Eine schlagkräftige "Lebensversiocherung"

Beiratsvorsitzender Michael Fäßler (links) und Geschäftsführer Rainer Hartmann sind stolz auf die neue Beschneiungsanlage.

Zwei Monate nach dem Startschuss im vergangenen November wurde die neue Beschneiungsanlage im Skigebiet Ofterschwanger Horn jetzt offiziell – und kirchlich – eingeweiht. Im Sommer vergangenen Jahres wurden ein Speicherteich und eine Pumpstation an der Alpe Gaisrücken im Gunzesrieder Tal gebaut und die Beschneiungsanlage erweitert. Die Bergbahnen Ofterschwang-Gunzesried sehen sich jetzt gut aufgestellt für den Wintersport in der Region.

Die Bergbahnen hätten aus dem schlechten Winter 2006/2007 die Konsequenzen gezogen, skizziert Geschäftsführer Rainer Hartmann die Vorgeschichte. Das bestehende Beschneiungsinventar und das zur Verfügung stehende Schneiwasser reichten nicht aus, um die Saison gut zu überstehen. „Die Rentabilität eines Skigebietes steht und fällt heute mit der Beschneiung“, betont Rainer Hartmann. „Das ist die Lebensversicherung eines Skigebietes.“ Im Herbst 2007 wurde die Planung für die neue Beschneiungsanlage eingereicht, im Sommer 2008 die Genehmigung erteilt, bevor im Sommer 2010 die Bauarbeiten für den neuen Speicherteich, die Leitungen und die Pumpstation über die Bühne gingen. Rechtzeitig vor der neuen Wintersaison konnte Mitte November die Befüllung des Speicherteichs an der Alpe Gaisrücken begonnen werden. Der 200 Meter lange und rund 100 Meter breite Speicher fasst rund 107000 Kubikmeter Wasser. Im „Gegenzug“ wurden beim Aushub mehr als 100000 Kubikmeter Erdreich bewegt und zum Großteil bei der Geländemodelierung im Bereich der Pistentrasse verwendet. „Der Bau wurde gut in die Landschaft eingepasst“ meint Hartmann. 5,5 Millionen Euro haben die Bergbahnen im vergangenen Jahr in die Erweiterung und Modernisierung der Beschneiungsanlagen investiert. Mehr als 50 Hektar Piste können nun fast komplett beschneit werden. Auf die Dimension der Pumpstation angesprochen, die immerhin eine Länge von fast 40 Meter hat, gibt Hartmann zu, „!zuerst selbst erschrocken“ zu sein. Aber die technischen Vorgaben hätten kein kleineres Gebäude erlaubt. Neben der Energieversorgung, der eigentlichen Steuerung und den drei mächtigen Pumpen ist hier – im Sommer - auch Platz für die Beschneiungslanzen und Schneekanonen. Drei Pumpen sind bereits in Betrieb, zwei weitere können noch dazu kommen, denn die Bergbahnen wollen die bisherige Beschneiungsanlage auf der Ofterschwanger Seite möglichst auch über die neue Pumpstation versorgen. Sogar als Löschwasser-Speicher könne der kleine See „im Fall des Falles“ dienen, heißt es im Genehmigungsbescheid. Der bisherige Winter habe bewiesen, dass die Bergbahnen Ofterschwang-Gunzesried jetzt „sehr schlagkräftig“ seien, wie Rainer Hartmann betont. Bislang seien mehr als 162000 Kubikmeter Wasser verschenit worden, also anderthalb mal die Menge der Teichfüllung. „Enorm!“ freut sich der Geschäftsführer. Stolz ist auch Beiratsvorsitzender Michael Fäßler darauf, dass die „technische Herausforderung“ so gut – und weitgehend mit heimischen Firmen – gemeistert werden konnte. „Es war spannend bis zum Schluss – und es hat alles funktiniert.“ Pfarrer Florian Rapp erinnert in seiner Besinnung vor der kirchlichen Segnung an die die Verantwortung des Menschen beim Umgang mit der Natur. „Solche Entscheidungen sind nie einfach; es gibt immer ein Für und Wider.“ Neben dem Genuss der Naturschönheiten stehe die Ehrfurcht vor der Schöpfung, gab Pfarrer Rapp zu bedenken. Tatsächlich hatte das Projekt der Bergbahnen auch Gegner, die vor allem den Eingriff in die Landschaft kritisierten, der durch den „künstlichen See“ erfolge.

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