Ausgebaute Gesundheitsallee

Interessiert beobachtete Ludwig Gindhart (rechts) das Einsetzen eines künstlichen Kniegelenkes durch Dr. Clemens Wittmann (links) und Dr. Markus Dangel. Fotos: Heinrich Bonert

Zahlreiche Einheimische und Gäste informierten sich beim „Tag der Offenen Tür“ in der Klinik Oberstdorf nach deren Umbau. „Mit uns mobil und gesund bleiben“ lautete das Motto, unter dem die Klinik und die Facharzt – und Physiotherapiepraxen der neuen „Gesundheitsallee Oberstdorf“ eingeladen hatten, um ihre Therapien und Leistungen zu präsentieren.

Im Zuge des Umbaus wurden Facharztpraxen modernisiert, die medizinische Trainingstherapie neu gestaltet und Patientenzimmer modernisiert. Die Wahlleistungsstation bietet den Patienten einen Komfortbereich mit gehobener Ausstattung. Im modernisierten Operationssaal – hier wurden die OP-Tische, die Beleuchtung und die gesamte Elektroinstallation erneuert – konnten die Besucher den Chirurgen beim Einsetzen eines künstlichen Kniegelenkes über die Schulter schauen. Während ein paar Schritte weiter der Oberarzt der Anästhesie die verschiedenen Narkosemethoden und deren Vor- und Nachteile erklärte. „Sicherheit und Komfort des Patienten stehen dabei im Vordergrund“, so Dr. Gerhard Wimmer. In mehreren Gesprächsrunden diskutierten Orthopäden mit den Besuchern die Möglichkeiten einer modernen und sicheren Versorgung. Josef Dornach vom BRK demonstrierte die Übergabe vom Rettungsdienst als Erstversorger zur chirurgischen Versorgung und lobte die perfekte Zusammenarbeit mit der Klinik. In der „Gesundheitsallee“ boten die Fachärzte Einblick in ihre Arbeit – von der Augenärztin über die Kieferchirurgie bis zum Urologen. Eine Vielzahl von computergestützten Trainingsgeräten konnte im medizinischen Trainingszentrum „Alpin-Med“ getestet werden. Weiter wurden Vorträge, Gesundheitschecks und sportliche Erlebnisse angeboten. Landrat Gebhard Kaiser betonte die Leistungsfähigkeit des Klinikverbundes. „Wir haben seit 1998 insgesamt etwa 5 Millionen Euro in Oberstdorf investiert, um die Patienten- perspektive in der Marktgemeinde weiterhin zu sichern“, so der Aufsichtsratsvorsitzende. Kleine Standorte wie Oberstdorf könnten nur mit Spezialisierungen in einzelnen Fachabteilungen und einer engen Verzahnung bestehen. Nach einem kurzen Rückblick in die Historie des Krankenhauses erinnerte Kaiser an die schwierigen Anpassungsprozesse der letzten Jahre. Im Fokus habe dabei immer „der Erhalt der drei Standorte im Landkreis und damit eine flächendeckende Krankenhausversorgung“ gestan- den. Dazu die Spezialisierung der einzelnen Standorte, die Entwicklung neuer Angebote zur Stärkung der Kliniken als Gesundheitszentren und der Erhalt der Arbeitsplätze. Es gelte „das Oberallgäu auch als Gesundheitsregion in den Köpfen zu verankern“. „Es erfüllt uns mit Genugtuung und Stolz, wie in der Region die kommunalen Träger zu ihren Kliniken stehen“, so der Kemptener Oberbürgermeister und Aufsichtsratsvorsitzende Ulrich Netzer. „Im Mittelpunkt stehen die Patienten“, möchte er die Kliniken auf hohem Niveau weiter entwickeln und sieht „einen deutlichen Weg nach oben trotz schwieriger Rahmenbedingungen“. „Die Tage des Lärms und Staubs sind vorbei“, so Dr. Ulrich Bäcker – ärztlicher Leiter der Klinken Oberallgäu und Chefarzt der Abteilung Innere Medizin in Oberstdorf. Der heutige Tag sei „Grund für Freude und Dankbarkeit“, zeigte er sich auch für die nächsten Jahre optimistisch. In einem „hart umkämpften Klinikmarkt seien Spezialisierung und Kooperation notwendig“. Auch von Besuchern kamen positive Rückmeldungen. So interessierte sich Brigitte Peuthert aus Oy-Mittelberg als sportliche Bergwanderin besonders für das Höhentraining und die Fitnessangebote. Bergführer Ludwig Gindhart beobachtete aufmerksam die Vorführung einer Knie-OP von Dr. Clemens Wittmann und Dr. Markus Dangel aus Sonthofen. „Hier wird doch ganz schön gesägt und gehämmert“, fand er die Demonstration „sehr interessant“. Vor allem wie die Patienten trotz Narkose fixiert werden können. Luis Brandenberger aus der Schweiz testete bei Stephan Pindl vom „Höhentraining Allgäu“ per Atemmaske seine Sauerstoffaufnahme und Höhenverträglichkeit. Der Urlaubsgast war begeistert, dass der Test so gute Werte ergab. In einem ersten Fazit freute sich Geschäftsführer Osberghaus, dass die Neuerungen von Besuchern und Politik positiv aufgenommen wurden und die Verbundenheit der Klinik mit der Bevölkerung so gut funktioniert.

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