Gastronomie soll "schmecken"

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Die besten Prüfungsteilnehmer mit (vorne von links) Petra Rietzler (Hotelfachfrau), Christian Bauch (Koch) und Christiane King (Restaurantfachfrau), sowie (dahinter von links) Manfred Ecker und Dieter Friede von der Berufsschule Immenstadt, Robert Frank vom Hotel- und Gaststättenverband, Jürgen Hero von der IHK Schwaben und Vize-Landrätin Gertrud Knoll.

Immenstadt - Die letzte Hürde vor dem Sprung ins „richtige“ Berufsleben ist genommen: 40 Auszubildende in Gastronomischen Berufen erhielten jetzt die Abschlusszeugnisse im Rahmen der Freisprechungsfeier im Staatlichen Berufsschulzentrum Immenstadt.

„Sie können zurecht stoz sein“, würdigte Robert Frank vom Kreisverband Oberallgäu im Bayerischen Hotel- und Gaststättenverband die Leistung der 40 Absolventen. 

Acht Köche, 24 Hotelfachkräfte, sieben Restaurantfachkräfte und eine Fachkraft im Gastgewerbe hatte in der Prüfung „gute Karten“ und schafften diese letzte Hürde mit dem Sprung ins Berufsleben. 

Ein wertvolles Ziel sei mit dem Ende der Lehrzeit und der erfolgreichen Abschlussprüfung erreicht, so Robert Frank weiter. Allerdings gelte es, sich immer wieder Zeile zu setzen. Das sei Ansporn und gebe Orientierung. Die stellvertretende Oberallgäuer Landrätin, Gertrud Knoll erinnerte an den Neubeginn, der sich aus dem Ende der Lehrzeit ergebe. Jetzt stellten sich neue Aufgaben, vieles müssten die Gesellinnen und Gesellen alleinverantwortlich entscheiden. „Die Ampel steht auf grün - Sie haben freie Fahrt, aber damit auch die Qual der Routenwahl. Ohne Navi.“ Auch Umwege seien mitunter zielführend. Die Vize-Landrätin warnte die jungen Berufsanfänger vor der Angst, Fehler zu machen. „Bleiben Sie ideenreich, entscheiden Sie gut.“ 

„Es ist Ihr Tag“, deutete Jürgen Hero von der IHK Schwaben auf den Grund zu feiern hin. „Sie haben es geschafft.“ Auch Hero erinnerte an den Stellenwert der Gesellenprüfung, die aber als „Etappenziel“ zu betrachten sei, als Grundstock für das Berufsleben: „Bleiben Sie ehrgeizig, nutzen Sie Chancen.“ 

Die Branche beobachte derzeit eine augenfällige Verschiebung weg von den klassischen Gastronomieberufe hin zu anderen, vermeintlich attraktiveren Branchen, erläuterte Hero. Gab es vor fünf Jahren im Bereich der IHK Schwaben noch rund 1200 neue Ausbildungsverträge, waren es im Jahr 2012 gerade mal gut 700. Man müsse sich überlegen, wie man das Bild der Branche verbessern könne. Zum mangelnden Interesse der Schulabgänger an Gastronomieberufen, komme in den nächsten Jahren ein genereller Rückgang der Schülerzahlen. Imageverbesserungen und interne Änderungen seien notwendig, mahnte Hero an. 

Die Gastronomie sei „eine der spannendsten Branchen der Welt“, meinte Schulleiter Dieter Friede. „Je besser die Grundlagen, desto besser die Chancen im Beruf.“ Dennoch teilt Friede die Sorge um die Zukunft der Gastro-Berufe. In einer stark vom Tourismus geprägten Region könne man sich diesen Rückgang nicht leisten, müsse gegensteuern. Den von der IHK beobachteten Trend müsse er bestätigen. „Die Schülerzahlen in der Gastronomieabteilung sind stark rückläufig während andere boomen.“

Josef Gutsmiedl

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