Frühförderstelle Sonthofen: Je früher, desto besser

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Die Mitarbeiterinnnen der Kinderhilfe Allgäu in Sonthofen (von links): Claudia Nickels, Nicole Kiechle, Sonja Minks, Sigrid Högerl, Annett Wagner, Anke Kadereit.

Sonthofen – Bald nach der Geburt der kleinen Alexandra wurde bei ihr ein Down-Syndrom diagnostiziert. Peter hingegen kam in der 27. Schwangerschaftswoche viel zu früh zur Welt, winzig und zart. Beide sind von Anfang an von der Frühförderstelle Sonthofen der Kinderhilfe Allgäu der Lebenshilfe Kempten gefördert worden.

Heute besucht Alexandra einen integrativen Kindergarten, Peter wurde im September in eine Regel-Grundschule eingeschult. „Je früher die Hilfe einsetzt, desto höher sind die Erfolgschancen“, erzählt dazu Anke Kadereit, Leiterin der Kinderhilfe Allgäu. Immer öfter werden die Frühförder-Einrichtungen in Kempten und Sonthofen angefragt. Allein die Außenstelle in Sonthofen begleitet mittlerweile rund 90 Kinder. 

Seit mehr als einem Vierteljahrhundert ist die Außenstelle in Sonthofen etabliert. Im vergangenen Jahr gab es neue, modernere, funktionalere Räume. Sie erleichtert Eltern per Aufzug den Zugang zu den hellen, freundlichen Räumlichkeiten. „Wir bekommen viel Lob für den Standortwechsel“, freut sich Kadereit. 

Doch die Kinder kommen nicht nur mit den Eltern in die Einrichtung an der Richard-Wagner-Straße 3. „Eine große Bedeutung bei der Entwicklung und Förderung der Kinder hat auch das häusliche Umfeld oder auch der Kindergarten“, so Kadereit. „Wir erfahren Einblick in die Alltagsstruktur daheim, sehen das vorhandene Spielmaterial und können beraten, was in der jeweiligen Entwicklungsphase therapeutisch gut einsetzbar ist.“ 

Das heißt aber auch, nicht immer sind alle neun Mitarbeiterinnen vor Ort in der Außenstelle anzutreffen. „Die Mobilität spielt bei uns eine entscheidende Rolle“, berichtet die Psychologin und Bereichsleiterin der Frühförderung. Immerhin kommen die kleinen Klienten bis aus Balderschwang, Oberstdorf, Bad Hindelang. Für die Hausbesuche werden die therapeutischen Spielmaterialien „per Koffer“ zu den kleinen Klienten transportiert. Neben dem „Materialkoffer“ seien auch flexibel einsetzbare Spielmodule oder eine Videokamera wünschenswert. Beides steht beispielsweise auf der „Weihnachtswunschliste“ der Frühförderung in Sonthofen. „Wir können damit Spielverhalten der Kinder dokumentieren und dieses mit den Eltern besprechen. Das ist sehr hilfreich.“ 

Überhaupt ist die Vernetzung mit dem Elternhaus, dem betreuenden Kinderarzt und später dem Kindertages- stättenteam sehr wichtig. „Wir arbeiten interdisziplinär.“ Kadereit ist der Ansicht, es gibt heutzutage nicht unbedingt mehr Kinder mit Entwicklungsverzögerungen und Verhaltensauffälligkeiten. Aber dadurch, dass mehr Menschen (auch durch die Krippenarbeit) mit den kleinen Mädchen und Buben zu tun haben, fallen Entwicklungsdefizite oder Beeinträchtigungen mehr auf. „Und das ist gut so, denn je früher Hilfe einsetzt, desto größer sind die Erfolgschancen“, so Kadereit. Mögliche Handicaps können sein: Entwicklungsverzögerungen, Verhaltensstörungen, motorische Auffälligkeiten oder Sprachprobleme. 

Wer für die Therapiematerialien für die Frühförderstelle in Sonthofen spenden möchte, kann dies tun unter: Kontonummer 23000 Allgäuer Volksbank eG, BLZ 733 900 00. Weitere Informationen unter Telefon 08321/84964 oder unter www.lebenshilfe-kempten.de.

mori

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