"Ich bin sehr zufrieden"

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Zusammen mit seiner Familie studierte Eberhard Rotter (links) am Wahlabend im Landratsamt Oberallgäu die aktuellen Trends aus dem Stimmkreis.

Oberallgäu - Spannung am Wahlabend im Landratsamt Oberallgäu. Noch während die ersten Schnellmeldungen aus den Oberallgäuer Gemeinden einliefen, informierte sich der CSU-Wahlkreiskandidat Eberhard Rotter über aktuelle Trends – und vor allem über sein Abschneiden im Stimmkreis 710.

Während die Spitzenvertreter der Parteien in München erste Fernsehinterviews geben, kann Eberhard Rotter auf sein Ergebnis anstoßen: „Ich bin sehr zufrieden.“ 

Als „äußerst positiv“ wertet Rotter seine erfolgreiche Aufholjagd im Oberallgäu. Vor fünf Jahren bei der Landtagswahl im Jahr 2008 sei er als Westallgäuer noch nicht hinreichend bekannt gewesen. Dieses Manko habe er durch gute Arbeit vor Ort und im Landtag ausgeräumt. „Die Menschen im Wahlkreis haben meine Arbeit anerkannt. Mein persönliches Abschneiden bei der jüngsten Wahl stimmt mich hoch zufrieden und bestätigt mich in meiner Arbeit für die Region.“ Mit dem Ergebnis von gut 48 Prozent liege er ziemlich genau auf dem Landesergebnis für die CSU. Rotter weiter: „Ich hoffe natürlich, dass die CSU auch über die Zweitstimmen weitere Bewerber über die Liste in den Landtag bringt. Das Oberallgäu sollte weiterhin optimal vertreten sein.“ 

Er, Rotter, werde seine Landtagsarbeit konsequent fortsetzen. „Fragen der Verkehrsinfrastruktur, des Wohnungsbaus und der Städtebauförderung sind dabei ebenso im Mittelpunkt wie die Konversion.“ Generell sieht Rotter den Wahlausgang in Bayern als „starkes Signal“ für Berlin und die Bundestagswahl.

gts

Weitere Stimmen zur Wahl:

Jörg Hilbert, SPD: „Zunächst das Positive: Die Wahlbeteiligung lag deutlich höher als bei der letzten Wahl, und die Bayern-SPD konnte als einzige Oppositionspartei Stimmen dazugewinnen. Ich sehe es allerdings wie im Sport: Voller Einsatz, engagiert gekämpft, gut gespielt, aber am Ende reichte es doch nicht zum Sieg – sprich Regierungswechsel. Da ich ja zum ersten Mal kandidiert habe, und gegen amtierende Abgeordnete angetreten bin, kann ich mit meinem persönlichen Ergebnis absolut zufrieden sein, aber letztendlich überwiegt die Enttäuschung.“

Ulrich Leiner, Grüne, zum Abschneiden seiner Partei: „Es war keine Wechselstimmung spürbar, dennoch habe ich landesweit mit einem zweistelligen Ergebnis für uns Grüne gerechnet. Insofern ist das landesweite Ergebnis enttäuschend. Erfreulich ist, dass wir in Schwaben wieder mit drei Abgeordneten im Landtag vertreten sein werden und unser Ergebnis in Schwaben zum ersten Mal über dem Landesdurchschnitt liegt. Mein persönliches Gesamtergebnis kenne ich noch nicht. Mit meinem Erststimmenergebnis bin ich sehr zufrieden. Eine absolute Mehrheit der CSU hätte es nicht gebraucht, aber ich respektiere die Wahlentscheidung der Bürger.“

Stephan Thomae, FDP: „Wir gratulieren der CSU zum Wahlsieg. Bei den Kandidatinnen und Kandidaten der anderen Parteien bedanke ich mich für einen stilvollen und sachorientierten Wahlkampf im Allgäu und bei meinen Wahlhelfern und unseren Wählern für ihre Unterstützung. Natürlich hätten wir die erfolgreiche Koalition gerne fortgeführt, aber der Wähler hat eine erneute Alleinregierung der CSU vorgezogen. In den nächsten Tagen müssen wir analysieren, warum die Zufriedenheit der Wähler mit der Regierungsarbeit der letzten Jahre allein auf das Konto der CSU gebucht worden ist. Ein Grund ist sicher, dass es für den kleineren Koalitionspartner immer schwerer ist, die politischen Erfolge deutlich zu machen. Ich persönlich wollte ja den Bundestag verlassen, um wieder näher an Heimat und Familie zu rücken. Ganz so war es zwar nicht gedacht, aber ich hoffe, dass ich mir persönlich keine gravierenden Fehler vorzuwerfen habe. Glücklicherweise kann ich ja in meinen Beruf jederzeit zurückkehren, bin aber auch für neue Herausforderungen und neue Aufgaben offen.”

Dr. Leopold Herz von den Freien Wählern zeigte sich am Montag mit den Ergebnissen seiner Partei in der Region sehr zufrieden, da sie gut über dem bayernweiten Schnitt lagen. Sein persönliches Ergebnis, also ob er wieder im Landtag sitzt, stand bei Redaktionsschluss leider noch nicht fest. Insgesamt seien die Freien Wähler über ihr Wahlergebnis bei der Landtagswahl enttäuscht, so Herz, da sie etwa 1,5 Prozent verloren haben. Er zeigte sich zudem überrascht, dass die CSU „trotz der Skandale so zugelegt hat” – gratulierte den Gewinnern der Wahl aber trotzdem.

Xaver Fichtl und Michael Finger, ÖDP, bedanken sich bei den Wählern für Ihre Stimmen und den klaren Auftrag. „Wir leben Opposition, das ist immer kreative und fordernde Arbeit. Oder wie Bert Brecht sagte: ‘Wer kämpft ,kann verlieren, wer nie kämpft hat es schon.’ Im Wahlkreis 710 sind wir zwar wieder unter ‘Sonstige’ verschwunden, haben aber mit 2,6 Prozentpunkten unsere Landtagsergebnis von 2008 um 1% in den wichtigen Zweitstimmen verbessern können. Auch bei den Erstimmen konnten wir vernünftig Gewinne erzielen. Der Bezirkstag, der noch nicht komplett bestätigt ist, lässt aber die Tendenz von 3% erkennen. Es gibt Stimmkreise, in denen die ÖDP über 20% der Zweitstimmen erreicht, wie in Grünenbach. Sogar im so konservativ geprägten Balderschwang liegen wir bei 5% der Zweitstimmen. Damit sind wir gleichauf mit mancher Landtagspartei oder besser. Wir machen mit unserer Arbeit weiter, denn was Spaß macht sollte man weitermachen, und wünschen den Parteikollegen aller Parteien eine spannende neue Legislaturperiode.”

Karin Weiß, Die Linke, zu den Ergebnissen ihrer Partei: „Das Ergebnis für Die Linke entspricht unseren Erwartungen. Die Linke als junge Partei spielt in der bayerischen Politik noch eine Außenseiterrolle. Aber das entmutigt uns nicht. Grüne (1978 1,8%, 1982 4,6%) und Freie Wähler (1998 3,7%, 2003 4,0%) brauchten auch drei Wahlen, um in Bayern in den Landtag zu kommen. Die Linke hat in diesem Landtags- und Bezirkstagswahlkampf Gesicht gezeigt. Kämpferisch und selbstbewusst haben Genossinnen und Genossen, Sympathisantinnen und Sympathisanten ihre Ziele und Werte öffentlich vertreten. Auf diesem Weg gilt es, die nächsten Tage bis zur Bundestagswahl weiter zu gehen. Es ist durchaus realistisch, dass Die Linke in Bayern dabei die 5%-Hürde erneut überspringt. Das wäre von großer Bedeutung für ein gutes Ergebnis der ganzen Partei und würde die Chancen bei der Kommunalwahl im Frühjahr 2014 erhöhen. Dass mein persönliches Ergebnis niedrig ausgefallen ist, erklärt sich aus den eben dargelegten Fakten. Jetzt richte ich mein Augenmerk wieder nach vorne, um die Bürgerinnen und Bürger weiter zu informieren und zu überzeugen.”

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