die Marke Allgäu effizienter voranzubringen und vermarkten zu können. Daraus sei eine starke regionale Identität entstanden, um die uns andere Regionen beneiden würden. Dies sei ein Zeichen dafür, dass das Kirchturmdenken der Vergangenheit angehöre. So sei von Kaiser auch die Zusammenarbeit mit den österreichischen Nachbarn in Tirol und Außerfern vertieft worden, welche Sitze in der Allgäu Initiativ Konferenz haben. Mit dem württembergischen Allgäu habe er es sogar noch geschafft, dass sie wie die bayerischen Landkreise in der Allgäu GmbH vertreten sind und diese mitfinanzieren.

„Die Marke Allgäu ist als erste Regionenmarke in Deutschland nicht nur eine Herkunftsmarke“, betonte Weirather, „sondern steht für Qualität und Nachhaltigkeit.“ Dies sei nur durch Kaisers „große Integrations- und Durchsetzungskraft“ möglich gewesen.

Der Bundesminister für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Dr. Gerd Müller, langjähriger politischer Weggefährte Kaisers, bestätigte die positive Entwicklung des Allgäus. Das Allgäu sei in Tourismus und Wirtschaft zu einer großen Marke in Deutschland und Europa geworden und gehöre zu den besten Arbeitsmarktregionen in Deutschland. „Wir sind die größte Gesundheitsregion in Deutschland mit den meisten Luftkurorten und herausragenden Reha-Kliniken.“ Die Allgäu GmbH sei beispielhaft für andere Regionen. Gebhard Kaiser sei als langjähriger Aufsichtsratsvorsitzender „stets ein großer Vordenker“ gewesen.

Hans Ehrenfeld

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