Spendenrekord zum Jubiläum

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Pfarrer Karl-Bert Matthias (links) zelebrierte die Allgäuer Cäcilienmesse; die Staufner Jodler und andere Musikgruppen umrahmten die Messe in Bad Hindelang.

Bad Hindelang - Was vor zehn Jahren aus einer spontanen Idee heraus entstand, konnte heuer ein kleines Jubiläum feiern. In der Pfarrkirche St. Johann Baptist in Bad Hindelang wurde bei der 10. Allgäuer Cäcilienmesse gefeiert, traditionell mitgestaltet und umrahmt von Allgäuer Gesangs- und Musikgruppen.

Das Benefizkonzert zum Jubiläum erbrachte heuer eine Rekordspendensumme von mehr als 6600 Euro zugunsten des Allgäuer Hilfsfonds AHF. Einen „Volltreffer“ landeten damals die Vertreter des Euregio-Musikfestivals und der Interessengemeinschaft Tracht im Oberallgäu. Zunächst war die Rede von einer „Jodlermesse“, die zu Ehren der Schutzpatronin aller Musikanten, der Heiligen Cäcilia, als Abschluss der Konzertreihe gefeiert werden sollte. Mit Euregio-Projektleiter Simon Gehring und Siegfried Bellot, damals Vorsitzender der IG Tracht, hatte sich zwei leidenschaftliche „Macher“ gefunden – die Allgäuer Cäcilienmesse war geboren und erlebte ihre Premiere in der Pfarrkirche in Bad Hindelang. 

Sofort zeigte sich auch Pfarrer Karl-Bert Matthias – selbst aktiver Sänger und Jodler – begeistert von der Bereicherung durch die Cäcilienmesse. Wer Gott in Gesang und Musik lobe, bete zweimal, vergisst Pfarrer Karl-Bert Matthias in keiner seiner Predigten bei der Cäciliemesse zu erwähnen. Inzwischen gehört die Allgäuer Cäcilienmesse längst zu den „Klassikern“ im Veranstaltungsreigen der Euregio-via-salina, und beschließt auf festliche Weise am Christkönigsfest das Kirchenjahr in Bad Hindelang. 

Vier oder fünf Musik- und Gesangsgruppen aus dem Gebiet der Euregio-via-salina begleiten jedes Jahr den Festgottesdienst und geben im Anschluss an die Messe ein kleines Benefizkonzert. Der Erlös wird in vollem Umfang dem Allgäuer Hilfsfonds gespendet. In den zehn Jahren ihres Bestehens wurden so mit der Cäcilienmesse mehr als 37000 Euro „eingespielt“. 

Dank zweier großzügiger Spenden konnte vor einigen Jahren auch eine geschnitzte Figur der Hl. Cäcilia in der Kirche geweiht werden, die seitdem alle Cäcilienmessen „beobachtet“. Überlegungen, die Cäcilienmesse auch an anderen Orte zu feiern, wurden bald verworfen, zumal sich das gute Miteinander von Pfarrer, Pfarrgemeinde, IG Tracht und Eurgio als „unschlagbar“ erwiesen hatte. Jahr für Jahr gelingt es Sigfried Bellot von der IG Tracht die richtige Mischung der Musik- und Gesangsgruppen zu finden, die die Allgäuer Cäcilienmesse begleiten und mit einem kurzen Benefizkonzert bereichern. 

Fast 40 Gruppen haben seit 2004 mitgemacht – und auf jede Gage verzichtet. „Da brauchte ich nie lange zu betteln“, berichtet Sigi Bellot. „Überall auf der Welt gibt es Menschen, die unverschuldet in Not geraten sind und auf die Unterstützung anderer Menschen hoffen – auch hier bei uns im Allgäu“, sagte der Vorsitzende des Allgäuer Hilfsfonds, Landrat Gebhard Kaiser, zum Ausklang der diesjährigen Cäcilienmesse. „Mit ihren Spenden ermöglichen sie dem Allgäuer Hilfsfonds, Menschen im Allgäu zu unterstützen. Wir können und wollen keine staatlichen Hilfen und Leistungen ersetzen. Aber wir wollen Menschen helfen, aus schwierigen Situationen heraus wieder auf eigene Füße zu kommen.“

Josef Gutsmiedl

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