Bürgerinitiative Alpsee kämpft für den Erhalt des historischen Ensembles in Bühl

Schmuckstück am Jakobsweg

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Die Bürgerinitiative zum Erhalt der Alpseelandschaft hat Überlegungen angestellt, wie das  Ensemble in der Ortsmitte von Bühl erhalten und zukünftig genutzt werden könnte.

Immenstadt-Bühl – Die Bürger­initiative kämpfe weiter um den Erhalt des historischen Ensembles auf dem Kirchbichl in Bühl. So heißt es in der Stellungnahme der BI zum Erhalt der Alpseelandschaft zum drohenden Abriss des historischen Gasthofs Strauß (Haus St. Michael Bühl) der Katholischen Jugendfürsorge (KJF). Die KJF schockiere nicht nur die BI mit dem Abriss. Obendrein fehle jeder Plan für eine zukünftige Nutzung der Fläche.

„Seit zehn Jahren steht der Bau leer. Und gerade ins Jahr der Feierlichkeiten zur 350-Jahrfeier der Loretokapelle fällt der Abbruch!“, beklagt Dr, Rolf Grebenstein von der Bürgerinitiative zum Erhalt der Alpseelandschaft. „Zur jüngsten Pressekonferenz der KJF zu diesem Thema war kein Vertreter der BI eingeladen, die seit langem das Gespräch mit der KJF sucht.“ Der Abriss des Gebäudes war mit dem Bebauungsplan für ein Hotel genehmigt worden, der inzwischen nicht weiter verfolgt wird. Das Ensemble des Kirchplatzes mit dem das Ortsbild prägenden Gasthof wäre zerstört worden, gibt die BI zu bedenken. „Auf dem attraktivsten Platz, wo die alte Schule steht, stünde ein Feuerwehrhaus!“

Grebenstein: „Wir, die BI, wollen nicht nur Nein sagen, sondern denken über Gestaltungsmöglichkeiten nach, die Ortsbild und Landschaft erhalten und wirtschaftlich vertretbar sind.“ So entstand die Idee, im ehemaligen Gasthof Strauß ein Hostel, Herberge am Jakobsweg, und in der alten Schule ein Cafe über dem See, die Casa Loreto, einzurichten. Immenstadt fehle eine Jugendherberge, wie im ISEK-Prozess zur Stadtentwicklung festgestellt. Ein Hostel, wie im Oberstdorf Hostel realisiert mit 8 000 Übernachtungen pro Jahr würde die Angebotslücke schließen, findet man bei der BI. Es wäre ein Platz, wo Jugendliche unterkommen können, die an Kursen im Alpseehaus teilnehmen. Sie logierten jetzt zum Teil in Oberstdorf. Junge Flüchtlinge, jetzt schon hier in Gebäuden der KJF untergebracht, könnten jungen Leuten aus aller Welt begegnen. Der kleine Theatersaal im Gasthof könnte wieder nutzbar gemacht werden für kulturelle Veranstaltungen.

„Im Rahmen Mitwirkungsmöglichkeiten in der katholischen Kirche haben wir eine Bittschrift an den Bischof gerichtet“, erläutert Dr. Rolf Grebenstein weiter. Der Bischof trage die Verantwortung, was in seiner Zuständigkeit geschehe, und ob dort gehandelt werde, wie Papst Franziskus und die Deutsche Bischofskonferenz erwarteten, so die Stellungnahme der BI. „Mit dieser Bittschrift hoffen wir, das eisige Schweigen der KJF zu unsern Vorschlägen zu beenden“, unterstreicht Grebenstein.

Immerhin sei Augsburg „aufgewacht“. Tatsächlich gehe es um zwei Gebäudeteile: Das historische Haupthaus aus dem Jahr 1898, dazu ein Anbau aus den 1950er Jahren. Dieser Westflügel sei in schlechten baulichen Zustand und mit Asbest belastet. Ihn könne man getrost wegreißen. „Das Haupthaus ist unseres Wissens grundsolide. Asbest wurde damals nicht verbaut. Nur nachträglich können asbesthaltige Baustoffe bis 1993 verwendet worden sein. Sie müssen bei Abbruch wie bei Instandsetzung beseitigt werden. Damit ist das Vorkommen von Asbest kein zwingender Grund für einen Abriss“, findet die Bürgerinitiative.

„Die KJF hat keine Idee für einen Neubeginn, aber das Recht zum Abbruch. Wir dagegen setzen uns für den Erhalt des weithin sichtbaren identitätsstiftenden Ensembles auf dem Kirchbichl ein, hoffen dazu auf die Unterstützung durch die kirchlichen Gremien in Bühl und Immenstadt, Stadträte und Bevölkerung“, schließt die Stellungnahme.

Die Petition an Bischof Zdarsa läuft noch bis Ostern, zu finden unter www.grosseralpsee.de.

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