"Ungezwungenes Treffen"

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Hülya Dirlik (vorne links) und Andrea Königbauer (rechts) waren selbst erstaunt über das große Interesse am Kennenlerntreffen im „Moorstüble“.

Oberstdorf-Reichenbach - „Ein toller Nachmittag“, so das Fazit des Oberstdorfer Helferkreises für Migranten und Asylbewerber, nach dem Kennenlerntreffen im Reichenbacher Moorstüble. Rund 80 Personen drängten sich in Gastraum – etwa die Hälfte waren interessierte Bürger, zumeist aus Reichenbach; dazu die Mitglieder des Helferkreises und die Asylsuchenden selbst.

Hülya Dirlik und Andrea Königbauer erläuterten die Situation der in Reichenbach untergebrachten Flüchtlinge und die Arbeit des Helferkreises. Die Flüchtlinge kommen aus der Ukraine, Albanien und Aserbeidschan. Fluchtgründe sind zumeist politische Verfolgung oder dass man sich nicht an Kriegshandlungen beteiligen wolle, wie aktuell in der in der Ukraine. Caroline Wirth von der Caritas machte deutlich, dass hinter jedem Menschen ein individuelles Flüchtlingsschicksal stehe. „Wir denken, es ist eine gute Idee, ein ungezwungenes Treffen zu veranstalten, wo sich alle kennen lernen können“, so Dirlik.

„Was hier ehrenamtlich geleistet wird, ist beachtlich“, dankte Thomas Kretschmer als Vertreter der Gemeinde den Helferinnen und Helfern. Einige Probleme seien inzwischen gelöst, wie die Schulbesuche und die Einrichtung von Deutschkursen. Auch die Mobilität sei gewährleistet, indem die Asylbewerber die Oberstdorfer Bürgerkarte erwerben können. Eric Stotgin und Barbara Hengge geben zusammen mit Heide Ecke zweimal wöchentlich zwei unterschiedliche Deutschkurse in der Unterkunft.

Bei ihrer Vorstellung konnten die Flüchtlinge zeigen, was sie schon an Deutschkenntnissen erworben haben, wofür es reichlich Beifall gab.

Bei der Diskussion ging es vor allem um die Beschäftigungsmöglichkeiten für die Asylsuchenden. Wobei bedauert wurde, dass diese nicht arbeiten dürften und es darum quasi kaum Gelegenheit gebe, eine geregelte Alltagsstruktur aufzubauen.

Dirlik zeigte sich angenehm überrascht „wie viele Leute gekommen sind um sich zu informieren und die Menschen, die unsere Hilfe brauchen, kennenzulernen“. „Das Treffen war ein guter Anfang, auf dem man weiter aufbauen kann“, hofft Königbauer, und hofft, dass sich daraus weitere Kontakte und Hilfsangebote ergeben. Auch bei den Reichenbachern kam der Nachmittag offenbar gut an, was die positiven Reaktionen und das Verständnis für die Situation der Asylsuchenden zeigten. „Wir müssen uns nur einmal selbst in die Lage der Flüchtlinge versetzen“, so ein Ehepaar.

Heinrich Bonert

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