75 Jahre Dreifaltigkeitskirche

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Dank für einen guten gemeinsamen Weg (von links): Helmut Wachter (Kath. Kirchengemeinde Bad Hindelang), Editha Kuisle (2. Bürgermeisterin Bad Hindelangs), Pfarrerin Antje Peil-Birant (evang.-luth. Kirchengemeinde Bad Hindelang) und Roland von Bressensdorf (evang.-luth. Kirchengemeinde Sonthofen).

Bad Hindelang – „Am Nordpol“ in Bad Hindelang wurde das 75-jährige Jubiläum der Dreifaltigkeitskirche gefeiert – die Pfarrerin der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Bad Hindelangs, Antje Pfeil-Birant, freute sich darüber, dass sie an diesem „frösteligen Orte“ das 75-jährige Jubiläum der Dreifaltigkeitskirche feiern konnte.

Eigentlich ist das Gotteshaus viel älter. Fernab vom Ort lag der Pestfriedhof mit einer 1640 erbauten hölzernen Kapelle. 1739 wurde diese durch einen Sturm zerstört. 1748 wurde ein steinerner Nachfolgebau zu Ehren der Heiligen Dreifaltigkeit errichtet.

1939 war es dem evangelischen Pfarrer Hermann Heller gelungen, die ehemalige Pestkapelle „Am Nordpol“ für 10.000 RM zu erwerben. Am 3. September 1939 konnten die evangelischen Hindelanger bereits den ersten Gottesdienst im eigenen Kirchlein feiern. Offiziell wurde die Dreifaltigkeitskirche aber erst am 19. Mai 1940 zum Trinitatisfest eingeweiht.

Das 75-jährige Jubiläum wurde bewusst nicht im Mai gefeiert, weil umfangreiche Sanierungsarbeiten durchgeführt werden mussten. „Ihr Geburtstagsgeschenk hat unsere Kirche ja schon bekommen“, erinnerte Pfarrerin Pfeil-Birant. „Dank der umfassenden Sanierung erstrahlt sie heute in vollem Glanz.“

In ihrer Festpredigt warf sie die heutzutage immer wieder vernommene Frage auf: Brauchen wir eine Kirche? Vor 75 Jahren hätten die Menschen im Ostrachtal entschieden: „Wir brauchen eine Kirche: für Gebete, Taufen, Trauungen und, Bestattungen“, so Pfeil-Birant, „Wir brauchen ein Haus für uns, wo wir uns in Gottes Namen versammeln können.“ Denn eine Kirche sei ein Ort der Gottesnähe und Gotteserfahrung, ein Zufluchtsort und ein Kraftort. Gott brauche keine Kirche, aber wir Menschen. „Wir haben eine Kirche und genau darum sind wir heute hier“, freute sie sich. Die Kirchengemeinde könne dankbar zurück blicken und reiche Segenserfahrungen in die Zukunft mitnehmen. Den Weg würden wir als Christen nicht alleine gehen, sondern mit dem Vertrauen auf Gottes Segen.

Der Vertrauensmann im gemeinsamen Kirchenvorstand der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinden Sonthofen und Bad Hindelang, Roland von Bressensdorf, gratulierte den Hindelangern zu diesem Fest. Er erinnerte an die gemeinsamen Wurzeln und an die seit fast neun Jahren erfolgreich gelebte Kooperation. Als Geschenk an die Schwester- gemeinde hatte er aus Sonthofen seinen Posaunenchor zur Gestaltung des Festgottesdienstes und das Flötenensemble für ein Festkonzert mitgebracht. „Wir freuen uns auf die gemeinsame Zukunft.“ sagte von Bressensdorf. „Wir sind zuver- sichtlich, alle Herausforderungen gemeinsam zu meistern.“ Die 2. Bürgermeisterin Bad Hindelangs, Editha Kuisle, gratulierte und dankte der Kirchengemeinde für die lebendige Partnerschaft, für das soziale und kulturelle Engagement. Auch wenn die Dreifaltigkeitskirche am Ortsrand liege, stehe sie doch mitten im Leben von Bad Hindelang.

Von der katholischen Kirchengemeinde überbrachte Kirchenpfleger Helmut Wachter die Grüße von Prodekan Karl-Bert Matthias und der Gemeinde. Er dankte für die gute Zusammenarbeit und hoffe auf eine „weitere gute Ökumene“.

Hans Ehrenfeld

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