Dorfladen Ofterschwang ist "Ein Stück Zukunft und Heimat"

Erfolgsmodell Eigeninitiative

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Max Lang (von links) vom Amt für Ländliche Entwicklung Schwaben, Bürgermeister Alois Ried und der Oberallgäuer Landrat Anton Klotz zeigten sich begeistert vom Angebot und der Präsentation des Sortiments im neuen Dorfladen Ofterschwang.

Ofterschwang – Ganz gegen den aktuellen Trend vom Rückzug des Lebensmittel-Einzelhandels aus der ländlichen Region eröffnete vor wenigen Wochen in Ofterschwang ein neuer Dorfladen. Jetzt wurde das Geschäft offiziell eröffnet und als beispielhafte Eigenini­tiative gewürdigt.

„Ein Dorfladen gehört dazu!“, unterstrich Ofterschwangs Bürgermeister bei der offiziellen Eröffnung und Segnung des neuen Dorfladens. Ein Laden im Ort, in dem die Menschen den täglichen Grundbedarf eines Haushalts decken könnten, sei ihm und dem Gemeinderat stets ein wichtiges Anliegen gewesen, so Ried in seinem Blick auf die Vorgeschichte des neuen Dorf­ladens. Im Zuge der „einfachen Dorferneuerung“ habe man in Ofterschwang die Möglichkeiten einer Förderung genutzt und ein schlüssiges Konzept zusammen mit dem Amt für Ländliche Entwicklung Schwaben in Krumbach erarbeitet. Selten, so Ried weiter, habe er „so kooperative und engagierte Beamte“ gefunden wie bei dieser Behörde. „Es ist was Schönes entstanden – das kann sich gut sehen lassen“, brachte der Bürgermeister die Ergebnisse der einfachen Dorf­erneuerung im Fall Ofterschwang auf den Punkt.

Eine „gute Idee“ sei in Ofterschwang Realität geworden mit dem neuen Dorfladen, beschrieb Max Lang vom Amt für Ländliche Entwicklung Schwaben das Ergebnis. Wo vielerorts die Lebensmittelläden auf dem flachen Land dicht machten, habe Ofterschwang mit dem Instrument der einfachen Dorferneuerung eine „einmalige Chance“ ergriffen. Zunächst war der Eisladen als „aufgemöbelte Bushaltestelle“ ins Rennen gegangen; später kamen das Dorfgemeinschaftshaus „Busche Berta“ und der kleine Kurpark dazu. Mit dem Dorfladen und der neugestalteten Dorfstraße wurde das Gesamtwerk mit einem Investitionsvolumen von mehr als 630 000 Euro abgerundet.

Bürgermeister Ried sei bekannt als ein Mensch, der die Ärmel aufkrempele, statt um Zuschüsse anzufragen. Diesmal habe Ried im Nachtarok letztlich eine Fördersumme von 316 000 Euro für das Projekt „ausgehandelt“, erinnert sich Max Lang. Er habe das Geld heute zwar nicht dabei, aber im Amt schon hergerichtet.

Mit dem Dorfladen in zentraler Lage sei nicht nur eine Versorgungseinrichtung im Ort präsent, sondern auch ein Treffpunkt zum „Ratsch“ entstanden. Das Beispiel Ofterschwang zeige, so Lang weiter, dass Eigen­initiative vor Unterversorgung schütze. „Heute ist ein Tag, an dem ein Stück Zukunft für Ofterschwang beginnt!“

Die Kommunalpolitik sei verpflichtet, dem Rückzug von Läden, Wirtshäusern und Bankfilialen aus den Dörfern entgegenzutreten, betonte der Oberallgäuer Landrat Anton Klotz. Das Beispiel Ofterschwang zeige, dass die Kommunen das Thema selbst in die Hand nehmen müssten. Ein Laden, ein Lebensmittelgeschäft im Ort sei eine wichtige Basis für eine Dorfgemeinschaft, letztlich „ein Stück Heimat“, so Klotz. Und Pater Joe bekräftigte bei der Segnung des neuen Dorfladens: „Hier steht nicht der Kommerz im Vordergrund, sondern das Wohl der Gemeinschaft.“

Josef Gutsmiedl

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