Ausblick mit Sparkurs

Neben der schlechten Finanzsituation war ein weiteres zentrales Thema der jüngsten Bürgerversammlung in Immenstadt, das „Fitnessprogramm“, das die Kommune zukunftstauglich machen soll. Die Stadtentwicklung auf lange Sicht ist ist abhängig von der Investitionskraft, unterstrich Bürgermeister Armin Schaupp. Und hier gehe es um eine aktive Standortförderung. Gewerbeansiedlung müsse ebenso voran getrieben werden, wie die Förderung des Einzelhandels. Daneben gilt es in Zeiten knapper Kassen wichtige Sanierungsvorhaben zu stemmen: Kanalnetz, Straßen, Gebäude, Schulen.

Was die Stadtentwicklung angeht, steht die Standortförderung ganz oben auf der Liste, die es gilkt abzuarbeiten. „Immenstadt hat echte Defizite im Einzelhandel“, sagt Bürgermeister Armin Schaupp. Neue Möglichkeiten sieht er in dem Dreieck Marienplatz, Bahnhof und Hofgarten. Jeder der drei Eckpunkte sollte „eine Einzigartigkeit aufweisen“ und ein eigenes Flair entwickeln. Während er den Marienplatz als „schwierigsten Bereich“ erkennt, sieht Schaupp im Areal um den Bahnhof „einzigartige Möglichkeiten, modernes Einkaufen in die Stadt zu holen“ – sogar mit einer „Sogwirkung“ auf die Innenstadt. Dass auf dem so genannten Höss-Gelände an der Bahnhofstraße neue Handelsflächen erschlossen werden können, zeigt eine Städtebauliche Untersuchung, die Architekt Claus Kehrbaum und Harald Burkhart als Entwickler von Gewerbeobjekten der Bürgerversammlung vorstellten. Hier sehen sie einen modernen Kaufhaus-Neubau, der ohne Auflagen des Denkmalschutzes entstehen kann. Dabei denke man bewusst an moderne Formen, um einen Kontrast zur historischen Altstadt zu setzen. Wie das „Bergwelt-Center“ an der Bahnhofstraße in etwa aussehen könnte, zeigte eine kurze Computer-Simulation. Eine Tiefgarage bietet 60 Parkplätze. Im Untergeschoß, dem Erd- und Obergeschoß sind Geschäfte vorgesehen, darüber Büroflächen - und im Dachgeschoß des dreistöckigen Komlexes - ein Gastronomie-Bereich. Claus Kehrbaum spricht von einer neuen „Aufenthaltsqualität“ im Bahnhofsbereich. Eine ausgesprochene Konkurrenzsituation mit der Innenstadt sieht er nicht. Auch soll das Kaufhaus keine Insellösung sein, sondern vielmehr mit dem Bahnhofsgebäude und dem benachbarten so genannten Dobler-Areal eine Einheit bilden. Für das Projekt gebe es bereits Interessenten, „gute Namen, die nach Immenstadt kommen wollen“, deutet weiter Claus Kehrbaum an. Den zweigeschossigen Neubau stellt er sich „durchlässig“ vor, und „nachts nicht dunkel“. Der Komplex würde auch die großen Verkaufsflächen erlauben, die mehreren Untersuchungen zufolge in Immenstadt knapp sind. Auf rund 12 Millionen Euro schätzt Harald Burkhart die Kosten für das Projekt. Knapp sind allerdings auch innerstädtische und stadtnahe Gewerbeflächen. Im Süden amm Ende der B19 neu und im Norden, gegenüber dem Bosch-Gelände, wäre eine Ansiedlung vor Gewerbebetrieben möglich. Falls es hier nicht klappe, so Schaupp, stünden keine weiteren neuen Gewerbegebiete oder Erweiterungsmöglichkeiten zur Verfügung. Erste Schritte erwarte er im kommenden Jahr. Schwierig sei zudem die Rolle Immenstadts als Schulstandort, so Bürgermeister Schaupp. „Was ist in fünf Jahren? Gibt es dann eine Hauptschule im heutigen Sinn noch“, deutet er mögliche Entwicklungen an, die man kaum abschätzen könne. Er plädiert für neue Gebäude, die flexibel verändert und genutzt werden könnten. Beim Tourismus soll sich Immenstadt in Zukunft besser abheben, so Schaupps Strategie: „Es dürfen nicht alle das Gleiche machen. Das schwächt nur.“ Bühl jedenfalls soll Schwerpunkt bei der touristischen Entwicklung sein. „Klarheit und Wahrheit“ fordert Armin Schaupp bei der Zukunft der Ortsumfahrung von Bühl. Wegen der Variantenplanungen sei seit Jahrzehnten hier keine Entwicklung möglich, so Schaupp, der eine Neuplanung aller drei Trassen vorschlägt. „Und zwar so, dass jeder Bürger erkennen kann, was hier gebaut wird.“

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