Sonthofen: Internationale Katastrophenschutzübung "Alpine 2016"

Nur die Übung macht's

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Deutsche THW-Kräfte und WK-Rettungssanitäter aus Südtirol retten einen Verschütteten.

Sonthofen – Mit der „Alpine 2016“ übten Teilnehmer multinationaler Hilfsorganisationen in Sonthofen erstmals den Ernstfall des internationalen Katastrophenschutz­einsatzes auf Grundlage des „EU-Mechanismus“. Die Europäische Union hat mit diesem Abkommen ein internationales Hilfeleistungssystem mit einer verstärkten Zusammenarbeit im Falle von Katastrophen entwickelt.

Die Übung „Alpine 2016“ mit 250 Übungsteilnehmern wurde vom Ortsbeauftragten des Technischen Hilfswerkes (THW) Sonthofen, Robert Denz, vorbereitet und mit seinem Leitungsteam (130 Personen) souverän durchgeführt.

Was war passiert?

Schwere Gewitter und verheerende Tornados hatten die fiktive Region „Obogdan“ schwer verwüstet: große Teile der Infrastruktur wurden zerstört, Gebäude waren eingestürzt und Menschen wurden verschüttet, 200 000 Menschen waren von dieser Großschadenlage betroffen. Deshalb aktivierte die fiktive Republik Tukastan den EU-Mechanismus mit der Folge, dass 120 Katastrophenschutzkräfte aus Österreich, Italien und Deutschland in das Katastrophengebiet entsandt wurden: Rettungsdienste aus Österreich (Arbeiter-Samariter-Bund Österreichs, ASBÖ) und Italien (Landesrettungsverein Weißes Kreuz, WK; Associazione Nazionale Pubbliche Assistenze, ANPAS) und aus Deutschland das Technische Hilfswerk. Vier EU-Experten sollten mit einsatz­erfahrenen Katastrophenschützern in einem Land mit russischer Muttersprache die Hilfeleistung in der Amtssprache Englisch meistern – Eine nicht ganz unbedeutende Hürde.

Der Bereitstellungsraum der Einsatzkräfte war für alle Sont­hofer gut sichtbar auf dem Marktanger eingerichtet worden.

Das „Einsatzgebiet“ wiederum befand sich in der Sonthofer Jägerkaserne. Dort hatte der Leiter der Selbstschutzausbildungsanlage Herbert Zatloukal ein Gebäude in Zusammenarbeit mit der Übungsleitung lagebezogen präpariert: Trümmerkegel neben dem Gebäude mit darunter verschütteten Personen, Gasexplosionen, Brände und verqualmte Gebäude, Wasserrohrbrüche, umgestürzte Autos, täuschend echt geschminkte Verletzte, überall Hilferufe – das Übungsszenario hatte es in sich. Um ein rasches und effizientes Handeln der Hilfskräfte sicherzustellen, mussten die die Leiter der örtlichen Einsatzkräfte permanent die Einsatzerfordernisse miteinander abstimmen und die Aufgaben koordinieren.

Die Helfer waren aber auch außerhalb der Kaserne gefordert. So mussten sie nach ihrer Anreise und einem mehrstündigen Grenzübertrittsprocedere noch spätabends im Wald des Standortübungsplatzes vermisste Kinder suchen. Am zweiten Übungstag waren 250 Schulkinder zu verpflegen und nach einem Erdrutsch bei Beilenberg um Mitternacht noch zwei verschüttete Fahrzeuge zu sichern und die Insassen zu retten. Der Leiter der Übung, Ro bert Denz, war sehr zufrieden. „Es läuft alles super!“ Ganz am Anfang habe es etwas Probleme mit der Sprache und in der Zusammenarbeit gegeben, „aber solche Übungen sind ja zum Lernen da.“ Er lobte die beteiligten Organisationen für ihren großartigen Einsatz und sein Leitungsteam mitsamt den Rollenspielern für die reibungslose und eindrucksvolle Übungsdurchführung.

Der Oberallgäuer Landrat Anton Klotz, der früher Ortsbeauftragter des THW in Kempten war, äußerte sich sehr positiv über die Übung „Alpine 2016“. Im Rahmen des Klimawandels könne es auch bei uns einmal Tornados geben, bei denen wir dann über eine rasche grenzübergreifende Hilfe dankbar wären. Die Übung zeige, wie hilfreich eine internationale Unterstützung und wie wichtig das gemeinsame Üben sei.

Internationale Katastrophenschutzübung "Alpine 2016" in Sonthofen

Hans Ehrenfeld

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