Nur ein Tropfen Blut

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Auch Skisprung-Star Georg Späth ließ sich von Arzthelferin Patricia Gerung Blut abnehmen, um sich als Knochenmarkspender zu registrieren.

Oberstdorf - Als „vollen Erfolg“ bezeichnete Yvonne Renz von der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) die Stammzelltypisierung in Oberstdorf. Insgesamt hatten sich 338 Personen Blut abnehmen und registrieren lassen um für eine Knochenmarkspende zu Verfügung zu stehen.

An Spenden und Einnahmen aus Kuchen- und Losverkauf kamen knapp 7000 Euro zusammen. „Alles ist reibungslos verlaufen. Tolle Stimmung, zufriedene Spender und zufriedene Helfer“, freute sich Renz und bedankte sich bei allen, die mitgeholfen hatten, das Ganze auf die Füße zu stellen. Angeregt durch die Blutkrebserkrankung einer Mitarbeiterin hatte Tourismus Oberstdorf die Aktion organisiert. Steffi Probst konnte Dank der Stammzellen einer anonymen Spenderin den Krebs überwinden (der Kreisbote berichtete). „Ich bin rundum glücklich“, so Probst heute.

Fünf Stunden lang konnten sich Einheimische und Urlauber registrieren lassen, was auch einige Passanten spontan in Anspruch nahmen. Die meisten hatten sich aber schon im Vorfeld entschlossen an der guten Sache teilzunehmen. Pünktlich bei der Öffnung um 10 Uhr kamen ganze Gruppen von jungen Leuten zur Typisierung. So ging in Erfüllung, was Landrat Toni Klotz bei seiner Eröffnungsrede gewünscht hatte: „Hoffentlich kommen möglichst viele Leute ins Oberstdorf Haus um sich registrieren zu lassen.“ Für diese „äußerst wertvolle Aktion“ habe er gerne die Schirmherrschaft übernommen. „Man kann hier Leben retten“, so der Aufruf des zweiten Bürgermeisters Fritz Sehrwind, bevor er sich selbst Blut abnehmen ließ. Er betonte die Unterstützung der Gemeinde, die für jeden Mitarbeiter, der sich typisieren lässt, die Kosten von 50 Euro übernimmt.

Nur ein kurzer Pieks und die Daten aufnehmen – schon ist man Stammzellspender. Spender kann grundsätzlich jeder im Alter zwischen 18 und 55 Jahren werden. Wichtig ist nur, dass man in einer guten körperlichen Verfassung ist, keine chronischen Erkrankungen hat und keiner Risikogruppe angehört. Über eine Blutuntersuchung werden die Gewebemerkmale bestimmt. Mit seiner schriftlichen Einverständniserklärung kann der Spender mit etwas Glück einem Blutkrebspatienten eine zweite Lebenschance geben. Nach der Registrierung stehen die Gewebemerkmale über Da-tenbanken für die Suche von Patienten auf der ganzen Welt zur Verfügung.

Mit einem bunten Rahmenprogramm im und vor dem Oberstdorf Haus machte Tou-rismus Oberstdorf auf die Aktion aufmerksam. Zwei Musikgruppen sorgten für Unterhaltung. Dazu gab es Interviews mit Betroffenen, Kaffee- und Kuchenverkauf und eine Tombola für den guten Zweck.

Petra Rohrmoser schilderte auf der Bühne, wie bei ihr eine Stammzellespende für ein Kind ohne Schwierigkeiten verlief: „Es ist für mich sehr schön, mit meiner Spende geholfen zu haben, dass jemand weiter leben kann.“ Auch die beiden Musiker der Gruppe „1hoch2“, Werner Röll und Helmut Bühler, ließen sich in der Musikpause Blut abnehmen. „Das war von vorneherein klar, das wir hier mitmachen“, so Röll.

Heinrich Bonert

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