Eisblumem sind Schnee von gestern

Lange sah es nach einer typischen „endlosen Geschichte“ aus. Doch dann ging alles sehr schnell: Mit den Mitteln aus dem sogenannten Konjunkturpaket II konnte jetzt die energetische Gesamtsanierung des Kinderhauses Nord in Sonthofen „mit Volldampf“ durchgezogen werden. Die Zeiten, als bei Winterkälte die Eisblumen auf den Fensterscheiben blühten, sind vorbei.

An die Winter früherer Jahre kann Caroline Blanz, seit zehn Jahren Leiterin des Kinderhauses Nord in Sonthofen, endlich bei wohliger Wärme zurückdenken. „Wunderschöne Eisblumen bedeckten die Fenster in unserem Kindergarten“, beschreibt sie die Zustände. Schlecht schließende Fenster sorgten nicht nur für zugige Räume im Kinderhaus Nord, sondern auch für eine denkbar schlechte Energiebilanz. Es wurde regelrecht zum Fenster hinaus geheizt. Immer wieder stellte Caroline Blanz unterstützt vom Elternbeirat Anträge an die Stadt, damit die „Löcher“ endlich dicht gemacht würden. Allerdings scheiterte es immer am Geld – schließlich ging es um 90 Fenster, die dringend ersetzt werden musste. Doch Dank der Wirtschaftskrise ging es dann plötzlich schnell: Mit den Mitteln aus dem Konjunkturpaket II der Bundesregierung konnte die energetische Generalsanierung des Kinderhauses Nord in Angriff genommen werden. „Aus der Krise heraus profitierte das Kinderhaus Nord“, meinte auch Sonthofens Bürgermeister Hubert Buhl. „Sonst hätten wie das Gebäude so nicht sanieren können.“ Zudem freute sich Buhl, dass nahezu ausnahmslos einheimische Firmen zum Zug kamen bei der Auftragsvergabe. „Alles hat dann auch reibungslos funktioniert“, beschrieb er den Ablauf, nachdem im August mit den Arbeiten begonnen werden konnte. Kein kleiner Auftrag überdies: Immerhin ging es bei der Generalsanierung nicht allein um 90 marode Fenster. 800 Quadratmeter Fassadenfläche waren energetisch „fit“ zu machen und 500 Quadratmeter Geschoßdecken. Die Heizung musste ebenfalls überholt und optimiert werden. Allein die korrekte Einstellung der Heizkörperventile wird rund 10 bis 15 Prozent Energieeinsparung bringen. Angewandter Klimaschutz obendrein: Der CO2-Ausstoß wird durch die Maßnahmen von 360 Kilogramm/Quadratmeter und Jahr auf fast ein Zehntel dieser Menge gesenkt. Die Energiekosten werden deutlich gesenkt, wenn rund 1500 Kubikmeter Gas gesparter werden. Dann sei der Anteil der Stadt in Höhe von 40000 Euro bald wieder in der Kasse, meinte Bürgermeister Buhl. Insgesamt kostet die Sanierung 365 000 Euro; die Förderung beträgt 325000 Euro. „Ein ausgezeichnetes Miteinander der Handwerker“ stellte Architekt Michael Gibbesch beim offiziellen Abschluss der Arbeiten fest. Das sei nicht immer so. Man sei zeitlich sehr gut hingekommen und es blieb sogar soviel Geld übrig, dass der Eingangsbereich ebenfalls erneuert werden konnte. Damit haben weitere Räume mehr Tageslicht. Und wenn es schon ein Kinderhaus sei, so fügte Gibbesch an, habe man auch bei der Farbgebung einmal „popigere Töne“ gewählt.

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