Ein Dorf im Silberrausch

Ein ganzes Dorf im Silberrausch. Fast alle der knapp 180 Einwohner des Oberstdorfer Ortsteiles (und noch viele andere Fans aus dem Oberallgäu) waren auf den Beinen um ihrer Silbermedaillengewinnerin in der Langlauf-Damenstaffel Katrin Zeller einen begeisterten Empfang zu bereiten.

Geehrt wurde auch der Curler Daniel Herberg - er startete als Oberstdorfer im Team des CC Füssen. Die beiden Sportler befanden sich bei der „großen“ Ehrung der Olympiateilnehmer zwei Tage zuvor im Oberstdorfer Kurpark noch auf dem Heimweg von Vancouver. Der kleine Dorfplatz in Herzen von Rubi konnte die vielen Gratulanten kaum fassen. Die Blaskapelle Schöllang spielte auf - mit Pferdekutsche, Kuhschellengeläut und durch ein Spalier aus Fahnen und Skiern ging es zur mit den Olympischen Ringen geschmückten Bühne. „Eine Silbermedaille für uns Dörfler“, gab der Vorsitzende des Skiclub Rubihorn Nicolas Hofmann seiner Freude Ausdruck. Doch egal ob deutsche Medaille, Oberstdorfer Medaille oder Rubinger Medaille: Alle - von Bürgermeister Laurent Mies und den Ortssprecher Ralf Ecke über den Vorsitzenden des SCO Josef Geiger und ehemaligen Trainer Alois Hartmann bis zu der Familie und den Freunden - lobten Zeller als sympathische Spitzensportlerin und Vorbild für die Jugend. Das ganze Dorf habe die Daumen gedrückt und mitgefiebert. Trotz Verletzungen und Rückschlägen in ihrer Karriere habe sie nie aufgegeben. Lob gab es auch für den Curler Daniel Herberg, der kurzfristig einsprang und mit dem Füssener Team Platz 6 ereichte. Fast alle der knapp 180 Einwohner des Oberstdorfer Ortsteiles und viele andere Zeller- und Sport-Fans waren auf den Beinen um „ihrer Silbermedaillengewinnerin“ in der Langlauf-Damenstaffel Katrin Zeller einen begeisterten Empfang zu bereiten. Nach ihrem knappen Ausscheiden in der Sprint-Disziplin habe sich dann mit der Medaille in der Staffel ein Kindheitstraum erfüllt, so Zeller. „Es aufs Podium geschafft zu haben, ist einfach ein großartiges Gefühl.“ Die Silbermedaille sei der größte Olympiaerfolg des Skiclub Oberstdorf seit der Goldmedaille von Thomas Müller 1988, freute sich Skiclub Vorsitzender Geiger über den erfolgreichen Auftritt (mit der Mannschaft in der Nordischen Kombination gab es mit Johannes Rydzek noch Bronze für den SCO). Zugleich tadelte er Langlauf-Bundestrainer Jochen Behle für dessen öffentliche Kritik an den Sportlerinnen als „taktlos“. Man wünsche sich da schon manchmal einen anderen Umgang, gestand Zeller ein. Aber das gehe inzwischen „hier rein und hier raus“. „Mit 30 kommt man erst so richtig in Fahrt“, machte die Athletin deutlich, dass sie noch lange nicht zum alten (Langlauf)Eisen zählt. Mit drei Jahren stand Zeller zum ersten Mal auf Ski - mit acht Jahren lief die heute 31-Jährige ihre ersten Rennen für den SC Rubihorn. Die Loipe ging direkt vor dem Elternhaus vorbei, wo sie als Kind beobachtete „wie sich die Urlauber auf den Allerwertesten setzten“. Als Startläuferin der 4 x 5 Kilometer-Staffel legte sie nun in Vancouver den Grundstein für den deutschen Erfolg und krönte ihre lange sportliche Karriere.

Meistgelesene Artikel

"Busche Berta" in neuem Glanz

Ofterschwang – Es hat schon gut 200 Jahre „auf dem Buckel“, das alte Bauernhaus in Ofterschwang. Bald schon soll frischer Wind wehen bei „Busche …
"Busche Berta" in neuem Glanz

Platzverweis für Bergbauern

Oberallgäu – Auf dem Milchmarkt wird mit harten Bandagen gekämpft. Das mussten die Milchbauern der Allgäuer Bergbauernmilch erfahren: Nachdem bei den …
Platzverweis für Bergbauern

Schnell und gut beheizt

Oberstdorf – Schlag auf Schlag geht es bei den Bergbahnen Oberstdorf/Kleinwalsertal. Mit der Inbetriebnahme der neuen Sechser-Sesselbahn, der …
Schnell und gut beheizt

Kommentare