Dennis Endras ist die "Nummer 1" der Eishockey-WM

Die Trikot-Nummer 44 hat ihm bislang Glück gebracht. Jetzt ist der Torhüter der deutschen Eishockey-Nationalmannschaft sogar die „Nummer 1“ der jüngsten Weltmeisterschaft: Dennis Endras aus Sonthofen wurde zum „Wertvollsten Spieler der WM“ gewählt.

Eishockey-Profi wollte er schon immer werden. Und es hat geklappt. Seit fünf Jahren spielt Dennis Endras, der das Eishockeygeschäft beim ERC von der Pike auf gelernt hat, als Profi für Vereine in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL). Zur Zeit ist er Stammtorhüter des DEL-Teams der Augsburger Panther. Bei der jüngsten Eishockey-Weltmeisterschaft lief das deutsche Team zu ungeahnter Größe auf - an der Spitze Dennis Endras als herausragender Spieler der WM. Eine Art „Eis-Märchen“ präsentierte die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft. Mit einer Reihe von Glanzleistungen schaffte das deutsche Team, was es seit mehr als 50 Jahren nicht mehr gab: Deutschland in der Endrunde der Eishockey-Weltmeisterschaft. Eine herausragende Teamleistung. Und einen ganz entscheidenden Anteil an diesem Erfolg hat ein Mann aus Sonthofen: Die Nummer 44 - Goalie Dennis Endras. Das einstige ERC-Gewächs brachte als erfolgreicher Torhüter die Nationalmannschaft nicht nur zu einem sensationellen Auftritt in die Finalspiele, sondern wurde auch mehrfach ausgezeichnet: Bester Torhüter der WM – und wertvollster Spieler der Weltmeisterschaft 2010. „So viele Eindrücke, so viele Erlebnisse. Ich hab das alles noch gar nicht verarbeitet...“, bringt „der Mann dieser Eishockey-WM“ seinen Blick auf die zurückliegenden Wochen und Monate auf den Punkt. Dennoch ist dem bescheidenen Sonthofer der Stolz auf die beiden außergewöhnlichen Auszeichnungen, die er nach Hause brachte, anzumerken: So was bekommt man nicht alle Tage – und nicht geschenkt. Einen Ehrenplatz werden der Pokal und die Plakette bestimmt bekommen. Tatsächlich liegt hinter dem 24-Jährigen und seinen Teamkameraden ein wahrer Marathon: Zahllose Spiele der Deutschen Eishockey-Liga DEL, unterbrochen von der Teilnahme an den Olympischen Spielen in Vancouver, dann die Play-off-Runde der DEL in der Endras mit den Augsburger Panthern eine packende Aufholjagd gelang. „Anschließend ging es quasi nahtlos weiter zur WM“, skizziert Dennis Endras seine Saison bei den Augsburger Panther. Viel Zeit zum Atemholen und Kraft tanken blieb also nicht. Umso glänzender setzte sich dann das deutsche WM-Aufgebot bei der WM vor heimischer Kulisse in Szene. Das Team zeigte sich als ebenbürtiger Gegner. Und Torhüter Dennis Endras erwies sich als der herausragende Mann auf dem Eis. Allein im wichtigen Spiel gegen die Schweiz parierte Endras 43 Schüsse. Für das deutsche Team reichte ein Treffer für den Einzug ins Halbfinale. Vater Edi Endras mit einem riesigen Transparent „Sonthofen grüßt Dennis Endras!“ mitten drin unter den begeisterten Zuschauern in Mannheim. Endras macht eine „enorme Professionalisierung“ aus, die es im deutschen Eishockey gegeben habe. Die Zeiten, wo die Eishockey-Weltmächte wie Kanada, Russland oder USA die deutsche Mannschaft regelrecht vom Eis fegten, seien vorbei. „Die Leistungsdichte national wie international ist enorm“, berichtet Endras. In vielen deutschen Clubs gebe es mittlerweile deutsche Leistungsträger. „Das ist gut für die Nationalmannschaft.“ Seit fünf Jahren ist der Sonthofener Eishockey-Profi und kennt sich aus „im Geschäft“. Ein Geschäft, das er von der Pike auf gelernt hat. Begonnen hat es vor fast 20 Jahren beim heimischen ERC Sonthofen 99. Und bald stand fest: Dennis wollte Torwart sein in dem Team der Knirpse und entwickelte sein Talent. Mit elf Jahren holte man den Oberallgäuer erstmals in die Bayern-Auswahl, mit 16 war er der Torhüter der ersten Mannschaft des ERC. Dennis Bruder, Patrick, spielt noch heute für den ERC. Und für Dennis ist Sonthofen nach wie vor die Heimat, auch wenn er in Augsburg „bei den Panthern“ wohnt. „Hier in Sonthofen habe ich viele Freunde, hier bin ich aufgewachsen...“ Der Wunsch, das Ziel, der Traumjob. „Dass ich Eishockey-Profi werden wollte stand für mich schon lange fest“, erinnert sich der fast 25-Jährige. Als eine Art Glücksfall bezeichnet er heute den Umstand, dass die Jobsuche nach dem Abschluss der Realschule erfolglos blieb. Bei den Bayreuth Tigers konnte er „einsteigen“ - Beginn einer Torhüter-Karriere. Später spielte Endras beim EV Landsberg, beim EV Ravensburg und kam dann im September 2008 als Stammtorhüter ins DEL-Team der Augsburger Panther. Die WM 2009 verfolgte er noch als Ersatzmann. Heuer war die Nummer 44 dann die „Nummer 1“. Jetzt ist erst mal Erholung angesagt. Anfang August beginnt das Training und die Vorbereitung auf die neue DEL-Saison, die Dennis Endras erneut mit den Augsburger Panthern bestreiten wird. „Bald gilt es schon wieder Kondition zu bolzen – mit Laufen, Biken und Fitnesstraining“, deutet der Sonthofer an, wie „erholsam“ die kommenden Wochen werden. „Man muss immer an sich arbeiten.“ Danach geht es wieder zur Sache mit zwei- bis dreimal täglich Training, zwei bis drei Spiele pro Woche, lange Busfahrten zu Spielen und oft im Morgengrauen nach Hause.

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