"Frühe Hilfen" der Kinderhilfe Allgäu

Förderung von Anfang an

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Staunend entdeckt die Eineinhalbjährige Ronja die Farben und Kugeln im Kugelbad bei der Kinderhilfe in der Kemptener Wiesstraße. Hier zusammen mit Heilpädagogin Annemarie Grimm.

Kempten/Sonthofen – Ronja ist ein kleines Mädchen mit großen braunen Augen. Die Eineinhalbjährige ist gerade dabei, die Welt, das Leben zu entdecken. Die Unterstützung, die sie aufgrund ihrer Beeinträchtigung dabei benötigt, bekommt sie vom Team der Kinderhilfe Allgäu. Ronjas Eltern schätzen die fachliche Begleitung für ihre Tochter, denn: „Frühe Hilfen sind wirksame Hilfen.“

Inzwischen baut die Frühförderstelle auf eine mehr als 35-jährige Erfahrung in der Förderung, Begleitung und Therapie für Kinder von der Geburt bis zum Schuleintritt. „Wir sind eine Anlaufstelle für Eltern, die sich Sorgen um die Entwicklung ihres Kindes machen“, bringt es Anke Kadereit, Leiterin dieser Frühförderstelle auf den Punkt. Ihr Wunsch: Die Zusammenarbeit mit den Eltern ist ein wichtiger Baustein.

So überlegt die Frühförderstelle auch, eine Elterngruppe für den Austausch der Eltern untereinander anzubieten. Wichtig wären auch gezielte Angebote für die vielen Pflegeeltern, die mit ihren Kindern die Frühförderstelle aufsuchen. Es ist auch an eine Übergangsbetreuung beim Eintritt der Kinder in den neuen, noch fremden Schulalltag zu denken, doch dafür fehlen die gesetzlichen Grundlagen.

Die interdisziplinäre Arbeit mit den Mädchen und Buben macht die Besonderheit der Frühförderstelle aus. Sie arbeitet mit einem Team von Erzieherinnen mit heilpädago- gischer Zusatzausbildung, Heilpädagoginnen, Sozialpädagoginnen, Ergotherapeutinnen, Physiotherapeutinnen, LogopädInnen und PsychologInnen mit therapeutischer Zusatzausbildung. „Durch den Austausch der einzelnen Fachdisziplinen erreichen wir sehr gute Erfolge – zum Wohle des Kindes“, so Kadereit.

Die Arbeit findet ambulant statt – in der Kinderhilfe (an der Wiesstraße 4 in Kempten oder in der Richard-Wagner-Straße 3 in Sonthofen), im Zuhause der Kinder oder in der jeweiligen Kindertagesstätte. „Gerade ist es möglich geworden, für ein schwerstbehindertes Kind nach vielen Absagen einen Platz in einem integrativen Kindergarten zu bekommen. Anderer-seits gibt es innerhalb der Lebenshilfe Kempten, dem Träger der Kinderhilfe Allgäu, die schulvorbereitende Einrichtung (SVE).

Der Kindergarten am Schwalbenweg betreut und fördert in zwei Gruppen je sieben Kinder. „Die Entscheidung liegt immer bei den Eltern.“ Das ist auch nachher bei der Wahl der Schule so. „Inzwischen gibt es durch die Inklusionsbemühungen viele individuelle Möglichkeiten“, erklärt Anke Kadereit.

Lange Zeit war die Kinderhilfe Allgäu nur durch die massive Unterstützung der Lebenshilfe Kempten zu erhalten. Das ist heute anders. Die Einrichtung ist etabliert und aufgrund ihrer erfolgreichen Arbeit in Kempten und dem Landkreis Oberallgäu anerkannt. Einen wesentlichen Anteil nimmt die Elternarbeit ein. Eine Elterngruppe kam bisher aber nicht zustande. „Mit Hilfe einer Spende haben wir im Sommer einen Ausflug mit einigen Eltern und Kindern zum Augsburger Zoo gemacht.“ Tiger, Bär und Elefant würden mit zu den ersten gelernten Worten gehören – dann sollten die Kinder diese Tiere auch „in echt“ erleben. Dieses gemeinsame Erlebnis habe Eltern und Kindern gut getan und positiv auf die Entwicklung ausgewirkt.

220 Kinder mit Entwicklungsverzögerungen, Verhaltensstörungen, motorischen Auffälligkeiten, Sprachproblemen oder Behinderungen (Stand Dezember 2014) werden in ihrem „Großwerden“ von 25 Mitarbeitern in Kempten und Sonthofen bestmög-lichst gefördert.

Wenn Sie den betroffenen Kindern helfen und die Inklusionsbemühungen unterstützen wollen, können Sie das mit einer Spende auf das Konto 4545 bei der Raiffeisenbank Kempten-Oberallgäu, BLZ: 733 699 20, IBAN: DE72 733 699 20 000 000 4545 tun. Bitte beachten Sie auch die Spendenaufrufbeilage der Lebenshilfe Kempten in der Wochenendausgabe.

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