Die Bundeswehr ist Teil der Stadt

Der Standortälteste Oberst Wolfgang Klos (von rechts) im Gespräch mit Bürgermeister Hubert Buhl und dem Bundestagsabgeordneten Dr. Gerd Müller. Foto. Eva Veit

Großer Andrang beim traditionellen gemeinsamen Neujahrsempfang der Stadt Sonthofen und der Bundeswehr. Zahlreiche Gäste aus Politik, Vereinen, Wirtschaft und Kultur waren der Einladung ins Casino der Jägerkaserne gefolgt, um in gemütlicher Atmosphäre den Ansprachen des Standortältesten und des Bürgermeisters zu lauschen und sich im Anschluss untereinander auszutauschen.

„Wir Soldaten fühlen uns nach wie vor gut aufgenommen und in der Region integriert“, betonte der Standortälteste Oberst Wolfgang Klos in seiner Ansprache. Dies sei ein besonderer Verdienst der vertrauensvollen Zusammenarbeit mit den Dienststellen von Stadt und Landkreis. 2011 sei für die Bundeswehr ein Jahr voller Herausforderungen und neuen Weichenstellungen gewesen. Der Wegfall der Wehrpflicht, die Standortreform sowie die Neuausrichtung der Bundeswehr wird die Strukturen und Rahmenbedingungen der Bundeswehr in den nächsten Jahren wandeln. Auch in der Region werde sich in Zukunft durch den Wegfall der Standorte Kempten und Kaufbeuren einiges ändern, so würden beispielsweise die zivilen Mitarbeiter nicht mehr von Kaufbeuren, sondern von Landsberg aus betreut. Und auch der Standort Sonthofen werde durch den Abbau zahlreicher Dienstposten verkleinert. Klos erinnerte in seiner Rede auch an die Soldaten im Auslandseinsatz, an die Gefallenen und die an Leib und Seele verwundeten. Am Beispiel Kosovo, „einem Einsatzgebiet das bereits den Hauch der Vergessenheit in unserer Wahrnehmung“ spüre, sei zu erkennen, dass auch nach zehnjähriger Unterstützung die Strukturen noch nicht gefestigt genug seien, um auf militärische Präsenz verzichten zu können. Auch in Afghanistan werde bis 2014 noch Unterstützung aus Deutschland notwendig sein. Deshalb sei auch weiterhin eine sorgfältige Vorbereitung, Ausstattung und Ausbildung der Soldaten nötig. Gemeinsam mehr erreichen Auch Bürgermeister Hubert Buhl betonte die tiefe Verbundenheit von Stadt und Bundeswehr: „Gerade die problemlose Zusammenarbeit und das fruchtbare Miteinander bereichert die Attraktivität der Bundeswehr sowie das soziale und wirtschaftliche Zusammenleben der Stadt Sonthofen.“ Als herausragendes Beispiel führte Buhl die Blutspendeaktion von Sonthofer Soldaten an. Aus dem Erlös der Aktion stellten die Vertrauenspersonen der Mannschaften 500 Euro für sozial benachteiligte Bürger zur Verfügung. Das Fortbestehen des Standortes Sonthofen stelle, wenn auch in reduzierter Form, eine „wesentliche Basis für die Weiterentwicklung“ Sonthofens dar. „Wenn Du schnell gehen willst, geh allein. Wenn Du weit gehen willst, geh zusammen mit anderen.“ Dieses afrikanische Sprichwort lässt sich laut Buhl nicht nur auf die enge Zusammenarbeit von Stadt und Bundeswehr anwenden, sondern auch auf die Zukunft der Kommunalpolitik. Eine Kommune ist eine Gemeinschaft, und so lebt und wächst sie auch durch die Mitarbeit und das Engagement ihrer Einwohner. Buhl bedankte sich bei den Menschen, die durch ihre Tatkraft und ihren Einsatz Sonthofen lebenswert und vielfältig machen. „Sie kümmern sich als Mitbürgerinnen und Mitbürger um Bedürftige oder das Allgemeinwohl. Sie halten unsere Vereine am Laufen und unterstützen durch Sponsoring viele Kultur- und Sportevents.“ Weiter betonte Buhl die besonderen politischen Herausforderungen, vor denen die Kommunen stehen. Demographischer Wandel, knappe Haushaltskassen, Energiewende und soziale Solidarität lassen sich nur gemeinsam meistern. Kommunalpolitik betrifft die Menschen und ihr Leben ganz direkt. Deshalb hat sich die Stadt Sonthofen zur Aufgabe gesetzt, den Standort Sonthofen weiter zu stärken, die Lebensqualität zu verbessern, der Wirtschaft und den Familien ein gutes Umfeld zu bieten. Für die Zukunft Sonthofens seien eine Förderung der Wirtschaft, hervorragende Bildungsmöglichkeit für die Kinder, attraktives Wohnen und Familienfreundlichkeit von Bedeutung. Deshalb investiert die Stadt viel in den Ausbau der Kinderbetreuung, Áusbau und Sanierung der Schulen, Hochwasserschutz und ist auch weiterhin bemüht, trotz finanzieller Engpässe Vereine und andere ehrenamtliche Organisationen in ihrem Engagement zu unterstützen. Sonthofen solle auch in Zukunft eine attraktive und lebenswerte Stadt sein. Für dieses Ziel müsse jeder Einzelne seinen Teil beitragen, denn: „Nicht jeder kann die Welt retten, aber jeder Einzelne kann ein Stück dazu beitragen, dass die Welt menschlich bleibt und nicht die Finanzwelt immer mehr beherrscht!“

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