Optimale Bedingungen

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Ließen sich von Dr. Dagmar Strauß (ärztliche Leitung ZINA) im Schockraum die Reanimationsmaschine zur automatischen Herz-Druck-Massage erklären (von links): Vize-Landrat Anton Klotz, Landrat Gebhard Kaiser (Aufsichtsratsvorsitzender Klinikverbund) und Staatsminister Thomas Kreuzer.

Kempten – Von einem „fantastischen Neubau“ und einer innovativen Medizingerätetechnik schwärmte Prof. Dr. Andrik Aschoff, ärztlicher Leiter des Klinikums, bei der Eröffnung der neuen Räume für die Zentrale Interdisziplinäre Notaufnahme (ZINA) und der Klinik für Radiologie.

Die Investitionen kämen den Patienten und Mitarbeitern gleichermaßen zugute, sagte Andreas Ruland, Geschäftsführer des Klinikverbundes Kempten-Oberallgäu. Ziel der Baumaßnahmen sei gewesen, ein hochmodernes Traumazentrum an einem Standort effizient zu bündeln und reibungslos in den Klinikbetrieb zu integrieren. 

Die Notaufnahme sei nun deutlich besser zu erreichen und biete auch für die Rettungsdienste hervorragende Bedingungen. Die topmoderne Ausstattung, stimmige Betriebsabläufe und eine enge, fachübergreifende Zusammenarbeit aller Disziplinen ermöglichten die optimale Versorgung von Notfallpatienten. 

Durchweg positive Stimmen gab es beim Rundgang durchs neue Gebäude von den Eröffnungsgästen aus Wirtschaft und Politik. In den kommenden Tagen werden die beiden Abteilungen umziehen. Auf insgesamt 742 Quadratmetern erstrecken sich die Räume der neuen Notaufnahme. Eine Etage höher – direkt mit der Notaufnahme vernetzt – befindet sich auf 931 Quadratmetern die Radiologie. Neu sind in der unteren Ebene ein digitales Notfallröntgen direkt im Schockraum sowie ein weiterer digitaler Röntgenarbeitsplatz für die Notaufnahme, in der oberen Ebene ein Computertomograf und eine Angiografie-Anlage. 

Chefarzt Prof. Aschoff verdeutlichte die überdurchschnittlichen Leistungen der Klinik für Radiologie: 2012 wurden mehr als 24.000 Patienten untersucht und dabei insgesamt über 66.000 Einzeluntersuchungen durchgeführt. Das sind fast 500 Patienten pro Woche und 200 Untersuchungen pro Tag – Tendenz steigend. Stolz auf das Team der Zentralen Interdisziplinären Notaufnahme zeigte sich die ärztliche Leiterin Dr. Dagmar Strauß. Bis zu 130 Patienten am Tag seien eine organisatorische Herausforderung. Nicht zuletzt in dieser Hinsicht habe sich einiges bewegt. 

So wurde in der ZINA ein sogenanntes „Triage System“ – eine Art Sichtung der Patienten – etabliert. Dabei beurteilt ein Notfallkoordinator die Dringlichkeit der Behandlung. Eine weitere Verbesserung erwarte man sich auch von den neuen Räumlichkeiten. Durch die direkte Anbindung an Röntgen und Computertomografie könne die Versorgung von Schockraum-Patienten, also schwerstkranken oder -verletzten Personen, deutlich beschleunigt werden. 

Neben zwei Schockräumen gibt es in der neuen ZINA acht Behandlungsräume, drei Eingriffsräume und einen Bereich mit acht Überwachungsbetten. Dr. Strauß: „Durch diese bessere räumliche Aufteilung kann auch der Patientenfluss optimiert werden, was bei ständig ansteigenden Patientenzahlen in der Notaufnahme unumgänglich ist.“ 

Oberbürgermeister Dr. Ulrich Netzer sprach von einem weiteren Meilenstein in der Geschichte des Klinikstandortes Kempten. Gemeinsam mit den Bezirkskliniken Schwaben, die 2014/2015 ebenfalls in diesen Neubau ziehen, werden insgesamt 30 Millionen Euro in den Bauabschnitt 5 investiert. 23,1 Millionen Euro der Gesamtinvestition können über staatliche Fördermittel abgedeckt werden. Der Eigenanteil des Klinikums beträgt rund 6,3 Millionen Euro. Hinzu kommen 2,7 Millionen Euro für medizinische Großgeräte, für die es keine Zuschüsse gibt.

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