"Das gehört zu meinem Geschäft"

Sonthofens Bürgermeister Hubert Buhl (2. von rechts) im Gespräch mit den Soldaten der 3. Kompanie des ABC Abwehrregiments 750 aus Sonthofen, die kürzlich von einem Kosovo-Einsatz zurückgekehrt sind. Foto: Eva Veit

Kürzlich kehrten acht Soldaten der 3. Kompanie des ABC Abwehrregiments 750 nach einem sechsmonatigen Auslandseinsatz im Kosovo nach Sonthofen zurück. Sonthofens Bürgermeister Hubert Buhl begrüßte die Heimkehrer und brachte so die Verbundenheit der Stadt mit ihren Soldaten am Standort zum Ausdruck.

Eigentlich hätte ihr Einsatz schon im April beendet sein sollen, erzählt Oberleutnant Christoph Schmelz aus Rettenberg. Seit Mitte Dezember waren die Angehörigen der 3. Kompanie des ABC Abwehrregiments 750 im Nordkosovo im Einsatz. Dort kommt es immer wieder zu ethnischen Spannungen zwischen Kosovo-Serben, die einen Anschluß an Serbien befürworten, und Kosovo-Albanern. Die Soldaten aus Sonthofen gehörten dort dem operativen Reservebataillon ORF der KFOR-Truppen an. Der Einsatz war für Schmelz „sehr interessant”, da sie im Kosovo nicht die üblichen Aufgaben eines ABC Abwehrregiments zu erfüllen hatten, sondern Feldjäger-, Jäger- und polizeiliche Aufgaben. Das ORF komme dann zum Einsatz, „wenns brennt”. Die Gefährdungslage im Norden des Kosovo während ihres Einsatzes schätzt der Vater eines vierjährigen Sohnes als „mittel” ein. Das Verhältnis zur Bevölkerung sei friedlich gewesen, allerdings konnte die Stimmung bei einem geringen Anlass schnell umschlagen, so seien kurz vor ihrer Ankunft der damalige Kommandeur des ORF-Bataillons und sein Fahrer angeschossen worden. Kaum war das Regiment nach seinem Einsatz im Nordkosovo zwei Wochen wieder zu Hause, folgte die erneute Alarmierung. Vor den Wahlen in Serbien am 6. Mai hatte die Bundeswehr die Nato-Schutztruppe KFOR im Kosovo verstärkt, um mögliche Unruhen zu verhindern. Kosovo-Serben im Norden des Landes wollten sich an den Wahlen beteiligen.Außerdem war der OSZE durch Serbien untersagt worden, die Wahlen überwachen zu lassen, eine Aufgabe, die die KFOR-Truppen mit übernehmen sollten. Die Angehörigen der 3. Kompanie wurde nach Prizren im Süden des Kosovo geschickt. Das Soldaten aus Sonthofen mussten laut Oberleutnant Christoph Schmelz an ihremEinsatzort bei Prizren „von Null anfangen”. Zu Beginn lebten sie in Zelten, mussten erst eine Containerstadt und eine funktionierende Infrastruktur aufbauen. Die Soldaten befanden sich allerdings oftmals auch für mehrere Tage außerhalb ihres Lagers für bestimmte Operationen. Anfang Juni endete der Einsatz der Soldaten in Prizren, alle konnten wohlbehalten wieder nach Sonthofen zurückkehren. Eine italienische Kompanie hat ihre Aufgaben im Kosovo übernommen. Bei einem Treffen der Soldaten der 3. Kompanie mit Sonthofens Bürgermeister Hubert Buhl betonte dieser, dass die Stadt ihre Soldaten im Einsatz zumindest moralisch unterstützen möchte. Durch Ortsschilder von Sonthofen, die den Kompanien mit in den Einsatz gegeben oder durch gelbe Bänder, auf denen Unterschriften der Bevölkerung gesammelt wurden, will man den Soldaten zeigen, dass in der Heimat an sie gedacht wird. In Sonthofen fühle man sich mit seinen Soldaten verbunden, von Seiten der Stadtverwaltung als auch von Seiten der Bevölkerung, führte Buhl weiter aus. „Wir sind immer froh, wenn alle wieder heil zurück sind – heil am Körper, heil am Geist,” so Buhl weiter. Christoph Schmölz, momentan noch Zeitsoldat, möchte sich als Berufssoldat weiterverpflichten. Hält der Gedanke, eventuell nochmals in den Auslandseinsatz zu müssen, ihn nicht davon ab? Schmölz verneint, denn „das gehört zu meinem Geschäft dazu!”

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