Erfolgsrezept Gesundheitstourismus

Die Kur lebt, aber anders

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Oberstorfs Bürgermeister Laurent Mies (links) und der Vorsitzenden des Bayerischen Heilbäderverbandes Klaus Holetschek (rechts) übereichten beim Heilbädertag Finanzminister Markus Söder einen Sprungski mit Unterschriften der deutschen Skispringer.Foto: Heinrich Bonert

Oberstdorf – Der 70. Bayerische Heilbädertag fand vor Kurzem in Oberstdorf statt. Trotz Rückgang der ambulanten Badekuren bleiben die Kurorte und Heilbäder ein wichtiger Wirtschaftsfaktor in Bayern, so der Tenor der Versammlung.

Die Orte hätten in den vergangenen Jahrzehnten einen Strukturwandel durchlaufen und sich zu modernen Kompetenzzentren für Prävention, Rehabilitation und Gesundheitstourismus entwickelt.

Im Bayerischen Heilbäder-Verband (BHV) sind insgesamt 68 Gemeinden und Kurbetriebe organisiert. Bei den Rednern der Versammlung herrschte Einigkeit, sich mit dem Erreichten nicht zufrieden zu geben und die Attraktivität der Branche noch zu steigern.

Bayerns Finanzminister Markus Söder unterstrich in seiner Eröffnungsrede die wirtschaftliche Bedeutung der Kurorte und des Tourismus – speziell im ländlichen Raum. Heute herrsche ein enormer Wettbewerb. Darum gelte es die Strukturen zu stärken. Durch den Finanzausgleich werde der ländliche Raum in Bayern gestärkt, sieht er darin „ein gutes Signal für die Heilbäder“. Für die Zukunft gelte es, Gesundheit und Tourismus noch stärker zu verbinden und das Marketing zu verbessern. „Je spezieller, genauer und exklusiver ein Angebot ist, umso erfolgreicher“, so Söder.

„In Oberstdorf wird Gesundheit groß geschrieben“, betonte Oberstdorfs Bürgermeister Laurent Mies. Die Gemeinde verzeichnet aktuell bei über 400 000 Gästen 2,5 Millionen Übernachtungen im Jahr. Er nannte den Tourismussektor „einen extrem wichtigen Wirtschaftszweig, der unabhängig von großen Gewerbegebieten und Industrieanlagen funktioniert“. Mies sprach auch den notwendigen Neubau der Oberstdorf Therme an.

Dr. Bernhard Harrer vom Deutschen Wirtschaftswissenschaftlichen Institut für Fremdenverkehr e.V. an der Universität München (dwif) präsentierte die Ergebnisse und Eckdaten der neuen Studie „Wirtschaftsfaktor Tourismus in den bayerischen Heilbädern und Kurorten“. Danach sorgen jährlich 33 Millionen Übernachtungen und über 43 Millionen Tagesgäste für 4,5 Milliarden Umsatz im Jahr. Nicht nur im direkten Umfeld der Übernachtungsbetriebe und Gesundheitseinrichtungen sondern auch indirekt in Handel und Gewerbe.

„Die Kur ist nicht tot – sie ist anders geworden“, so der Vorsitzende des Bayerischen Heilbäder-Verbandes Klaus Holetschek. Man habe über die Jahre die Angebote und Produkte verbessert und entsprechend die Wertschöpfung gesteigert: „Wir entwickeln die Marke ‚Gesundes Bayern‘ weiter, bauen die digitalen Angebote aus und arbeiten an neuen Präventionsangeboten“. Es brauche eine „dauerhafte und nachhaltige Förderung“ der Gemeinden, wies Mies auf die oft hohen Infrastrukturausgaben hin.

Heinrich Bonert

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