Besuch beim Abgeordneten

Auf Einladung des Bundespresseamtes und des Allgäuer Bundestagsabgeordneten, dem Parlamentarischen Staatssekretär Dr. Gerd Müller, besuchten 50 Mitglieder der Senioren Union Kempten und andere Politikinteressierte aus den Landkreisen Oberallgäu und Lindau, sowie der Stadt Kempten die Bundeshauptstadt Berlin. Als überaus kompetente Reiseleiterin begleitet Birgit Meßmang die Gruppe, Mitarbeiterin des Abgeordneten im Wahlkreisbüro in Kempten. Knapp 20 Jahre nach dem Fall der Berliner Mauer und der Wiedervereinigung scheint die einstige Grenze - zumindest auf den ersten Blick - längst „Geschichte“ zu sein. Vor allem die Bautätigkeit im einstigen Osten der geteilten Stadt beeindruckte die Oberallgäuer.

Und „um ein Haar“ wäre es im Bundeskanzleramt zur Begegnung mit Bundeskanzlerin Angela Merkel gekommen: Gerade als die 50 Gäste aus dem Allgäu das Foyer bestaunten, eilte die Bundeskanzlerin begleitet von einem persönlichen Referenten davon - auf dem „Sprung“ zu einem wichtigen Termin im Bundesland Thüringen... „Das war sie doch...“, raunten einige, und überzeugten jene, die den kurzen Moment verpasst hatten. Im Kabinettsaal erfuhren die Allgäuer dann, dass die Sitzordnung hier kein Zufall ist, und die Kanzlerin immer den Finanzminister „im Blickfeld“ hat. Hier werde zudem hinter verschlossenen Türen diskutiert und verhandelt, so der Besucherbetreuer des Kanzleramtes. Eine weitere Station des zweitägigen Berlin-Programmes war natürlich der Bundestag, wo die Gäste des Bundespresseamtes eine „Fragestunde“ mitverfolgen konnten. Wesentlich spannender und lebendiger war aber das anschließende Gespräch mit dem Parlamentarischen Staatssekretär Dr. Gerd Müller: Politikalltag aus erster Hand. Als „rechte Hand“ von Bundes-Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner, ist Dr. Gerd Müller, seit 1994 als CSU-Abgeordneter aus dem Allgäu im Deutschen Bundestag, vor allem mit Verbraucherfragen befasst und mit den Themen der Landwirtschaft. „Man darf nicht alles auf die Politiker abwälzen. Das ist nicht fair!“ betonte Dr. Müller mit Blick auf die anhaltende Krise der Landwirtschaft, vor allem auf dem Milch-Sektor. Es herrsche ein gnadenloser Preisdruck zu Lasten der Bauern. Korrigieren könne das letztlich der Verbraucher, so Müller weiter, der erkennen sollte, dass hochwertige Lebensmittel einen fairen Preis haben müssten. Wenn der Butterpreis derzeit einen Stand wie im Jahr 1949 erreicht habe, sei das „schlichtweg ein Skandal“. Zweites Dauerthema und quasi Chefsache für den Allgäuer Abgeordneten ist die Kampagne für eine bewusster Ernährung und mehr Bewegung. Er selbst gehe so viele Wege wie möglich zu Fuß - etwa täglich von seiner Abgeordnetenwohnung zum Parlament, stellt Dr. Müller fest und zeigt auf den aktuellen Tagessaldo seines Schrittzählers: 5208. „Machen Sie es ebenso - und verdoppeln sie ihre tägliche Wegstecke!“ so der Appell des Abgeordneten. Es gebe Abgeordnetenkollegen, die fünf Kilogramm pro Jahr zunähmen, gibt Dr. Gerd Müller zu bedenken und fasst sich leger an den Hosenbund. Weitere Station der Reisegruppe waren das Berliner Abgeordnetenhaus, die Ausstellung „Wege, Irrwege, Umwege - Die Entwicklung der parlamentarischen Demokratie in Deutschland“, sowie das Informations- und Dokumentationszentrum für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR. War auf dem Anreiseweg ein „Abstecher“ nach Dresden mit Besichtigung der wieder aufgebauten Frauenkirche ein Höhepunkt der viertägigen Bildungsfahrt, so galt ein letzter Stopp auf dem Weg zurück ins Allgäu dem beschaulichen Städtchen Erfurt mit seiner aufwändig sanierten Altstadt.

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