Der Maler von Burgberg

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„Der Maler von Burgberg“  vermachte dem Gesundheitszentrum Immenstadt GZI „einen Heimhofer“. Ingrid und Arnulf Heimhofer (Bildmitte) übergaben das Werk an den Aufsichtsratsvorsitzenden der Kliniken, Gebhard Kaiser  (2. von rechts); rechts Alfons Zeller von der Kulturgemeinschaft Oberallgäu, links Landrat Anton Klotz und Gunther le Maire.

Immenstadt – Mit Arnulf Heimhofer feierte einer der markantesten Maler des Oberallgäus vor Kurzem seinen 85. Geburtstag. Im Gesundheitszentrum Immenstadt GZI wurden Heimhofer und sein langjähriges Schaffen gewürdigt; eine Ausstellung im GZI zeigt großformatige Heimhofer-Werke der letzten beiden Jahrzehnte.

Die 13. Kunstausstellung im GZI „gehört“ mit Arnulf Heimhofer einem der rommiertesten Künstler des Allgäus. Auf vier Etagen präsentiert Heimhofer sein Schaffen mit zahlreichen großformatigen typischen Werken.

In seiner Laudatio anlässlich der Ausstellungseröffnung und zum 85. Geburtstag Arnulf Heimhofers brachte es der Aufsichtsratsvorsitzende des Klinikverbundes Kempten-Oberallgäu, Gebhard Kaiser, mit einem Zitat von Adolph Kolping auf den Punkt: „Die Tüchtigkeit wird nicht spielend erworben; sie ist die Frucht ernster und anhaltender Anstrengungen, Entbehrungen und guter Gewohnheit.“ Diese ständige Anstrengung „aus Nichts etwas zu schaffen“, so Kaiser, spüre man in Heimhofers Werken. Mit 85 Jahren stehe er noch fast täglich in seinem Atelier. „Sie sind noch mitten drin in Ihrer Tätigkeit!“ sagte Kaiser.

Heimhofer habe seine „Spuren“ im Allgäu in vielfältiger Weise hinterlassen: in vielen Wandmalereien und Fresken, etwa am Hofgarten in Immenstadt oder im Festsaal in Buchenberg und den imposanten Deckenfresken in der Stadtpfarrkirche in Sonthofen und nicht zuletzt in der Kirche in Burgberg. Er war aber ebenso weit über das Allgäu hinaus tätig, wie Kaiser in Erinnerung rief. Als Dozent an der Volkshochschule und Gründer eines Malkreises habe Heimhofer viele Kursteilnehmer zu „anerkannten Künstlern“ aus- und weitergebildet.

Und wenn das Geschlecht der Heimenhofen seinen Adel vor 400 Jahren eingebüßt hätte, berichtete Gebhard Kaiser weiter, weil Kleinhans von Heimenhofen eine Leibeigene heiratete, habe er, Arnulf Heimhofer, das „von“ als Künstler wiedergewonnen – als „der große Maler von Burgberg“.

„Du brennst für Deine Kunst“, beschrieb Alfons Zeller, Vorsitzender der Kulturgemeinschaft Oberallgäu und als Burgberger fast Nachbar des Jubilars, die Quelle der Schaffenskraft des Künstlers Heimhofer. „Du hast entflammt und viele Feuer gelegt...“ Mit Blick auf die mitunter recht hemdsärmelig arrangierten Rahmungen, die Heimhofer seinen Bildern zumute, berief sich Zeller auf eine Äußerung des Künstlers: „Auf‘s Bild kommt‘s an, nicht auf den Rahmen.“

In seiner Würdigung kam auch Gunther le Maire auf die „ständige Anstrengung“ des Künstlers zu sprechen: die Vielfachübermalung, das Suchen nach der richtigen Bildstruktur und der richtigen Farbkomposition. „Seine brillanten Gemälde sind ganz selten stürmische Musenküsse, sondern eher ein langer, hartnäckiger Zweikampf mit sich selbst, bis die ständige Unzufriedenheit mit dem bis-dato-Malergebnis überwunden ist.“

Die Motivwahl sei Heimhofer seit langem Nebensache. „Ihm ist egal was zu sehen ist.“ Das Motiv müsse nur ein ausgewogenes, geordnetes, formal und farblich spannendes Bild ermöglichen. „Eine Bildaussage macht Heimhofer nicht.“ Damit sei der Jubilar nicht der Einzige. Aber oftmals würden dann „irrelavante Erkennnisse“ von Außenstehenden in die Werke hineininterpretiert, so le Maires Kritik.

Le Maire: „Alle Heimhofer-Bilder sind Idealdarstellungen.“ Störendes werde ausgeklammert. Heimhofer male gegenständliche Bilder mit großer Reduzierung. Wie jeder Maler, so le Maire, male auch Heimhofer solange, bis er meine „dass das Werk rundum stimmt“.

Die aktuelle Heimhofer-Ausstellung im GZI in Immenstadt zeigt viele Stillleben, eine ganze Etage mit Frauendarstellungen, eine weitere mit Landschaften. Sie ist bis zum 29. Februar 2016 geöffnet – täglich von 8 bis 20 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Josef Gutsmiedl

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