Mit Arla gut gefahren

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Beim Milchpreis liegen die Lieferanten der Allgäuer Bergbauernmilch eG „im Vorderfeld“, meint Vorstandsvorsitzender Hubert Rupp.

Oberallgäu - Ein „anstrengendes Jahr“ liege hinter der neuen Allgäuer Bergbauernmilch EG. Doch Vorstandsvorsitzender Hubert Rupp meinte bei der Mitgliederversammlung auch „es war immer was los“.

Für die Vorstandschaft und den Aufsichtsrat galt es die „Altlasten“ der früheren Allgäuland-Käsereien zu bearbeiten, um die Strukturen für eine schlagkräftige, starke Liefergenossenschaft zu schaffen, so Rupp in Thalkirchdorf vor knapp 200 Mitgliedern. Und die zeigten sich zufrieden mit dem Milchpreis, der mit Arla Foods ausgehandelt wurde. Die Bergbauernmilch-Zentrale soll im Herbst von Wangen nach Sonthofen umziehen. 

„Das Ergebnis ist gut“, meinte Hubert Rupp. Arla Foods zahle seinen Milchlieferanten einen Preis, der sich über dem Bayern-Durchschnitt und dem der regionalen Mitbewerber bewege. „Damit sind wir nicht die Schlechtesten“, umschrieb Rupp die Tatsache, dass Bergbauern-Mitglieder offenbar „im Vorderfeld“ der Erlöstabelle liege. Unterm Strich konnte die Bergbauernmilch eG im Vorjahr ein positives Betriebsergebnis einfahren.

„Es gibt niemanden, der von uns Geld bekommen könnte“, so Rupp in seinem Rechenschaftsbericht. Allerdings „kämpfe“ die Vorstandschaft und der Aufsichtsrat weiter um eine Lösung beim endgültigen Schlussstrich unter die Abwicklung der Verflechtunmgen mit der früheren Dach-Genossenschaft Allgäuland-Käsereien. Dazu soll eine außerordentliche Hauptversammlung die erforderlichen Satzungsänderungen beschließen. Mit Ernst Schwarz aus Missen regte ein Genosse an, bei der nächsten Verhandlungsrunde „das rare Produkt Heumilch“ besser zu bewerten. Angesicht des Mehraufwandes, den die Heumilcherzeuger hätten – etwa mit höherem Energieeinsatz – müsse man die Heumilch auch besser bezahlen. 2,5 Cent Zuschlag je Liter Heumilch decke die Kosten nicht mehr ab. Anke Herlin, bei Arla Foods Deutschland zuständig für den Bereich Landwirtschaft, deutete an, dass diese Frage im Herbst bei den jährlichen Neuverhandlungen Thema sein könne. Arla wolle auf dem deutschen Markt weiter expandieren und vor allem die Bio-Schiene mit eigener Marke ausbauen, so Anke Herlin weiter. Die Bergbauern-Käsespezialitäten sollen ebenfalls weiterentwicklet werden. Der Konzern werde seine Strukturen straffen und seine „Arla Kultur“ als Unternehmenphilosophie etablieren. „Die Mitglieder-Demokratie ist uns erorm wichtig.“ Im Herbst soll die Zentrale der früheren Allgäuland-Käsereien von Wangen nach Sonthofen verlagert werden. Das Produkt Rohmilch soll der Arla-Stategie zufolge „eine Wertsteigerung“ erfahren. Dazu laufe jetzt das Qualitätssicherungsprogramm „Arlagarden“ an. Dabei wird jeder der 464 Lieferbetriebe von einer Kontrollgruppe besucht und eine Art Pflichtenheft festgeschrieben. 

Aber die meisten der Lieferanten seien dabei ohnehin auf dem richtigen Weg, zerstreute Herlin die Befürchtungen vor neuen Auflagen. Der Konzern biete dabei selbstredend seine Unterstützung an, ergänzte Anke Herlin. Durchgesetzt hat Arla inzwischen, dass die Enthornung der Kälber nur unter Betäubung durchgeführt werden darf. Ein „großes Missverständnis“ sei wohl die Bekämpfungsaktion bei der Rinder-Tuberkulose, so Rupp, der selbst Mitglied der Expertenrunde war. Hoffnung gebe die neue Handhabung der Untersuchungen. Bei Arla stehe der Verbraucherschutz im Vordergrund, sagte Anke Herlin. Eine eigene Milchuntersuchung hinsichtlich TBC gebe es bei Arla dazu nicht; allerdings wird die Milch über die „Sondererfassung“ verarbeitet. „Auch für uns ein großer Verlust!“ Bei der Wahl zum Vorstandsvorsitzenden wurde Hubert Rupp mit 182 von 185 Stimmen wiedergewählt.

Josef Gutsmiedl

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