Doppelsieg für Höfle Alpe

Zusammen mit Milchprinzessin Anna Weidinger (links) überreichten Dr. Michael Honisch (von rechts) und Franz Hage vom Alpwirtschaftlichen Verein die Siegerglocken an Klaus Kohler und Anka Stöckler.

Oberstdorf - Im Rahmen des Internationalen Käsefestivals in Oberstdorf führte der Alpwirtschaftliche Verein im Allgäu AVA seinen 56. Bergkäseausstich durch. 25 Bergkäse und 22 Alpkäse aus der Produktion des Vorjahres wurden der Prüfkommission vorgestellt.

Die Siegerkäse in beiden Kategorien kommen diesmal von der Höfle Alpe bei Balderschwang. Tatsächlich kommen die beiden Siegerkäse aus einem Kessel. Täglich stellen Anka Stöckler und Klaus Kohler während der Sommermonate auf der Höfle Alpe bei Balderschwang aus der Milch von 40 Kühen drei Laib Käse her. „Die größeren Laibe werden schließlich Bergkäse, die kleineren Exemplare bis 15 Kilogramm dann Alpkäse“, erklärt Klaus Kohler, der bereits im Vorjahr mit seinem Bergkäse einen Siegerpreis holte. „Die Milch, die wir verkäsen ist dabei dieselbe.“ Dass es dann für Kohler und seine Sennkollegin zum „Doppelsieg“ reichten würde, haben die beiden allerdings nicht geahnt. 

Überhaupt ist schon ein wenig Glück auch dabei. „Ein Schreiner sieht schnell, ob seine Arbeit was taugt oder nicht. Aber beim Käsen stellt sich eigentlich erst nach vier, fünf Monaten heraus, ob man alles richtig gemacht hat, oder ob irgendetwas nicht so geklappt hat", meint Klaus Kohler. Das sei nun einmal das Risiko bei der Herstellung eines Lebensmittels. Und gerade beim Käsen spielten viele Faktoren mit. Und dann muss man auch ein „Händchen“ haben bei der Auswahl des Käses, den man der Jury vorstellen will. Man sieht es einem Laib eben nicht an, wie es um sein Innenleben bestellt ist. 

Keine Glückssache ist aber die Prüfprozedur selbst. Nach anerkannten Kriterien nehmen die Prüfer, allesamt Fachleute, jeden Käse unter die Lupe: das Aussehen im Innern und außen spielen eine Rolle, aber wichtiger sind die Punkte, die es für Geruch, Geschmack und Konsistenz gibt. Hat der Käse die gewünschte Lochung? Oder Risse? Riecht er muffig oder ist er bitter im Geschmack? Bei insgesamt fast 50 Käselaiben auch heuer ein richtiggehender Marathon über mehrere Stunden für die Jury. Strittige Fälle werden in der Prüfkommission diskutiert, bevor die Punkte vergeben werden. 

Insgesamt wurden für Bergkäse zwölfmal Gold-Medaillen vergeben, sieben Silber- und sechs Bronze-Medaillen. Beim kleineren Alpkäse gab es neun Gold-, sieben Silber- und sechs Bronze-Medaillen. „Alle prämierten Käse sind sehr gute Käse von hoher Qualität", strich Dr. Michael Honisch, Geschäftsführer des Alpwirtschaftlichen Vereins, den Stellenwert der Prüfung heraus. „Das ist keine Produktion für den Massengeschmack.“ 

Bayerns Michprinzessin Anna Weidinger hatte als eine ihrer letzten Amtshandlungen im Allgäu das Käsefestival in Oberstdorf eröffnet und anschließend die Siegerpreise an die Älplerinnen und Älpler überreicht. In wenigen Wochen werden neue „Milch-Majestäten“ gekürt. 

Für die Oberallgäuer Kreisbäuerin, Monika Mayr, ist die Alpsennerei „die Krone der Milchverarbeitung“. Die aktuell schwierige Situation, spielte sie auf die Rinder-TBC an, werde man „gemeinsam überstehen“. Offiziell aus dem Kreis der Juroren des Bergkäseausstichs verabschiedet wurde Gottfried Seeberger. Seit Mitte der 1990er Jahre war Seeberger als Alpsennerei-Berater tätig und förderte als „Mann der klaren Worte“ die Qualitätsstandards der Bergkäserei. „Die Allgäuer Alpwirtschaft verliert einen kompetenten Berater, der mit viel Herzblut hinter seinen Älpler stand“, würdigte Honisch die Verdienste Seebergers.

Josef Gutsmiedl


Goldmedaillen für Bergkäse:

Klaus Kohler / Höfle Alpe 

Georg Brutscher / Eschbach 

Max Bietsch / Gschwend 

Marianne Schwarz / Helmingen 

Josef Vögel / Hinterberg 

Wolfgang Rasch / Käsberg 

Kaspar Geiger / Kematsried 

Anton Haser / Oberhündle 

Peter Schelling / Ochsenberg 

Florian Seltmann / Schlappold 

Edelbert Kohler / Schwabenberg II 

Richard Gmeiner / Waltnersalpe 


Goldmedaillen für Alpkäse:

Anka Stöckler / Höfle Alpe 

Georg Brutscher / Eschbach 

Marianne Schwarz / Helmingen 

Robert Röhrle / Laufbichl 

Wolfgang Finkel / Oberau 

Anton Haser / Oberhündle 

Florian Seltmann / Schlappold 

Edelbert Kohler / Schwabenberg II 

Richard Gmeiner / Waltnersalpe

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