Sonthofen: Workshop zur Zukunft des Oberallgäuer Platzes

Ein "Diamant" im Herzen Sonthofens

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Wie geht es weiter mit dem Oberallgäuer Platz? In einem Workshop wurden nun verschiedene Konzepte zur Neugestaltung des Platzes und seines Umfelds diskutiert.

Sonthofen – Wie sieht die Zukunft des Oberallgäuer Platzes aus? Die Stadt Sonthofen hat hierzu einen Bürgerbeteiligungsprozess angestoßen, der am Wochenende in die zweite Runde gegangen ist. In einem Workshop diskutierten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer über die eingegangenen Vorschläge aus der Bürgerschaft und wägten vier unterschiedliche Konzepte ab.

Ein Park, gastronomische Betriebe, ein Kreisel, ein Spielplatz, Geschäfte... die Vorschläge, die bei der Stadt über die Neugestaltung des Oberallgäuer Platzes im Zentrum Sont­hofens sowie dessen Umfeld und eine neue Verkehrsführung eingingen, waren unterschiedlichster Natur. Etwa 40 interessierte Bürgerinnen und Bürger trafen sich am Samstag im Haus Oberallgäu, um in einem Workshop die Vor- und Nachteile sowie Chancen und Risiken von vier verschiedenen Konzepten herauszuarbeiten: ein neues Verkehrskonzept, Bebauung des Oberalllgäuer Platzes im südlichen Bereich (also im Anschluss an das Rathaus), Bebauung im nördlichen Bereich und ohne Bebauung.

Große Einbahnstraße

Die Gruppe „Verkehr“ zeigte mit ihrem Vorschlag „Mut zum Experiment“, so Moderator Werner Dehm vom Stadtentwicklungsbüro OPLA. Viel Platz am und um den Oberallgäuer Platz lasse Raum für eine flexible Verkehrsführung, die großen Asphaltflächen könnten verkleinert werden. Die Gruppe plädierte für neue Tiefgaragenausgänge Richtung Rathaus und Landratsamt. Ihr Vorschlag einer großflächigen Einbahnstraßenregelung im Bereich Grüntenstraße ab Höhe Schiff – Schnitzerstraße – Promenadestraße lasse sich laut Dehm gut „einfach mal ausprobieren“. Die Gruppe wollte gänzlich auf Ampeln in diesem Bereich verzichten, um einen besseren Verkehrsfluss zu erzielen und auch die hohen Unterhaltskosten für Ampelanlagen zu reduzieren. Fußgänger könnten über mehrere Fußgängerüberwege die Straßen sicher überqueren.

Wohnzimmer Sonthofens

Die Gruppe „Nordbebauung“ hatte sich zunächst einmal gefragt, was auf dem Platz überhaupt möglich sei – und war an dieser Stelle auch zur Verkehrs- planung gekommen. Wichtig sei zunächst einmal der Rückbau der großen Straßenflächen, der Verkehr könne umgeleitet werden. Die Gruppe konnte sich am nördlichen Oberallgäuer Platz verschiedenste Bebauung vorstellen, von attraktiven Ladengeschäften bis hin zur Gastronomie. Dies alles sei aber nur möglich bei geänderter Verkehrsführung, sei es nun über einen Kreisverkehr oder eine Einbahnstraßenregelung.

„Was schaffen?“ fragte sich die Gruppe „Südbebauung“. Wichtig war der Gruppe, dass „etwas schönes“ gebaut werde, schließlich sei der Oberallgäuer Platz ein „Diamant“ in Sonthofen. Sei es nun ein Anbau des Bestandes – also an Rathaus oder Landratsamt – oder ein eigenständiger Bau: wichtig war der Gruppe, einen „Platz der Begegnung“ zu schaffen: beispielsweise durch die Umsiedlung des Gästeamtes an den Nordteil des Rathauses, durch die Öffnung des Café Amt in Richtung Oberallgäuer Platz, mit einem Museum,... Da Sonthofen ein echter „Attraktor“ in Form eines echten Stadtzentrums fehle, könne mit der positiven Umgestaltung des Oberallgäuer Platzes das gesamte Umfeld aufgewertet werden. Mit einem Multifunktionsgebäude, das beispielsweise Gästeamt, Gastrobetrieb und einen Nachtclub in sich vereine, könne es gelingen, aus dem Platz das „Wohnzimmer Sonthofens“ zu schaffen.

Die Gruppe des Workshops, die sich eigentlich mit dem Thema „keine Bebauung“ beschäftigen sollte, kam auf Grund der Größe des Areals zu dem Schluß, dass eine Bebauung doch möglich und auch nötig sei – zumindest eine Teilbebauung. Die Gruppe schlug vor, neben einer Verkehrsberuhigung zwischen Mühlenweg und Volksbank die Außengastronomie der angrenzenden Gastrobetriebe zu erweitern. Wichtig sei, dass sich die Menschen am Oberallgäuer Platz gerne treffen; dies sollte man mit mehr Sitzbänken und Spielelementen attraktiver gestalten. Der Prozess ist noch nicht zu Ende: Zunächst sollen die – noch vagen – Konzepte dem Stadtrat vorgestellt werden, bevor die Ergebnisse der Öffentlichkeit präsentiert werden.

Eva Veit

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