"AlpDorf" Balderschwang

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Die Balderschwanger Hotellerie ist bei dem Projekt mit im Boot.

Balderschwang – Das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Kempten, allgäuweit für die Beratung und Bewilligung von Leader-Projekten zuständig, hat grünes Licht für ein Tourismusprojekt in Balderschwang gegeben. Leader ist das Programm der Europäischen Union zur Entwicklung des ländlichen Raumes.

Die Gemeinde Balderschwang ist mit 250 Einwohnern die kleinste selbstständige Gemeinde Bayerns und weist mit knapp 200.000 Übernachtungen pro Jahr eine besonders hohe Tourismusintensität auf. Entsprechend groß ist die Abhängigkeit der Gemeinde von den Einkünften aus dem Tourismus. 

Eine Arbeitsgruppe aus Vertretern der Gemeinde, der touristischen Leistungsträger und des Naturparks Nagelfluhkette hat ein familientouristisches Angebot entwickelt, welches das Balderschwanger Hochtal neu in Szene setzt. Wie bei einer Perlenkette werden auf einem Themenweg einzelne Erlebnisstationen wie ein begehbares Geissengehege oder ein Bauernlehrgarten mit verschiedenen Wildkräutern und Obstbäumen geschaffen. Ein Erlebnisführer wird über die Stationen informieren und diese zu einer Geschichte verbinden, die über die besondere, bäuerlich geprägte Balderschwanger Kulturlandschaft erzählt. 

Das Projekt erfüllt die strengen Kriterien für eine Leader-Förderung, so der Leiter des AELF Kempten, Dr. Alois Kling: „Modellhaft und vorbildlich beteiligen sich Balderschwanger Beherbergungsbetriebe und Landwirte als Themenpaten für einzelne Stationen sowohl in der Finanzierung als auch in der Umsetzung.“ Damit werde eine zukunftsweisende öffentlich-private Partnerschaft (PPP) zwischen der Gemeinde Balderschwang und deren Wirtschaftsbetriebe auf den Weg gebracht, so Dr. Kling weiter. 

Als besonders beispielhaft ist der lokale Bürgerbeteiligungsprozess zu nennen, da das Projekt in das Gesamtvorhaben „AlpDorf Balderschwang“ eingebettet und von der Balderschwanger Bevölkerung in einem vorgeschalteten Leitbildprozess entwickelt worden ist. 

Laut Dr. Kling sind für die einzelnen Erlebnisstationen in Balderschwang Kosten in Höhe von 426.000 Euro veranschlagt. Dafür stehen ab sofort Fördergelder in Höhe von 178.000 Euro aus dem Leader-Programm der Europäischen Union zur Verfügung. Leader-Manager Ethelbert Babl vom AELF Kempten betont, dass das Balderschwanger Projekt ein weiterer Beleg dafür ist, dass das Leader-Programm mittlerweile auch im südlichen Oberallgäu sehr rege angenommen wird. Die Erweiterung der Leader-Region, die bis 2006 nur den Altlandkreis Kempten umfasste, auf den ganzen Landkreis hat sich laut Babl sehr bewährt. Zudem steht mit dem Naturpark Nagelfluhkette unter seinem Geschäftsführer Rolf Eberhardt den Mitgliedsgemeinden, wie Balderschwang, ein starker Partner zur Seite. 

„Dass sich so viele verschiedene private Partner an einem Projekt beteiligen ist nicht üblich“, erklärt Siegfried Zengerle, stellvertretender Vorsitzender der Leader-Aktionsgruppe Regionalentwicklung Oberallgäu. Aus diesem Grund hat das Entscheidungsgremium der Kooperation zwischen Gemeinde, Gastgebern, Gastronomen und Landwirten durch seine Zustimmung eine Leader-Förderung ermöglicht. „Die Aktivitäten in dieser kleinen Gemeinde sind vorbildlich, andere Projekte können sich hier inspirieren lassen“, so Zengerle.

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