Platz für Landwirtschaft

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Bürgermeisterkandidat Fritz Sehrwind (von links) beim Ortstermin in Oberstdorf mit Stefan Wirth, dem Landtagsabgeordneten Eric Beißwenger, Marianne und Hans Wirth sowie Thomas Wirth.

Oberstdorf - Er wird bei den Kommunalwahlen im März 2014 gegen Bürgermeister Laurent Mies antreten: Fritz Sehrwind, der vom CSU-Ortsverband mit 98,1 Prozent als Spitzenkandidat nominiert wurde, hat den neu gewählten Landtagsabgeordneten Eric Beißwenger zu einem ersten Gespräch nach Oberstdorf geholt. 

Wenn im März 2015 die EU-Milchquote fällt, müsse um so mehr um den Erhalt der kleinbäuerlichen Strukturen gekämpft werden, sagte Fritz Sehrwind beim Ortstermin. Auch Landwirtin Marianne Wirth ist nicht optimistisch. „Milch auf dem freien Markt – das funktioniert nicht“, sagte sie. Über die Schiene der Direktvermarktung sei es aber immer noch möglich, Zusatzeinkommen zu generieren und den Hof zu erhalten, so Wirth. 

Eine Meinung, die Eric Beißwenger teilt: „Regional erzeugen und regional verkaufen – das ist die beste Schiene.“ Den Weg der Direktvermarktung wollen auch Thomas und Stefan Wirth gehen. Sie werden im nächsten Jahr auf ihrem Hof eine Sennküche mit Gastronomie eröffnen. Oberstdorf mit seiner touristischen Struktur sei ein guter Markt dafür, meinte Fritz Sehrwind, allerdings müsste über betriebsindividuelle Lösungen hinaus für die gesamte Bauernschaft in Oberstdorf nach zukunftsorientierten Lösungen gesucht werden. 

Wie sich die Subventions- und Regulierungspolitik der EU langfristig gestaltet, sei ohnehin schwer abzusehen. „Für den Erhalt unserer kleinbäuerlichen Strukturen ist wichtig, ein EU-Verbot von Anbindeställen zu verhindern“, meinte Sehrwind. „Die Landschaftspflege wird nicht honoriert, wohl aber reglementiert”, kritisierte Landwirt Hans Wirth. 

Vor dem Hintergrund der Koalitionsverhandlungen in Berlin sorgen sich Beißwenger und Sehrwind um den Erhalt des reduzierten Mehrwertsteuersatzes für Vermieterbetriebe. Es habe viele „neiderfüllte“ Diskussionen um die sogenannte „Hotelliersteuer“ gegeben. Für die Betriebe im grenznahen Gebiet sei der heruntergesetzte Steuersatz wegen der Konkurrenzsituation zu den Anbietern im Ausland sehr wichtig. „Er hilft vor allem unseren kleineren Vermietern”, erklärte Sehrwind. Viele Tourismusbetriebe hätten nach der Reduzierung des Steuersatzes erheblich in ihre Häuser investiert. „Und das ist den heimischen Handwerkern zugute gekommen“, so Fritz Sehrwind. 

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