Die Region als Impulsgeber

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Mit Verena Fleischer (von links) und Ulrich Gräf von der AllgäuPflege diskutierte Bundesminister Gerd Müller über aktuelle Entwicklungen bei der Pflege und Betreuung.

Immenstadt - Die AllgäuSchau und das Allgäu sind ein Erfolgsmodell. Dieses Fazit zogen Politiker bei der Eröffnung der jüngsten AllgäuSchau in Immenstadt. Dennoch: geschenkt gibt es den Erfolg nicht.

Der Oberallgäuer Landrat, Toni Klotz, bezeichnete die traditionelle Publikumsmesse als „Impulsgeber für Gewerbe und Handel, Dienstleister und Verbraucher“. Wie die AllgäuSchau Informationsplattform für die Allgäuer Wirtschaft sei, gelte das Allgäu weithin als eine Ideenschmiede, die die Region in eine Vorreiterrolle bringe, so Klotz. „Das befähigt uns, das Allgäu in Bayern und Deutschland als herausragende Region anzusehen.“

Ausruhen könne man sich auf diesen Erfolgen allerdings nicht. Vor allem die demografische Entwicklung mit ihren vielfältigen Folgen sei eine Herausforderung, der sich alle politischen Kräfte verschreiben müssten. „Wir stehen vor einer drastischen Alterungsverschiebung“, brachte der Landrat das Szenario auf den Punkt. Der Wettbewerb um qualifizierten Berufsnachwuchs, um die „klugen Köpfe“, sei längst im Gange und werde sich weiter verschärfen. Unter dem Motto „Bildungsregion Allgäu“ müsse alles getan werden, damit kein junger Mensch auf der Stecke bleibe.

Nicht zufrieden geben dürfe sich das Allgäu beim Thema Verkehrs-Infrastruktur, appellierte Anton Klotz weiter. Selbst wenn etwa beim Straßenbau schon viel erreicht worden sei, der Ausbau guter Bahnverbindungen hinke hinterher. Klotz forderte Qualitätsverbesserungen: es könne nicht angehen, dass „im Diesel-Loch Allgäu“ Zugmaterial aus den 1960er und 70er Jahren eingesetzt werde. Ebenso Dampf machen müsse man beim Ausbau der Internet-Anbindung, „der Infrastruktur ses 21. Jahrhunderts“, so Klotz.

Der Schirmherr der diesjährigen AllgäuSchau in Immenstadt, der Allgäuer Bundestagsabgeordnete und Bundes-Entwicklungsminister Dr. Gerd Müller, nahm die Vorlage des Landrats an und ergänzte: „Es ist Aufgabe von Politik und Gesellschaft, die Rahmenbedingungen zu schaffen und die Zukunft aus der Sicht der Jugend zu gestalten.“ Es gelte Verantwortung zu übernehmen im Kleinen wie im Großen, auch über den Landkreis hinaus. „Wir sind alle in einem Boot“, sagte Müller mit Blick auf globale Zusammenhänge.

Der Messerundgang widmete sich dann auch den aufgegriffenen Themenbereichen. Unter Führung von Messe-Veranstalter Eberhard Fetzer machte der Politiker-Pulk unter anderem Station bei der Allgäuer Bergwacht, den Oberallgäuer Weltläden, Pflege-Dienstleistern der Region – und nicht zuletzt auch im Tierzelt.

Vor allem der erste Messetag und der Sonntag, als Abschlusstag der AllgäuSchau 2014 waren gut besucht, wie Eberhard Fetzer nach Torschluss am Sonntagabend feststellen konnte. Viele Oberallgäuer familien hatten den Messebesuch ins Ausflugsprogramm eingebaut.

Josef Gutsmiedl

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