Elegant nach Gunzesried

Landrat Gebhard Kaiser (von links) eröffnete zusammen mit Hans Dieing von der „oberall bau“, Blaichachs Bürgermeister, Otto Steiger, sowie Bruno Fischle und Bruno Müller von der Tiefbauverwaltung den neuen Streckenabschnitt der OA 27 nach Gunzesried. Foto: Josef Gutsmiedl

Mit der offiziellen Verkehrsfreigabe der neuen Gemeindeverbindungstraße Bihlerdorf - Gunzesried konnte eine „schwierige Baustelle“ des Landkreises erfolgreich beendet werden. Elegant und „geschmeidig“ zieht sich die neue Kreisstraße OA 27 jetzt den Hang entlang, wo bislang die Fahrt einer Schaukelpartie über Wellen und Buckel gleichkam. Rund 3,2 Millionen Euro kostete die grundlegende Sanierung.

Fast ein wenig zu elegant, meint Blaichachs Bürgermeister, Otto Steiger. Es werde schon befürchtet, dass die neue „Piste“ zum Schnellfahren animiere... Die Straße wurde von 4,5 Metern Breite erweitert auf sechs Meter. Ein Durchbruch war es allemal, als sich der Landkreis zu der Sanierung der Kreisstraße OA 27 entschloss. Die schlechte Bausubstanz und die ständigen Verwerfungen hatten die Tiefbauverwaltung ähnlich beschäftigt wie bei der Riedbergpass-Straße. Der Hang oberhalb Seifriedsberg erwies sich als schwierige Baustelle. Zur Stabilisierung des Geländes und der neuen Straße wurden viele Betonbohrpfähle gesetzt und Hangkanten gesichert. Auf 2500 Meter Bohrlänge schätzte Hans Dieing, Geschäftsführer der oberall bau, den Aufwand allein für diesen Teil der Bauarbeiten. Um das Niederschlagswasser im Hang in Griff zu bekommen, wurden zwei Rückhaltebecken angelegt. Hochzufrieden mit der ausführenden Firma oberall bau und ihren Mitarbeitern zeigten sich sowohl Bürgermeister Otto Steiger, als auch Landrat Gebhard Kaiser. In der fast zweijährigen Bauzeit seit Oktober 2010 hätten alle Beteiligten „sehr gute Leistungen“ gezeigt. Das von ihm ausgerufenen Ziel, die Kreisstraße noch vor dem Gunzesrieder Viehscheid wieder zu eröffnen, sei erreicht worden, freute sich der Landrat. Lob gab es auch für die Anlieger, die Anwohner und die Gunzesrieder. Die Grundstückseigentümer hätten sich sehr kooperativ verhalten und Grund abgetreten. „Sonst wäre es nicht gegangen“, meinte Bruno Müller von der Tiefbauverwaltung. Mit Geduld und Verständnis hätten die Anlieger und Anwohner aber auch die Verkehrsteilnehmer die Behinderungen während der Bauzeit ertragen. Immerhin musste während längerer Zeiten der Vollsperrung die lange Umleitung über Blaichach genommen werden. „Gewonnen“ hat bei der Baumaßnahme auch der Ortsteil Halden, wo jetzt ein Fußgängerweg mehr Sicherheit bietet. Und auch bei Seifriedsberg wurde der Fußgängerweg verlängert bis zum Kühberg. Von den Gesamtkosten in Höhe von 3,2 Millionen Euro für die Maßnahme im gut einen Kilometer langen Abschnitt zwischen Seifriedsberg und Halden trägt der Freistaat Bayern 75 Prozent. Landrat Kaiser erinnert stolz daran, dass diese Förderhöhe weit über dem Durchschnitt von 45 Prozent liege, und sogar über dem normalen Fördersatz für solche Straßenbaumaßnahmen in Höhe von 70 Prozent. „Straßenbauten in Gebirgsgegenden erfordern nun einmal höhere Aufwendungen“, so Kaiser. Auch wenn ein dicker Brocken der anstehenden Straßenbauarbeiten im Landkreis jetzt erledigt sei, gibt Kaiser zu bedenken, müsse der Kreis weiter in Unterhalt und Ausbau investieren. Nur wenn die Infrastruktur im ländlichen Raum stimme, Weiler und Dörfer gut angebunden seien ans Straßennetz, könne man auf lange Sicht die Menschen halten. Er, Kaiser, hoffe, dass der Kreis auch weiterhin jährlich zehn Millionen Euro für notwendige Straßenbaumaßnahmen zur Verfügung habe.

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