Gegen das Vergessen

Vor zwei Jahrzehnten war das Jubiläum zur 25-jährigen Stadterhebung Sonthofens für die heimatvertriebenen Mitbürger der Anlaß, an ihre angestammte Heimat zu erinnern. In diesem Jahr werden die Sonthofer mit ostdeutschen Wurzeln am kommenden Totensonntag, 23. November, um 9.30 Uhr mit eine kleinen Feierstunde am Mahnmal an der Parkanlage beim Krankenhaus ihre Verstorbenen ehren und die gelungene Eingliederung in die Wahlheimat verdeutlichen.

Der schlesische Künstler Walter Kalot, selbst Heimatvertriebener, schuf mit den fünf schlanken Säulen aus matter Bronze mit den Wappen der jeweiligen Landschaften eine Erinnerung an die Heimatprovinzen Sudetenland, Schlesien, Pommern, Ostpreußen und Danzig-Westpreußen. Die einstmals 20000 Vertriebenen, die im Allgäu eine neue Heimat fanden, haben das Mahnmal vorwiegend aus eigenen Mitteln und Spenden finanziert. „Lass Dir die Fremde zur Heimat, aber niemals die Heimat zur Fremde werden,“ mahnt das Denkmal, dass die Liebe zur Heimat in den Herzen der Vertriebenen bis heute weiterlebt. Dieses Ziel hat auch die Nachfolgegeneration verwirklicht. Im Oberallgäu bemüht sich vor allem die Sudetendeutsche Landsmannschaft, Kreisgruppe Sonthofen mit ihrem Vorsitzenden Rudolf Dressel und über 40 Mitgliedern durch verschiedene Aktivitäten, wie z.B. die Sonnwendfeier im Juni, heimisches Kulturgut zu bewahren. Die offenen Grenzen in Europa zur angestammten Heimat ins Sudetenland /Tschechien und Polen ermöglichen immer wieder die Begegnung mit den eigenen Wurzeln und Landschaften, aber auch die gemeinsame europäische Zukunft zu unterstützen. Bei der Einweihung des Denkmals versprach Altbürgermeister Karl Blaser: „Die Stadt wird das in ihre Obhut genommene Mahnmal wie einen Schatz bewahren, bis in die künftigen Generationen hinein“. Für seine Nachfolger ist dieses Vermächtnis, das die Stadt am kommenden Totensonntag in der Feierstunde um 9.30 Uhr mit allen Bürgern vertiefen will.

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