Fotografische Kompositionen

Fotografisches Kulturgut präsentierten (von links) Karl Stiefenhofer und Gerlinde Hagelmüller vom Heimatbund Allgäu, sowie Verleger Peter Elgaß mit dem neuen Bildband über das Werk Lala Aufsberg. Foto: Elke-Sabine Barth

Nach dem bereits in kürzester Zeit vergriffenen ersten Bildband „Lala Aufsberg – Landschaften Menschen, Momente“, ist nun der zweite Bildband der weltweit beachteten Lichtbildnerin erschienen. Im Literaturhaus Allgäu stellte Verleger Peter Elgaß den druckfrischen Bildband „Lala Aufsberg – Historische Bilder aus dem Allgäu“, dem Publikum vor.

Während Peter Elgaß, der 1. Vorsitzender des Heimatbundes Karl Stiefenhofer und seine Stellvertreterin Gerlinde Hagelmüller in einem Podiumsgespräch berichteten, welch „verborgener Schatz“ sich in den Aufnahmen wiederfindet, zeigten die an die Wand projizierten Bilder ein lebendiges Bild des regionalen Alltags zwischen 1930 und 1970. Lange Zeit wurde die Bedeutung des rund 12000 Negative umfassenden Lala-Aufsberg-Archivs unterschätzt. Rund zehn Jahre schlummerten die dem Heimatbund Sonthofen von den Erben überlassenen Bilder im Archiv. Im Vorfeld zum 100. Geburtstag der Sonthofer Fotografin, wagte sich Peter Elgaß und sein Team an die in einer unscheinbaren Kiste lagernden Papiertütchen und sichtete die meist im 6x6-Zentimeter-Negativformat dokumentierten Motive. „Es bedurfte einfach einer Person, die vertraut mit den technischen Möglichkeiten dieser Zeit, sich dieser umfangreichen Sammlung annimmt. In die Tiefen der Fähigkeiten ihres Schaffens kriecht, das Geschmäckle aufnimmt und nachempfindet, was Lala dachte und fühlte“, erläutert Karl Stiefenhofer. Wie viele Lichtbildner ihrer Zeit, nutzte Lala Aufsberg die technischen Möglichkeiten und fotografierte mit dem Hintergedanken, im eigenen Labor ein Quer- oder Hochformat zu belichten. Im zweiten Bildband wurde auf den wissenschaftlich-dokumentarischen Aspekt zu Gunsten der Aussagekraft der Bilder verzichtet. So zeigt dieser zweite Bildband auf 160 Seiten rund 350 aufwendig digitalisierte und bisher unveröffentlichte Aufnahmen im Hoch- und Querformat. „In den Bildunterschriften haben wir versucht die Stimmungen aufzunehmen und den Allgäuer Dialekt – die Sprache Lala Aufsbergs, reinzunehmen“, erzählt Verleger Peter Elgaß. Für ihn war die Zeitreise auch aus technischer Sicht etwas ganz Spannendes: „Sie war eine phantastische Beherrscherin der technischen Möglichkeiten. Ihre große Natürlichkeit, die menschliche Nähe und Wärme und gleichzeitig die respektvolle Distanz zu den Menschen, beeindrucken. Sie hat Bilder geradezu komponiert!“, schwärmt Peter Elgaß. Und dennoch - auch in diesem Bildband sind nur kleine Einblicke aus dem großen, Schatz des Lala Aufsberg-Archives enthalten. Vieles wartet noch darauf digitalisiert und veröffentlicht zu werden.

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