"Allgäuerleben" fürs Schloss

Die Stadt Immenstadt hat Ende vergangenen Jahres das Schloss am Marienplatz verkauft. Auch wenn sich der Stadtrat kürzlich in einem ebenso umstrittenen wie knappen 13:12-Beschluss für den Erhalt des Hofgartens als Veranstaltungshalle entschieden hat, ohne die Alternative am Marienplatz genauer zu prüfen – Privatinvestor Peter Seitz hält weiter fest an seinem Konzept für das Stadtschloss Immenstadt. Der neue „Schloss-Herr“ stellt sich den Fragen – er will informieren und diskutieren. Sein Angebot stehe nach wie vor. Deshalb stellt er am Freitag, 30. April, um 17 Uhr, Sonntag, 2. Mai, um 14 und 17 Uhr sowie Dienstag, 4. Mai, um 20 Uhr der Öffentlichkeit im Prunksaal sein Baukonzept und die Idee vom „allgäuerleben“ im Schloss vor.

„Ich sehe einfach das ungeheure Potential für Immenstadt, das in diesem Gebäude und in diesem Standort steckt“, erklärt der 50jährige Allgäuer. Beleidigter Rückzug sei nicht seine Art. „Gut Ding will manchmal Weile haben“, zeigt sich der gebürtige Immenstädter Seitz nach der Stadtratsentscheidung zwar enttäuscht, aber keineswegs entmutigt. Ganz im Gegenteil. Jetzt legt er sich erst recht ins Zeug für seine Pläne. „Weil ich davon überzeugt bin, dass hier eine riesige Chance für Immenstadt steckt“, will er nicht einfach aufgeben. Ein Kämpfer also? „Nein“, widerspricht Seitz entschieden. Er werde nicht kämpfen, er werde nicht betteln. „Überzeugen“ sei seine Devise. Mit „bestechenden Argumenten und der nötigen Leidenschaft“ in sachlichen und konstruktiven Gesprächen überzeugen - „das ist mein Stil!“ Und den scheinen sich die Bürger auch zu wünschen. Sie forderten unmittelbar nach der Stadtratssitzung am 15. April und auch bei der Informationsveranstaltung im Hofgarten am 21. April von den Vertretern der Stadt immer wieder die Möglichkeit, sich selbst ein umfassendes Bild von den Schloss-Plänen machen zu können, ehe eine Entscheidung getroffen würde. Und beklagten vehement das fehlende Mitspracherecht und die nicht hinreichend geprüfte Alternative zum Veranstaltungsraum Hofgarten. „Es herrschte offenbar die Angst, ein „Ja“ zum Schloss würde automatisch ein „Nein“ zum Hofgarten bedeuten“, meint Seitz. Anders könne er sich nicht erklären, weswegen seinem Konzept einerseits allseits große Anerkennung gezollt wurde und es andererseits aber aus „Treue zum bestehenden Hofgarten“ abgelehnt wurde. Ein Widerspruch, der sich jetzt auch im Flugblatt „ProHofgarten Immenstadt“ widerspiegelt. „Damit werden Ängste geschürt, keine sachlichen Informationen verkauft“, schüttelt Seitz den Kopf. Weichenstellung Sein Weg ist ein anderer: Bei weiteren Informationsabenden im Schlosssaal will er seine Vorschläge und Modelle nochmals öffentlich vorstellen und diskutieren. „Und das nicht etwa aus Trotz gegenüber der Stadtratsentscheidung“, respektiert Seitz den Beschluss der Räte, „sondern um allen Bürgern die Möglichkeit zu geben, sich selbst ein umfassendes Bild zu machen und die eigenen Argumente und Beweggründe neuerlich zu überdenken.“ Schließlich gehe es hier um eine wichtige Weichenstellung für die Stadt. „Da dürfen Entscheidungen auch durchaus zweimal überdacht werden, zumal wenn sie so früh, eilig und knapp getroffen wurden.“ Und bei nüchterner Betrachtung in aller Ruhe, davon ist Seitz freilich überzeugt, könne man seinem großen Konzept fürs Stadtschloss nur zustimmen. Nicht nur, weil es unterm Strich wesentlich günstiger sei als die Sanierung des Hofgartens, sondern weil man für deutlich weniger Geld auch noch sehr viel mehr geboten bekommen. Einschließlich der flexibel und variabel gestaltbaren Veranstaltungshalle mit bis zu 1000 möglichen Sitzplätzen soll im Schloss bis zu 3000 Quadratmeter Nutzfläche entstehen: Ein modernes Tourismusbüro mit Informationszentrum im Herzen des Erdgeschosses, Gewerbe- und Präsentationsflächen, Multifunktionsräume, der historische Prunksaal im Obergeschoss, öffentliche Toiletten, großzügige Backstage-Bereiche für Künstler und Veranstalter, möglicherweise Ausbau des historischen Dachgeschosses zu vielseitigen Zwecken. Das umfassende Konzept der „Stadtschloss Immenstadt GmbH und Co.KG“ reicht weit über die Sanierung von Bausubstanz, Fassadengestaltung und Brandschutzsicherung hinaus. „Ich möchte das Gebäude nicht nur erhalten und sichern“, verweist Seitz auf seine Vorstellung von „allgäuerleben“ im Schloss. Er möchte Raum schaffen, in dem sich Einzelhändler, Dienstleister, Gastronomen, Vereine oder Künstler präsentieren und voneinander profitieren können. Er will Anziehungspunkte und Treffpunkte schaffen. Regional, neutral, branchenübergreifend, witterungsunabhängig, vernetzt und kostengünstig. Zugkraft „Genau das fehlt im Herzen der Stadt“, meint Seitz. Das Schloss könne einen Bedarf decken, den der Hofgarten auch nach einer Sanierung niemals leisten könnte. „Dort trifft man sich nur zu Veranstaltungen, hier aber wäre immer Leben“, nennt er immer wieder gerne sein Bild vom „Hänger und Zugwagen“. Während der reine Veranstaltungsraum Hofgarten nur durch Kraft von außen bewegt werden könne, würde das Schloss mit seinem ganzheitlichen Nutzungskonzept sehr bald Eigendynamik und eine Zugkraft entwickeln, die auf die ganze Stadt und darüber hinaus ausstrahlen wird. „Eine einmalige Chance, die es wirklich wert ist, ernsthaft und fern aller Parteiinteressen betrachtet zu werden“, will sich Seitz gerne weiter auf konstruktive Diskussionen und Gespräche einlassen. Umso mehr, als sein Konzept nicht nur vielseitiger, sondern eben auch günstiger sei als die Alternative Hofgarten. Zwischen 130000 und 180 000 Euro, so hat die Stadt ausgerechnet, könne Immenstadt jährlich einsparen. Und darüber hinaus gibt es mit der vielseitig nutzbaren Veranstaltungshalle noch die eine oder andere Zusatzleistung geschenkt: Endlich eine Winterlösung für den Wochenmarkt, einen flexiblen Rahmen für Schulabschlussfeiern, Tanz- und veranstaltungen, Messen oder Ausstellungen. „Mein Konzept ist für die Stadt und damit für jeden Bürger günstiger, besser und nachhaltiger“, ist Seitz überzeugt, „das muss man doch bei seiner Entscheidung berücksichtigen. Notfalls auch nachträglich.“ Die Informationsveranstaltungen finden am Freitag, 30. April, um 17 Uhr; Sonntag, 2. Mai, um 14 und 17 Uhr sowie Dienstag, 4. Mai, um 20 Uhr im Prunksaal des Schlosses statt. Gleichzeitig gibt es im Foyer des Schlosses eine Ausstellung zur baulichen und betrieblichen Konzeption.

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