Alpwege helfen der Alpwirtschaft

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JOSEF GUTSMIEDL, Bad Hindelang - Im vergangenen Jahr schloss das Amt für Ländliche Entwicklung Schwaben in Hintersteiner Tal bei Bad Hindelang im Oberallgäu mehrere Wegebaumaßnahmen ab. Bei einer Informationsfahrt besichtigten der Allgäuer Landtagsabgeordneten Eberhard Rotter und der stellvertretende Obmann des Oberallgäuer Bauernverbandes, Josef Zengerle, die neuen Alpwege, die für die Bewirtschaftung großer Alpflächen und mehrerer Alpgebäude wesentlich sind. Der Präsident des Amtes für Ländliche Entwicklung Schwaben, Dipl.-Ing. Johannes Huber, stellte bei der Informationsfahrt im Hintersteiner Tal fest, dass „der Alpwegebau eine Grundvoraussetzung dafür ist, dass die Berglandwirtschaft ihre landeskulturelle Leistung erbringen kann". „Die Berglandwirtschaft ist es, die die bei Einheimischen und Urlaubern so geschätzte einzigartige Kulturlandschaft im Alpenraum pflegt und sichert." Mehrere Wegebaumaßnahmen im Hintersteiner Tal unter der Regie des Amtes für Ländliche Entwicklung Schwaben wurden in vergangenen Jahr bereits abgeschlossen und haben ihre „Bewährungsprobe" in dieser Alpsaison schon erfüllt. Dabei, so erläuterte Dipl.-Ing. Anton Lecheler vom Amt für Ländliche Entwicklung, wurden im wesentlichen bereits bestehende Fuß- und Fahrwege genutzt und bedarfsgerecht ausgebaut. Lecheler betreut seit dem Jahr 2003 die Alpwege-Projekte des Amtes von der Antragstellung über die Planung und Bauausführung bis zum Abschluss und der Finanzierung. Ein bestehender Fahrweg von gut einem Kilometer Länge führt von der Pointhütte am Ende der Talstraße bis ans Talende. Dieser Weg wurde in Kiesbauweise in 2,5 Metern Breite ausgelegt und erschließt über einen weiteren Fußweg die Alpe Schönberg. Zwei weitere Alpen - die Feldalpe und die Ochsenalpe - wurden mit einem 1,5 Meter breiten und mehr als 3,5 Kilometer langen befestigten Viehtrieb besser erschlossen. Diese Strecke kann jetzt auch mit speziellen Fahrzeugen befahren werden und überwindet einen Höhenunterschied von rund 400 Metern. „Das trägt erheblich zur Erleichterung der Bewirtschaftung der hoch liegenden Alpflächen bei", unterstrich Anton Lecheler bei der Besichtigung der neuen Wege. Zudem dienen die Wege auch als Verbindung zu den hochalpinen Wanderzielen am Talende. „Hoch zufrieden" mit den abgeschlossenen Erschließungsmaßnahmen zeigte sich Leonhard Bellot, der Oberalpmeister der Hintersteiner Galtalpen. Die Bewirtschaftung der Alpen sei wesentlich erleichtert worden. Auch Bad Hindelangs Bürgermeister Adalbert Martin lobte die bedarfsgerechte Verbesserungen für die Alpwirtschaft im Hintersteiner Tal. Die jüngsten Baumaßnahmen versteht er als Teil der Rahmenbedingungen für den Bestand der Alpwirtschaft, auf deren Leistungen die Gemeinde schon wegen des Tourismus angewiesen sei. Die beiden jüngsten Maßnahmen im Hintersteiner Tal kosteten rund 210 000 Euro, wobei der Anteil der Förderung durch die EU und den Freistaat Bayern 70 Prozent betrugen. Der Eigenanteil der Kommune und der Alpwegeverband lag bei mehr als 60000 Euro. „Ohne die gute Förderung durch Land und EU wären diese Erschließungsarbeiten nicht zu finanzieren", stellte Eberhard Rotter fest. In den Jahren 2003 bis 2005 wurden in zahlreiche Alpwegeverbesserungen in Hintersteiner Tal rund 1,17 Millionen Euro investiert - bei Fördermittel in Höhe von mehr als 800000 Euro. Schon vorher waren die Wege zu den Alpen Erzberg und Spicher verbessert worden. Insgesamt zwölf Brücken wurden saniert oder neu gebaut, die Erreichbarkeit der Alpgebäude dauerhaft zu sichern. Nächstes Projekt wird die Sanierung der Talstraße sein.

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