Bürgermeister Rölz: Stau-Brennpunkt reicht weit über Fischen hinaus

Fischen: Bürger sollen protestieren

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Ein Platz auf der Warteliste reiche für Fischen nicht, meint Bürgermeister Edgar Rölz und will jetzt die Bürger in der Region mobilisieren.

Fischen – In der Vorschlagsliste für den Bundesverkehrswegeplan ist die B19 Sonthofen - Oberstdorf mit den beiden Teilprojekten Fischen und Langenwang im „Weiteren Bedarf mit Planungsrecht“ eingestuft (wir berichteten).

„Damit können wir noch nicht zufrieden sein. Um unser Verkehrsproblem in naher Zukunft lösen zu können, ist die Höherstufung beider Projekte Fischen und Langenwang in den ‚Vordringlichen Bedarf‘ notwendig“, stellt Bürgermeister Edgar Rölz fest. Der Gemeinderat fasste diesbezüglich bereits einen einstimmigen Beschluss. Jetzt sollen die Bürger - und nicht nur Fischinger Bürger, wie Rölz betont - diesen Beschluss im Rahmen einer Bürgerbeteiligung untermauern.

„Die Gemeinde Fischen fordert die Mitbürgerinnen und Mitbürger auf, von der vom Bund erstmalig eingeräumten Möglichkeit der Bürgerbeteiligung Gebrauch zu machen, um im weiteren Verlauf des Verfahrens doch noch die Aufnahme in den ‚Vordringlichen Bedarf‘ zu erwirken,“ so Edgar Rölz. Grundsätzlich könne sich jeder Bundesbürger, insbesondere alle Bürgerinnen und Bürger aus Fischen, den Nachbargemeinden, dem Landkreis beteiligen. „Vor allem vom ständigen Stau Betroffene – Privatpersonen ebenso wie Handwerksbetriebe, Linienverkehr, ÖPNV, Verbände, Vereine, Rettungsdienste, Feuerwehren, Zulieferer, Speditionen, Vermieter, Urlaubsgäste“, erklärt Rölz.

Wichtig bei der Stellungnahme sei die Angabe der korrekten Projektbezeichnung, damit Ihdiere Einwendung zugeordnet werden könne: 164 BY B019-GO40-B - B 19 Sonthofen - Oberstdorf / Teilprojekte Fischen (Entlastungstunnel) und OU Langenwang. Unerlässlich sei die Formulierung der Forderung: „Höherstufung vom Weiteren Bedarf in den Vordringlichen Bedarf“, so der weitere Rat des Bürgermeisters. Die persönliche Stellungnahmen kann per Brief eingereicht werden an das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur, Referat G12, Invalidenstraße 44, D-10115 Berlin, Stichwort „BVWP 2030“.

Die Stellungnahme kann auch online über die Homepage der Verwaltungsgemeinschaft Hörnergruppe eingereicht werden. Das Beteiligungsverfahren endet am 2. Mai 2016.

Bürgermeister Rölz hat schließlich schon mögliche Begründungen für einen Einspruch parat. Seine Liste: Zunahme des Verkehrs durch die Fertigstellung der B 19 vierspurig zwischen Waltenhofen und Sonthofen im Jahr 2009. Weiter sei die Angabe der Verkehrsbelastung im Entwurf des Bundesverkehrswegeplans mit einem DTV 14.000 zu niedrig angesetzt (der DTV liegt bei über 17.000 Fahrzeugen). Nachteile bei der Dauervermietung (überdurchschnittlicher Wechsel). Nachteile bei der touristischen Vermietung (weniger Stammgäste, Wettbewerbsnachteil durch Lärm).Schlechte Schlaf- und Aufenthaltsqualität durch Lärm. Anlieger an sogenannten Schleichwegen, die bei Stau auf der B 19 genutzt werden. Anlieger an benachbarten Kreisstraßen, die bei Stau überdurchschnittlich belastet werden. Nachteile für Handwerk und Gewerbe (Pünktlichkeit der Zulieferer, Zeitverlust, Arbeitnehmer ständig im Stau auf dem Weg von und zur Arbeit). Nachteile für bäuerliche Landwirtschaft (Viehtrieb, Unerreichbarkeit der Felder). Verkehrssicherheit für Kinder und Senioren. Trennende Wirkung der B 19 zwischen östlichen und westlichen Ortsteilen in Fischen. Touristische Nachteile (wegen der schlechten Erreichbarkeit unserer Urlaubsregion, Gefahr des Wettbewerbsnachteils mit anderen Tourismusdestinationen). Sorge um das Prädikat Heilklimatischer Kurort in Fischen. Erreichbarkeit der Oberallgäuer Skigebiete.

Rölz sieht auch das Gesamtverkehrskonzept des Landkreises Oberallgäu auf wackeligem Boden: Ohne rasche Umsetzung der Verkehrsprojekte Fischen und Langenwang gebe es keine Lösung zwischen Sonthofen und Oberstdorf.

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