Faschingsumzug in Fischen: Gemeinde und Skiclub wollen "klare Kante" zeigen

Kein Platz für Vollrausch

Fischen – Der legendäre Umzug am „Gumpigen Donnerstag“ ist ein Fasnachtshöhepunkt im Allgäu. So stolz man in Fischen auf diesen „Renner“ ist – in den vergangenen Jahren gab es mehrfach „richtig Ärger“ wegen der Begleiterscheinung: Alkoholexzesse rund um den Umzug. Die Gemeinde und der Veranstalter Skiclub Fischen wollen am 4. Februar mit einem verbesserten Konzept gegensteuern.

Die Vorfreude auf den „Gumpigen Donnerstag“ hält sich bei Fischens Bürgermeister Edgar Rölz in Grenzen. „Uns geht es um zwei Dinge: wir wollen den einzigartigen Umzug bewahren, aber die Sicherheit der Besucher und Einheimischen nicht außen vor lassen.“ Seit einigen Jahren scheint der Umzug in Fischen nicht nur wegen seiner vielen fantasievollen Wagen und Gruppen ein Publikumsmagnet zu sein. Rölz und die Polizei beobachten einen Zustrom von Besuchern aus der Region, die „sich hier die Kanne geben“. Die Gemeinde als Genehmigungsbehörde und der Skiclub Fischen als Veranstalter müssten „die Balance finden“ zwischen ausgelassenem Fest und vernünftigem Umgang mit Alkohol.

Der Rettungsdienst richtet ein eigenes Versorgungszelt in der Ortsmitte am Anger ein. Auch heuer wird es in Fischen kein Festzelt am Gumpigen Donnerstag geben. Der Skiclub schenkt an den Ver- kaufsbuden keine „scharfen Sachen“ aus und verkauft – bis 19 Uhr – Glühwein, Prosecco und Bier. Eine Garantie, dass es nicht zu Exzessen komme, sei das zwar nicht, aber man leiste dem jedenfalls keinen Vorschub und zeige klare Kante.

Polizeibeamte und Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes führen Taschen und Gepäckkontrollen bei anreisenden „Schlachtenbummlern“ durch, um das Einschleusen von alkoholischen Getränken zu unterbinden. Die Lebensmittelläden im Ort schließen mittags. Die Party im Anschluss an den Umzug soll sich nicht verselbständigen. Die am Umzug teilnehmenden Fahrzeuge müssen der Verordnung zufolge sofort die Heimfahrt antreten. Dadurch soll verhindert werden, dass sich um einzelne Fahrzeuge eigene Partys im Ortsbereich entwickeln. Das sei dann nicht mehr kontrollierbar, so Rölz.

gts

Rubriklistenbild: © Kreisbote

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