Abschlussfeier für 530 Berufsschüler in Immenstadt

Ein guter Start ins Berufsleben

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Landrat Anton Klotz (rechts) und Schulleiter Dieter Friede (von links) mit den Staatspreisträgern Christoph Singer, Sophia Sauter, Dina Haas, Denise Kaul und Katharina Wagner.

Immenstadt – Mit einer Schulabschlussfeier wurden im Hofgarten in Immenstadt 530 Absolventen der Staatlichen Berufsschule in Immenstadt ins Berufsleben verabschiedet.

Eine solide Ausbildung, so der Tenor der Reden, sei nach wie vor ein gutes Fundament für ein erfolgreiches Berufsleben. Und: lebenslanges Lernen und ständige Weiterbildung sind heute unerlässlich.

Schulleiter Dieter Friede dankte seinem Lehrerkollegium für die vielen Überstunden infolge fehlender mobiler Lehrerreserve. Er dankte den Ausbildungsbetrieben für die konstruktive Zusammenarbeit. Die Ergebnisse der Abschlussprüfungen würden wieder mal die sehr gute Ausbildungsleistung von Schule und Betrieben unter Beweis stellen.

Mit Sorge betrachtete Schulleiter Friede, dass „viele Unternehmen keine geeigneten Bewerber mehr finden“. Die Zahl der Schulabgänger gehe zurück, und acht Prozent der 15- bis 17-Jährigen könnten nur noch mit Hilfe zusätzlicher Qualifizierungsmaßnahmen eine Ausbildung absolvieren. Weitere 10 Prozent besäßen keine ausreichenden Kenntnisse in den Fächern Deutsch und Mathematik. „Betriebe, Sozialarbeit und Berufsschule müssen einspringen, um die gröbsten Defizite zu beseitigen.“ Sorge bereitet dem Schulleiter auch die „desolate Lage der Jugend in vielen Ländern Europas“. Deutschland sei dem gegenüber ein „Eldorado für junge Arbeitnehmer“. Das läge zum einen an der guten Wirtschaftslage Deutschlands, zum andern am flexiblen Einstiegsarbeitsmarkt, vor allem aber am Dualen Ausbildungssystem und den vielfältigen beruflichen Weiterbildungsmöglichkeiten.

„Eine gute Ausbildung ist immer noch die beste Voraussetzung für eine gute Arbeitsstelle, aber sie ist leider keine Garantie mehr für einen lebenslang sicheren Arbeitsplatz“, sagte Friede. Mit ihren guten bis sehr guten Abschlusszeugnissen hätten sie eine hohe Qualifikation erworben mit der sie sich mit Geduld und Zutrauen den beruflichen Herausforderungen stellen könnten. Weiterbildung sei Trumpf.

Landrat Anton Klotz gratulierte den Absolventinnen und Absolventen zu ihrem Abschlusszeugnis, mit dem sie „ein Stück Zukunft in der Hand halten“. Denn die berufliche Bildung und ständige Weiterbildung seien der Schlüssel zum Erfolg im Beruf. „Wir kennen Gott sei Dank keine größere Jugendarbeitslosigkeit“, so Anton Klotz mit Blick auf die europäischen Nachbarn. Aber auch bei uns würden die Anforderungen ständig steigen.

Da man nicht allen Anforderungen gerecht werden könne, aber auch kein Talent verloren gehen dürfe, habe der Landkreis die Bildungsregion Oberallgäu ausgerufen. Ziel dieser Initiative sei es, Wirtschaft und Handwerk eine gut ausgebildete Jugend zur Verfügung zu stellen. Die Schüler hätten aber nicht nur Fachwissen erworben, sondern auch soziale Kompetenzen wie Team-, Konflikt- und Anpassungsfähigkeit, Toleranz, Kooperation, Motivation, Fleiß und Verantwortung. „Denn der Wirtschaftsstandort Oberallgäu braucht gute und selbstbewusste Fachkräfte, um Bestand zu haben“, unterstrich Klotz. Er motivierte die Absolventen zum Engagement im Ehrenamt in Vereinen und Verbänden: „Unsere Gesellschaft braucht Engagement und frische Ideen.“

Schülersprecherin Jasmin Rotter erinnerte daran, dass man den Abschluss „nicht geschenkt“ bekomme. Im Anschluss wurden die Schul-, Landkreis- und Staatspreisträger für ihre herausragenden Leistungen ausgezeichnet. Die Regierungspreisträger schlossen alle mit der Traumnote 1,0 ab.

Schulpreisträger

Evi Polanka (Bayerisches Rotes Kreuz, Kempten), Johannes Henkel (Creditreform Winterstein, Kempten), Annette Börner (Dänisches Bettenlager, Sonthofen), Sophie Freidl (Glanzpunkt GmbH, Oberstaufen), Marvin Kögl (Sonnenalp Shopping GmbH, Ofterschwang), Dominik Fechtig (Gehring VIWB GmbH, Bihlerdorf), Sabrina Filser (Matthäus Krumm GmbH & Co. KG, Unterthingau), Silas Schmidt (Zimmerei Georg Weiß GmbH & Co. KG, Dillishausen), Dominik Wegst (Baufritz GmbH & Co. KG, Erkheim), Danin-Juliane Lampert (WP Ingenieure, Würzburg), Richard Mair (Lederle Bau, Wiggensbach), Morena Sportelli (Intercoiffeur Doro Rizzo, Immenstadt/Bühl), Carolin Klawe (Parkhotel Frank GmbH, Oberstdorf), Katharina Lang (Kinderhotel, Oberjoch), Michael Neubauer (Sonnenalp GmbH Sport- und Kurhotel, Ofterschwang), Florian Rießland (Panoramahotel Rothenfels, Immenstadt), Kristina Maurer (Panoramahotel GmbH, Oberjoch), Isabella Bals und Alicia Vachenauer, Monika Pfefferle (alle Berufsfachschule für Ernährung und Versorgung), Abdul Basit und Joseph Junior Komba (Berufsintegrationsjahr für Asylbewerber und Flüchtlinge).

Landkreispreisträger

Bernadette Robl (Salon Rosi Holzer, Sonthofen), Patricia Vachenauer (Friseursalon Wunderhaar, Oberstdorf), Annette Wydora (ID.KOM, Kempten), Stephan Jost ( Bäckerei Jost, Oy-Mittelberg), Simone Ochsenreiter (Bürobedarf Merk, Sonthofen), Nadja Aicher (Deutsche Telekom AG, Kempten), Tanja Wilhelm (Landgasthof Sonne, Waltenhofen), Carolin Guther (Hotel Mohren, Oberstdorf), Alisa Kriegesmann und Florian Kösel (beide Sonnenalp GmbH Sport- und Kurhotel, Ofterschwang), Katharina Reichart (Berufsfachschule für Ernährung und Versorgung), Marcel Mühlbauer (Dobler J. GmbH & Co. KG, Lindenberg), Johanna Baumgartner (Ingenieure Fischer u. Heißwolf, Nürnberg), Stefan Ganal (Schreinerei Joachim Rechtsteiner, Wasserburg), Stefan Killisperger (Zimmerei Ehnle, Eppisburg), Jonathan Hipper (Autohaus Seitz u. Mayr GmbH & Co. KG, Oberstdorf) und Andreas Göster (Autoreparatur Gutser, Wertach).

Regierungspreisträger

Sophia Sauter (Sonnenalp GmbH Sport- und Kurhotel, Ofterschwang), Denise Kaul (Drogeriemarkt Müller, Oberstdorf), Katharina Wagner (Sonnenalp Shopping GmbH, Ofterschwang), Christoph Singer (Holzbau Thomas Reithmaier GmbH, Neuburg/Kammel) und Dina Haas (Berufsfachschule für Ernährung und Versorgung).

Hans Ehrenfeld

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